Aus aktuellem Anlass hat sich mir die Frage gestellt: Ist ein Smartphone ein Fluch oder ein Segen im Urlaub? Fangen wir doch erst mal mit den unumstößlichen Fakten an. Viele Urlauber zücken ihr Smartphone, natürlich nicht nur im Urlaub, aber in diesem Beitrag geht es nun mal um Smartphones im Urlaub. Im Urlaub ist diese „Smartphone-Sucht“ scheinbar ebenfalls ausgeprägt.

Fluch

Warum ist das Smartphone ein Fluch im Urlaub? Man scheint – egal ob Bauarbeiter, Geschäftsführer oder Architekten dieser Welt – stets erreichbar sein zu müssen. Bei einigen Berufen macht das auch im Urlaub Sinn, aber in erster Linie macht es den Menschen krank. Man braucht nicht umsonst vom Gesetz Urlaub. Und dieser sollte zur Entspannung dienen, und nein permanent erreichbar sein ist keine Entspannung. Erster Punkt: fehlende Erholung!

Kommunikation ist im Leben wichtig. In meinen Augen spielt die Art der Kommunikation nicht die wichtigste Rolle, sondern das sie überhaupt stattfindet. Sie sollte dabei aber nicht andere „Ausgrenzen“. Also wenn man mit Partner oder Freunden im Urlaub ist, muss am Essenstisch, ja nicht ein anderer Freund darüber informiert werden, was man gerade isst. In meinem eigenen Urlaub, sah ich Leute die zu viert am Tisch saßen und jeder sein Smartphone zückte und rumtippte. Das Gespräch drehte sich dann um die „blöde Rechtschreibekorrektur“ und um Facebook. Na prima, so macht Urlaub Spaß! Zweiter Punkt: falsche Kommunikation!

Was macht man im Urlaub? Sich Städte anschauen, warmes Wetter (oder für die Verrückten kaltes Wetter) genießen, Baden, Sonnen usw.. Kann man das mit Smartphone? Vielleicht, aber wir sind im Fluch Teil, also: NEIN! Ebenfalls aktuelles Beispiel: Sonne 25-30°C, Pool und 3 Freunde. Der gute Herr hat die ganze Zeit (mehr als 2 Stunden) nur auf sein Smartphone geschaut. Kann ja interessant sein, aber muss das sein? Danach ging es in das Restaurant und wieder zurück an den Pool, mit – ihr ahnt es schon – mit dem Smartphone. Nur faul da liegen und auf Smartphone schauen kann ich auch Zuhause, oder? Dritter Punkt: Sucht!

Überall – ob nun am Straßenrand, an jeder Ecke oder im Resteraunt – werden Fotos gemacht. Alles wird fotografiert. Ob man nun sich direkt in einer gefährlichen Serpentine befindet oder in einem Lokal ein Foto vom tollen Essen macht, spielt dabei keine Rolle. Das dann auch noch in Läden und auf Märkten Selfie-Sticks (Stangen um ein Foto mit dem Handy zumachen, ohne dass der eigene Arm drauf sein sollte) feilgeboten werden, fördert den Drang nach Fotos. Dann stehen die Leute am Strand und fotografieren sich selbst. Aber es gibt natürlich auch noch Leute die ein Tablet zum Fotografieren verwenden. Bescheuerter geht es kaum. Vierter Punkt: Fotografieren!

Kaum ist man am Urlaubsort angekommen, werden die Smartphones gezückt und offene WLANs gesucht. Die Rezeption wird nachdem WLAN-Passwort befragt. Die tolle Aussicht, die Hotelanlage wird einfach ignoriert. Hauptsache man kann seinen Facebook Status aktualisieren oder einen Tweet absetzten. Das man dann später im Zimmer oder Apartment auch noch den besten WLAN-Spot sucht und in der hintersten Ecke, total verdreht sitzt, um nur ein bis zwei WLAN „Strahlen“ abzubekommen ist natürlich klar. Das Ganze war früher nicht anders, da suchte man halt das perfekte Netz, um eine SMS nach Hause zu senden. Fünfter Punkt: Internet!

