[Test] TomTom GO 5100

Lesezeit: 7 Minuten

Mal fern von aller typisch getesteten Hardware, will ich mal auf eine schon fast vergessene Gattung zu sprechen kommen: dem Navigationsgerät. Was kann das aktuelle „Premium“-Modell von TomTom? Ist es der Handynavigation überlegen? Welche Modellausführung gibt es?
Dies und mehr will ich hier erläutern, viel Spaß beim Test zum TomTom GO 5100.

Einleitung

Mir waren lange Standalone Navigationsgeräte zu teuer und zu „unnötig“. Ich informierte mich vor der Fahrt über die Strecke und zur Not hatte ich immer eine Karte dabei. Das ist jetzt mehr als 5 Jahre her. Dann arbeitete ich bei TomTom. Meine Sicht auf Navigationsgeräte änderte sich. Mich überzeugte die Menüführung, die gute Sprachausgabe und vor allem LiveTraffic. Absoluter Mehrwert! Ich stand in 2 Jahren einmal im Stau. Stets wurde ich vorgewarnt und außen rum geführt.
Nachdem ich TomTom verlassen hatte, musste ich meine Navi abgeben. Die schönen Zeit war vorbei. Danach verwendete ich zwei integrierte Navis von zwei unterschiedlichen Autoherstellern. Beim ersten Modell war ich einfach nur unsicher. Die Ankunftszeit stimmte nie, wenn ich schneller fuhr als erlaubt ist, wurde die Ankunftszeit größer. Verkehrsmeldung waren nicht aktuell bzw. die Route änderte sich auf die alte Route während man einen Stau „umfahren“ sollte. Am Ende blieb das Navi aus.
Beim zweiten Hersteller war es besser. Aber auch da gab es Probleme. Falsche Radarwarner, von Radarfallen die gar nicht mehr da sind, Kartenmaterial was älter als das Auto ist, ebenfalls falsche Ankunftszeiten.
Die Zeit ist gekommen zurück zu einem TomTom zugehen!

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Ausführungen

TomTom bietet von ein und demselben Gerät mehrere Versionen an. Was für Unterschiede gibt es? Erst einmal gibt es 5“ und 6“ Geräte. Dann gibt es Geräte mit SIM Karte und ohne (dafür kann man dann sein Smartphone verbinden). Der Vorteil der SIM Karte ist, das man auch im Ausland Daten beziehen kann, eventuell ist auch die Ortung besser (sowohl für Kunde als auch für Geheimdienste 🙂 ).

TomTom GO 50/60 TomTom GO 510/610 TomTom GO 5100/6100
Lifetime Maps Europa Welt Welt
Lifetime Traffic X X X
TomTom MyDrive X X X
Vollständig interaktives Display X X
Lifetime Radarkameras X X
Inklusive SIM Karte + Datennutzung X

Man kann so lange das Gerät funktioniert Karten laden (4 mal pro Jahr). LiveTraffic beziehen (was das ist später mehr). Bei den großen Modellen kann man aktuelle Radarkameras beziehen und es gibt eine SIM Karte dazu, um Daten zu beziehen. Zusätzlich gibt es noch MyDrive damit kann man Echtzeit-Verkehrsinformationen beziehen (der Unterschied zu LiveTraffic erschließt sich mir nicht).
Vollständig interaktives Display bedeutet das man mit Zwei Fingern zoomen kann oder auch mit der Karte mehr agieren kann.

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Lieferumfang

In den Box enthalten ist ein Ladekabel, ein Stecker für den Zigarettenanzünder, eine Halterung, ein Handbuch und das Gerät selber. Nichts ungewöhnliches, aber absolut ausreichende Lieferung. Das Gerät selber ist sehr schick, auch wenn das Display – im Vergleich zu heutigen Smartphones – eher schlecht ist. Skandal: man sieht Pixel 🙂

Dazu kommt das man außen einen Rand hat, dann den Bezel dann auf dem Display selber einen Rand und dann erst das Bild, bei dem auch noch die Ecken abgeschnitten sind. Nicht falsch verstehen, das Display ist für ein Navigationsgerät absolut ausreichend. Man benutzt ein Navi auch mit mehr Abstand, als ein Smartphone. Die tatsächliche genutzte Bildschirmdiagonale ist gefühlt eher kleiner als 5“ (das Display als solches ist 5“ groß).

