[SENF] Woher kommt der Hass auf Apple?

Mir ist vor kurzem aufgefallen, das es viele Menschen gibt, die alles was Apple macht verteufeln und schlecht reden. Ziemlich konträr zu den Fanboys, die Apple über den grünen Klee loben und sagen Apple ist das Non-Plus-Ultra. Aber woher kommt diese Abneigung? Was bewegt Menschen, einem Unternehmen so kritisch gegenüber zu stehen? Eine Meinung von jemandem der beide Seiten kennt.

Apple polarisiert. Und das stärker als wohl jede andere Firma auf diesen Planeten. Apple ist bekannt bei so vielen Menschen, das sich jeder traut eine Meinung von Apple zu haben. Ist Apple deswegen was besonders?

Die Vergangenheit

Der Hass kommt meines Erachtens auch von der Vergangenheit und dem Kampf gegen das Establishment. Als Steve Jobs, Steve Wozniak und Ron Wayne Apple 1976 in einer Garage gegründet hatten, wären die drei schon über ein paar verkaufte PCs (Macs) froh gewesen. Aber es hieß schon ziemlich früh: gegen IBM. Man wollte die Großen ärgern, anders sein. Think Different. Als dann die Konkurrenz immer mehr aus Redmond (Microsoft) kam, begann der Kampf zwischen PC und MAC. Apple stellte PC Nutzer als Nerds und Bastler dar, während die klugen Leute Apple Geräte verwenden. Die Gegenkultur war geboren. Man stelle sich vor der Papst würde so über alle die an Alah glauben sprechen. Undenkbar.

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iMac

Der iMac stellte die größte Wende in der Apple Geschichte dar. Der Hass und die Bewunderung begann. Aber warum? Was man heute gar nicht mehr weiß, das i stand nicht für ich, sondern für Internet. Man könnte meinen es war der erste Internetfähige Rechner. Aber genau diesen Irrglauben verbreitet Apple gerne. Denn von der Technik war der iMac in keiner Weise, wegweisend oder innovativ. Ganz im Gegenteil. Er war ein Produkt, das mit den Marktführern nicht mithalten konnte. Aber das „innovative“ Design, die bunten Komponenten und das geschickte Marketing, sorgte schnell für einen Hype. Nicht wenige wurden so in die Sekte Apple aufgenommen. Der Technikaffine Mensch, verstand die Begeisterung indes nicht. Denn es war nichts neu oder besonders, sondern nur altbekanntes anders verpackt.

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iPhone

Das iPhone ist für Apple ein großer Erfolg, aber auch eines der Produkte an dem sich die meisten Geister scheiden. Die einen (am Anfang die absolute Mehrheit) haben sich über Apple lustig gemacht. Viel zu teuer, nur eine Taste und noch nicht einmal der Hintergrund lässt sich ändern. Und so entwickelte sich der Kampf zwischen „Apple sind die größten“ und „Apple ist ein Drecksladen„.

Technikaffine neigen zum Apple-Hass

Ja das ist sehr polemisch, aber stimmt in der Regel. Menschen die sich mit Technik auskennen sind von Apple eher abgeneigt. Man braucht sich nur das Datenblatt eines iPhones, iPads oder Macbooks anschauen.

Fangen wir mit dem iPhone an. Das neueste Modell verfügt über ein Dualcore Prozessor. Seit mehr als 3 Jahren ist bei der Konkurrenz ein Quadcore Standard, ausnahmen nach oben nicht ausgeschlossen. Des Weiteren hat ein iPhone 6s 2 GB Arbeitsspeicher. Die Konkurrenz pendelt sich bei 3-4 GB ein. Die Displayauflösung ist beim 6s Plus bei 1080p (Full HD), während das „normale“ 6s „nur“ 720p (HD) hat. Bei Konkurrenzprodukten sind 4K Geräte keine Seltenheit. Ihr merkt schon das Datenblatt sieht nach klarer Unterlegenheit aus. Und genau das verärgert einige.

Apple stellt sich hin und sagt sie sind die Besten, die Größten und haben die besten Produkte. Die Ausstattung zeigt aber auf den ersten Blick etwas ganz anderes. Das dann Apple auch noch viel mehr, als alle anderen, für Telefone, Tablets und Notebooks verlangen, macht den Eindruck nicht besser.

