[SENF] Was ist eine eSIM?

Vodafone macht es als erster Netzbetreiber möglich und bietet eSIM Karten an. Was ist das überhaupt? Was bringt es dem Endkunden? Und was hat ein Netzbetreiber davon? Antworten folgen hier.

Allgemein

Das e in eSIM steht nicht – wie vielleicht von einigen Vermutet – für electric, sondern für embedded, also eingebaut. Anstatt von einem Netzbetreiber eine SIM Karte, und dann noch in unterschiedlichen Größen und zum rausbrechen, zu bekommen, bekommt man das Telefon und eine Karte. Anstatt wie früher bekommt man aber keine SIM Karte, sondern eine Karte mit einem QR-Code. Dieser QR-Code muss eingescannt werden um das Einrichten zu vereinfachen (ohne QR-Code geht es sicherlich auch, schließlich werden nur die Endpunkte richtige eingerichtet).

Vorteile

Der erste Vorteil sollte auf der Hand liegen. Kein lästiges SIM Karten wechseln, rausbrechen oder sogar zurecht pfeilen. Das ist mit einer eingebauten SIM Karte nicht mehr möglich bzw. nötig.
Die Hersteller der Telefone können sich den Mechanismus zum Wechseln der SIM Karte weglassen, und somit ein dünneres oder dichteres Gehäuse anbieten (Stichwort: Flüssigkeiten).
Auch die Mobilfunkanbieter können so einfacher die Kunden zum Wechseln „überreden“. Sie brauchen auch keine „neuen“ SIM Karten versenden oder ersetzten.
Im Ausland könnte man so bequem einen lokalen Anbieter „auswählen“. Dazu muss man einfach nur den QR-Code einscannen und schon ist man bei einem örtlichen Provider eingewählt. So die Theorie. Ob man über die bisherige Nummer erreichbar bleibt, ist dann wieder ein anderes Thema.

Auch ein wichtiger Grund ist das Internet der Dinge (also dieses „ich verbinde alles mit dem Internet“). So kann man dem Kunden „leichter“ ein Tablet, Smartwatch oder Toaster mit Internet verkaufen.

Mögliche Szenarien

Natürlich wollen die Provider mit der eSIM wieder richtig Geld verdienen. So könnte ein weitere Option dazu kommen und zwar die Anzahl der unterstützen Geräte. Man muss „nur“ 5 Euro im Monat mehr zahlen und kann dann den Tarif auf 2 Geräten verwenden. Das Spiel lässt sich beliebig oft wiederholen.

Am Ende ist der Kunde mit seinem ganzen Haushalt, mit diesen einem Vertrag verbunden.

Warum Apple eine eigene Version ins Rennen schickt?

Leider muss Apple mal wieder eine Extra Wurst machen. Die Apple SIM ist prinzipiell nichts anderes als eine eSIM. Nur das halt Apple entscheidet wer funken darf und wer nicht. Aktuelle Partner sind unter anderem die Deutsche Telekom. Die Vorteile von oben gelten auch, eben nur mit der Einschränkung, das man keine komplette Netzfreiheit hat. Größter Unterschied ist das es sich aktuell bei der Apple SIM um eine „echte“ SIM Karte handelt, man hat vor allem die Reise Vorteile. Also das Gerät kann auch normale SIM Karten verwenden. Wer eine Apple SIM nutzen will zahlt meist auch einen anderen, teureren Tarif.
Des Weiteren wird die Apple SIM nur vom iPad Pro, iPad Air 2, iPad mini 4 und iPad mini 3 unterstützt.

Zukünftig könnte Apple, aber die Apple SIM ebenfalls einbauen. Dem bestehenden eSIM Standard unterstützen sie dann aber sicherlich nicht.

Wann gibt es die eSIM „überall“?

Die ersten Geräte kommen dieses Jahr Tröpfchenweise auf den Markt. Es kann aber noch Jahre dauern bis sich das Konzept durchgesetzt hat. Das Apple die eSIM nicht unterstütz (auch wenn sie großer Unterstützer von „eine SIM Karte und dann wähle deinen Betreiber“ sind), macht einen schnell push, einen Strich durch die Rechnung.

Fazit

Die eSIM ist eine Technik die für viele noch sehr futurisch klingen mag, schließen nutzen wir „schon immer“ SIM Karten und manche kommen erst jetzt in den „Genuss“ von Mikro und Nano SIM Karten. Aber die eSIM kommt und ich freute mich beim recherchieren drauf. Aktuell bin ich lange beim gleichen Anbieter und mein Telefon habe ich in der Zeit öfters gewechselt. Aber wer sagt dass das so bleibt? Wenn man monatlich seinen Anbieter wechseln kann und vielleicht sogar will, könnte das eine Option sein. Auch ein Urlaub könnte „günstiger“ werden. Die eSIM macht auch noch bessere Unibody Gehäuse möglich.
Aber die Möglichkeiten die die Betreiber sehen, um wieder neue Verträge zu bauen, in denen man Sachen bekommt, die man gar nicht braucht, wächst. Wie viele haben eine SMS Flat, wie viele SMS sendet ihr raus? Und solche unnötigen Angebote werden in die Verträge eingebaut. „Nehmen sie doch den Vertrag, dann können sie mit dem Tablet auch noch ins Netz gehen“.

Fluch und Segen könnte mit der eSIM kommen, mal schauen welcher Punkt mehr zutreffen wird. Kommen wird sie so oder so.

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