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Erste Probleme

Wenn ich nicht wissen würde, wie gut die Navis von TomTom sind, ich wäre wohl verzweifelt. Das Gerät hatte Standardmäßig einen sehr niedrigen Akkustand, also musste es direkt an die Steckdose. Bei der Auswahl des Farbschemas (was nicht wie früher die Kartenfarbe, sondern die Akzentfarbe der Menüs und der Route beeinflusst) ist das Gerät langsam geworden, hängen geblieben und teilweise abgestürzt.
Beim Verbinden mit der TomTom MyDrive Connect Programm für Windows musste ich mich beim Verbinden erneut einloggen, obwohl ich das schon war. Danach musste ich die Verlinkung bestätigen. Und während das Programm lädt trennt sich das Gerät von selbst. Unfassbar! Nach ein paar Minuten – und mehreren verzweifelten Versuchen – habe ich mich erneut vorher eingeloggt und dann gesehen, dass das Gerät – trotz Fehlermeldung – verbunden ist.
Beim Update wurde mir nur TomTom Werbung gezeigt ohne Fortschritt, nach Beenden der MyDrive Connect Anwendung, hatte ich wenigstens eine Fortschrittsanzeige beim Download. TomTom Home war früher noch schlimmer, aber das man das immer noch nicht im Griff hat ist mehr als nur ärgerlich. Kaum auszumalen, wie es Kunden ergeht die weniger IT-Kenntnisse haben.
Auch ein kleiner Wermutstropfen: Der Emailkontakt bei der Bestellung ist stets englisch. Beispiel? „Your TomTom invoice is enclosed“ Diese Email, mit diesen Betreff habe ich bekommen. Auch die Packung ist auf der Front englisch. Wenigstens der Inhalt wird deutsch auf der Packung erwähnt Soll das ein „normaler“ Kunde verstehen?

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Erster Einsatz

Nach diesen Problemen habe ich mit auf die Kernkompetenz konzentriert. Die Halterung hielt auf Anhieb gut. Die Route war schnell berechnet. Yannick – die deutsche Computerstimme – agiert schnell, rechtzeitig und nicht nervig. Die Animationen in dem Routenverlauf (in der auch LiveTraffic Daten inkludiert sind) ist schicker und zeigt direkt vor dem Stau eine nette Animation, die zum aufmerksamen Fahren animiert. Zum reinen Navigieren ist das TomTom ein absoluter Traum!

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Kartenupdate

Das erste Kartenupdate war – sagen wir – suboptimal. Nach einer ewigen Downloadzeit – ohne Übersicht, wie weit der Fortschritt ist – habe ich das Navi unbrauchbar gemacht. Nach ein paar Minuten war die Verbindung abgebrochen. Ergebnis: keine Karte auf dem Gerät. Beim erneuten anstecken wurde angezeigt dass das Navi voll ist. Und mit voll meine ich nicht den Akkustand, sondern den Speicher. Die Installation startet bei 12% und bleibt da. Neue Downloads, Cache löschen und direkt im Browser oder Safar mit unterschiedlichen Browsern, haben keine Besserung gebracht. Dann habe ich verschiedene Rechner probiert, ebenfalls ohne Erfolg. Letzte Chance: Update von Flash und Java. Nachdem Download lief das Update bis 80%. Es brach wieder ab, wieder keine Karte auf dem Gerät. Aber es waren keine weiteren Dateien auf dem Navi. Beim nächsten Versuch klappte dann alles.
Sehr nervig, kein Einzelfall und für DAUs sicherlich eine Zumutung.

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Täglicher Einsatz

Auch wenn ich den Weg auf Arbeit auswendig kenne, beinah schon blind fahren kann (sollte man natürlich vermeiden 😀 ), benutze ich jedes Mal das Navi. Das macht auch Sinn. Früher nutzte man ein Navigationsgerät als Gerät zum Navigieren von A nach B. Heutzutage gibt es noch andere nützliche Dinge die man mit so einem Gerät machen kann. Und das heißt Verkehrsinformationen, oder im Fall von TomTom: LiveTraffic. Ich weiß beim los fahren wann ich in etwa ankomme (und damit welchen Podcast ich einwerfen kann) und bereits beim Start ob ich mit Stau rechnen kann, oder ob ich eine Alternativroute fahren soll. Diese muss ich weder kennen noch mir die beste überlegen. Denn das kann das Navi von ganz alleine plus schnelle Routenberechnung.
Dass das Navi, alle Schleichwege empfiehlt die ich mir lange zusammen gesucht habe, macht es umso besser.
Sollte das Navi das gesuchte Ziel nicht kennen, kann man „Places“ online nach dem Suchbegriff abgrasen. Das Funktioniert ganz gut und ermöglicht auch Shopping Center zu finden, die man nur Namentlich kennt aber nicht die Adresse.