Aus vielen verschiedenen Gründen – wie zum Beispiel: Fotografie und Netzsuche – sinkt der Akkustand im Urlaub immer rapide. Der Akku hält statt der üblichen Zeit nur Zweitdrittel so lang, im konkreten Beispiel statt ein und einen halben Tag, reicht der Akku weniger als 20 Stunden. Und da man das Smartphone am nächsten Tag nicht im Hotel / Apartment lassen will, wird es zu früh geladen. Die Folge ist das der Akku falsch geladen wird und der Akku mehr beansprucht wird. Das wiederum führt dazu das der Akku eher kaputt geht. Sechster Punkt: Akku!

Segen

Roaming ist eine absoluter Dreck, der die Urlaubsstimmung spätestens bei der nächsten Rechnung, in den Keller zieht. SMS, MMS oder Telefonie werden zu rotzfrechen Preisen verkauft. Aber die Freunde und Angehörigen möchte man über die Ankunft informieren. Super ist auch wenn jemand in der Urlaubszeit Geburtstag hat. Toll ist es wenn man irgendwo ein WLAN findet und die Freunde und Verwandte via Email, Messanger und Co informieren kann. Erster Punkt: Roaming Gebühren vermeiden!

Es gibt Momente da sagt man sich: „Die Kamera nehme ich jetzt nicht mit“. Früher sah man an genau solchen Tagen ein gutes Motiv, hatte aber keine Möglichkeit dies festzuhalten. Mit dem Smartphone – was man natürlich stets dabei hat – ist das nun kein Problem. Zack ein Foto gemacht und man kann auch dies zeigen. Zweiter Punkt: Fotos!

Wenn man im Ausland ist, muss man sich manchmal auch in einer fremden Sprache unterhalten. Dies kann manchmal ziemlich unangenehm sein. Früher hat man ein Wörterbuch gekauft, dies lag dann in solchen Momenten aber im Koffer. Wenn man sich eine passende App kauft, kann man so spontan das Handy zücken, wichtig ist natürlich das die App ohne Internet funktioniert. Dritter Punkt: Kommunikation mit Einheimischen!

Es gab Zeiten da wurden Urlaubsvideos mit Camcordern aufgezeichnet. Smartphone Kameras werden immer besser und die Videos – vor allem durch das große Display – persönlicher und besser aufnehmbar. Man kann spontan einen kleinen Spot drehen und bekommt so einen guten Einblick, auch nimmt dabei das Smartphone weniger Platz in der Tasche ein. Vierter Punkt: Videos drehen!

Auch wenn man im Urlaub viel sehen will, sich sonnen will oder auch baden will, so kommt irgendwann der Moment wo man im Zimmer ist und sich fragt: „Was anfangen mit der Zeit“. Man kann in solchen Momenten zum Buch greifen, aber auch das Smartphone dient weiterhin zur Unterhaltung. Fernsehen ausländischer Sender, bei dem man kein Wort versteht, gehört der Vergangenheit an. Fünfter Punkt: Langeweile!

Deutsche Zeitungen – mal abgesehen von deren Qualität – gibt es in Urlaubsgebieten oft zu kaufen. Als Alternative kann man – wenn ein WLAN verfügbar oder wenn man im Ausland surfen kann – sich so informieren, wie man es zu Hause gewohnt ist. „Wichtigen“ Informationen verpasst man so nicht. Sechster Punkt: Informiert bleiben!

Fazit

Huch, wir sind beim Senf und es gibt ein Fazit? Wer eine solche Frage stellt – Fluch oder Segen – der sollte sie auch beantworten. Ich persönlich verwende das Smartphone im Urlaub seltener, und somit dienen die obigen Punkte für mich als Segen. Aber viele der Fluch Punkte treffen auf andere Urlauber zu, was mich hingegen nervt. Der Smartphone Wahn nimmt aber auch Zuhause – also nicht im Urlaub – skurrile Züge an. Also warum sollten die Leute die Smartphones zuhause exzessiv verwenden, im Urlaub das Smartphone nicht verwenden?

Mein Fazit ist wie die eines jeden Süchtigen: Ich weiß die Sucht zu kontrollieren und es ist für mich ein Segen, aber die anderen sind süchtig und lassen sich ihr Leben von dem Smartphone diktieren. 🙂

[SENF]: Eine Kategorie um meine persönliche Meinung oder Eindruck zu aktuellen Themen kund zu tun.

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Veröffentlicht von Vincisblog

Softwaretester, Technikaffin, Comicnerd und vieles mehr. Gerne auch etwas kleinkariert.

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