Auch ein wichtiger Punkt: Apple erschafft eigene Standards. Das iPhone kam damals genau wie der iPod mit einem eigenen Anschluss zum Laden und zur Datenübertragung. Das war damals üblich. Als dann Apple den Lightning Anschluss veröffentlichte war aber die Luft dick. Alle Hersteller setzten mittlerweile auf einem einheitlichen Standard, wer machte nicht mit? Richtig Apple.

Warum konnte ich Apple nicht leiden?

Es gab ein Phase, die lag gar nicht solange zurück, da war ich auch auf meinem Anti-Apple Trip. Irgendwann holte ich mir einen iPod Touch und war sehr zufrieden. Unter Windows hatte ich davor schon iTunes verwendet. Aber mit der Zeit nervte iTunes. Um iTunes zu installieren bekam man noch viele weitere Software von Apple dazu. Es belegte recht viel Speicherplatz und ein Großteil der Software war für mich nicht relevant. Naja, als ich dann beim iPod an die Grenze der Speicherkapazität angekommen war, habe ich ihn schweren Herzens verkauft und einen iPod classic gekauft. Nach gut einem Jahr trennte ich mich auch von diesem und ich war frei von Apple.

In den folgenden Jahren entwickelte ich eine Antipathie. Höhepunkte konnte ich dann bei meinem Kampf gegen Apple 2011 landen. Dazu postet ich:

„Gibts das iPhone auch in leicht, schön und groß (mit 5 Zoll Display)?“

und

„Komisch mein Handy beherrscht Flash, sieht gut aus und kostet weniger als ein Apfel Handy…ich dachte das is so toll…nun ja…“

Während die zweite Aussage irgendwann unbedeutend wurde, war die erste Aussage oft ein Grund warum mir ein iPhone missfiel.

Aber was gefiel mir alles nicht? Apple stellte sich oft als DIE Firma hin, hatte ja sowieso alles erfunden und lässt sich nicht von Standards beirren. Warum ein Standardkabel nutzen, wenn man auch ein eigenes entwickeln kann? Das Apple Produkte oft teurer als Konkurrenz Produkte waren, schürte das Unverständnis. Technisch waren so gut wie alle Apple Produkte hinter der Zeit, zumindest wenn man die Datenblätter verglichen hat. Das dann iOS alles vorgibt nach dem Motto ‚Friss oder Stirb‘, machte es nicht besser.

Woher kommt der Hass nun?

Es ist ein bisschen wie bei allem: Neid, Eifersucht, Unverständnis und großes Ego beim gehassten. Nicht falsch verstehen, diese Punkt muss nicht jeder „Wutbürger“ empfinden, aber oft trifft es zu. Gerade meine aktuelle Zufriedenheit im Apple Kosmos zeigt mir, das man lieber neutraler an solche Sachen gehen sollte. Denn nicht alles was man nicht versteht, muss schlecht sein.

Auch das Apple Universum gibt großen Grund zur Unzufriedenheit. Wenn man ein Apple Produkt besitzt und möchte irgendetwas anderes machen (Streamen, drucken oder ähnliches) ist man relativ aufgeschmissen. Man wird dazu „gezwungen“ weitere Apple Produkte zu erwerben. Das wirkt nach Gängelung. Funktioniert dafür im Zusammenspiel, aber deutlich besser als bei anderen Herstellern.

Quo Vadis?

Ich wollte mich mal mit dem Thema auseinandersetzten, aber insgesamt bin ich nicht schlauer als vorher. Woher der Hass kommt, weiß ich nicht gänzlich. Aber auch nicht woher die Vergötterung kommt. Ich verstehe warum man Apple Produkte nicht immer ganz verstehen kann, denn sie sind teuer und technisch selten auf einem aktuellen Stand. Aber man bekommt in den meisten Fällen ein Produkt, über das man sich keine Gedanken machen muss. Denn es läuft und funktioniert – in den meisten Fällen – wie es soll.

[SENF]: Eine Kategorie um meine persönliche Meinung oder Eindruck zu aktuellen Themen kund zu tun.

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