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Langzeittest

Um das Navi komplett zu testen und die Vorteile des LiveTraffics so richtig auszuspielen, muss man weite Strecken fahren. Erster Test zwei Fahrten a 100 km. Die geschätzte Ankunftszeit ist – wie ich von TomTom gewohnt bin – extrem genau. Ich war in beiden Fällen eher da (2 bzw. 5 Minuten). Das klingt für manche sicherlich normal, ist es aber bei weitem nicht. Mit den beiden eingebauten Navis habe ich nie die geschätzte Zeit geschafft. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit und das Fahrverhalten spielt bei den wenigstens Navis eine Rolle, so dass man, wenn man zu schnell fährt, die Ankunftszeit sogar weiter in die Zukunft rutschten sieht. Bei TomTom ist dies nicht der Fall.
Bei den langen Fahrten ist mir auch eine Änderung gegenüber den alten TomTom Navis aufgefallen. Die LiveTraffic Leiste zeigt nur am Anfang die gesamte Strecke, bei der Fahrt wird diese Leiste auf die nächsten 60 km gekürzt, was durchaus zur Übersicht beiträgt. Ein Staus in 120 km interessiert mich aktuell noch nicht und ist eventuell bei meinem Eintreffen auch schon weg.
Zweiter Test waren ebenfalls zwei Fahrten a 500 km. Und hier muss das Navi seine Muskeln spielen lassen, ist es dem GO 5100 gelungen zu zeigen, warum es zu den besten gehört? Ich finde schon. Bei der Hinfahrt sind wir 30 Minuten später angekommen als die Prognostizierte Ankunftszeit. Was bei 2 Staus (eine Umfahrung und ein kurzer Stau), eine Tank- und zwei Rastpausen durchaus ansehnlich ist.
Bei der Rückfahrt lagen wir ziemlich lange super in der Zeit bis wir in einen Monsterstau gefahren sind. Die Alternativrouten über die Landstraßen hätte aber mehr Zeit gekostet, also müssten wir uns via Stop-and-Go durchzuschlagen. Am Ende waren wir 2 Minuten später da.
Ehrlich: Das ist alles absolut perfekt! Die anderen Navis die ich bisher probiert habe, waren Stunden weg von der geschätzten Ankunftszeit.
Auch unterwegs konnte ich diverse 3D-Modelle entdecken. Einige waren nur „Kästen“, andere hingegen waren in Form, Farbe und Genauigkeit ziemlich gut (Säulen wurden an den richtigen Stellen angezeigt usw.). Wenn zukünftig noch mehr 3D-Modelle existieren, macht das Fahren sicherlich noch mehr Spaß.

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Fazit

Ich bereue es absolut nicht das TomTom Navi erworben zu haben, ganz im Gegenteil, ich ärgere mich das ich solange gewartet habe. Zwischendurch dachte ich mir das 6 Zoll vielleicht doch besser gewesen wären, aber 5 Zoll tun es auch. Ist das Navi einem eingebauten Navi überlegen? In den meisten Fällen ja! Weil die eingebauten Navis oft schlechte oder falsche Karten haben, kein LiveTraffic und keinen so guten Algorithmus zum Berechnen der schnellsten Route habe. Wie sieht es mit Smartphone-Navigation aus? Ich war nie wirklich großer Freund davon. Zu hohe Ablenkung, Datenvolumen wurden aufgebraucht oder Speicherkarten mit Karten die man eventuell mal braucht zugemüllt.
Das Kartenupdate ist aber ein negativer Punkt, denn man nicht vernachlässigen sollte. In der Kerndisziplin ist das TomTom GO 5100 aber absolut Empfehlenswert.

P.S.: Danke für meine fleißige Beifahrerin ohne die diese – teilweise – gelungen Bilder nicht möglich gewesen wären.

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