Zuletzt habe ich euch The Last of Us gezeigt und muss euch noch ein PS3 Spiel vorstellen – versprochen wird wohl das Letzte sein 🙂 . Diesmal haben wir es mit einem komplett anderen Spieltyp zu tun, denn es so eigentlich noch nie gegeben hat. Die Rede ist von Heavy Rain. Was ist Heavy Rain? Was macht es so anders und warum sollte man es unbedingt spielen?

Allgemein

Zu Beginn muss man sagen das Spiel verläuft anders als die meisten anderen Spiele. In erster Linie handelt es sich um eine neumodische Variante eines Point-and-Click Spiels. Sarkastisch könnte man auch sagen: eine Ansammlung von Shortcut Befehlen. Es werden oft die möglichen Knöpfe angezeigt, die dann – meist schnell – gedrückt werden müssen. Was in erster Linie nervig und total behindert klingt, ist wahnsinnig gut umgesetzt. Der wichtigste Punkt in dem ganzen Spiel ist dass man komplett die freie Entscheidung hat. Es gibt mehrere Enden, die der Spider selber bestimmen darf. So hat jede der 4 spielbaren Hauptcharaktere ein eigenes Ende. In Kombination gibt es eine Vielzahl an Enden. Auch die Hauptpersonen können sterben. Dies verleiht dem Spiel einen ganz besonderen Charme.

Der Plot

Die Geschichte beginnt an einem ganz normalen Tag. Du spielst eine Vater von zwei Kindern. Ethan Mars ist sein Name. Jason, der ältere Sohn, hat Geburtstag und du bereitest seinen Geburtstag mit deiner Frau vor. Am Ende des Tages geht es auch noch in einer Mall um ein bisschen zu shoppen. Dabei verlierst du Jason aus den Augen. Hier hast du keine Wahl, du folgst ihm und musst mit ansehen wie dein Sohn überfahren wird. Der Sprung vor das Auto kommt zu spät. Damit endet der Prolog. Spätestens jetzt solltet ihr wissen, auf was ihr euch mit diesem Spiel eingelassen habt.

In der nächsten Szene sind einige Jahre vergangen. Ethan hat sich von seiner Frau getrennt (oder andersrum, da legen Frauen Wert drauf) und sie teilen sich die Aufsichtspflicht an Shaun, den jüngeren Sohn. Das große Haus ist Geschichte und Ethan wohnt in einem kleinen Apartment. Die Schuld frisst ihn noch immer auf. Er hat immer wieder Blackouts und genau in so einem Moment bist du mit Shaun auf dem Spielplatz. Als du wieder zu dir kommst, ist Shaun verschwunden. Es folgt eine kleine Konzentrationsübung. Man muss die Kleidung von Shaun aus der Erinnerung aufrufen, wen man nicht darauf achtet ist das gar nicht mal so einfach.

In der Folge werden Ethan Aufgaben gestellt, um seinen Sohn zu retten. Diese sind teilweise ziemlich abartig. Um ein paar Beispiele zu nennen: Im Gegenverkehr fahren, Finger abtrennen, Gift trinken. Ich habe im ersten Durchlauf so gehandelt, wie ich in der Situation gehandelt hätte, also habe ich alles gemacht. Die 3 anderen Protagonisten verlaufen Parallel dazu und sind nicht immer direkt verbunden.

Zum einen gibt es Madison Paige. Sie hat als Journalistin gearbeitet und leitet unter Schlaflosigkeit. Sie interessiert sich für den Fall des Origami Killers, dieser entführt Kinder und tötet sie.

Der dritte Protagonist ist Norman Jayden. Er ist FBI Profiler und ermittelt in dem Fall. Seine Hightech Brille und Entzugserscheinungen begleiten ihn und den Spieler.

Der letzte im Bunde ist Scott Shelby. Früher war er Polizist, mittlerweile arbeitet er als Privatdetektiv. Dabei ermittelt er für einige Opfer des Origami Killers.

Enden

Wie schon oben gesagt kann jeder Hauptcharakter sterben. Aber anstatt wie in anderen Spielen gibt es keinen Game Over Screen, sondern es geht weiter und daraus entwickelt sich ein anderes Ende. Jeder Hauptcharakter hat mehrere Enden, so kann es sein das beim zweiten Durchlauf das Ende von Norman das gleiche Ende ist, wie beim ersten Durchlauf, obwohl das Ende von Ethan ein anderes ist.

Gefühle

Das Spiel hat bei mir ein mulmiges Gefühl hinterlassen, wie kaum ein anderes. So hat Ethan Mars bei meinem ersten Versuch seinen Sohn gefunden und aus der Gefangenschaft befreit. Nur hat sein Sohn nicht geatmet. Die Kamera hat heraus gezoomt, die Musik war sehr melancholisch. Ein Klos bildete sich mir im Hals und ich dachte nur „Das darf jetzt nicht passieren“. Dieses Gefühl war einmalig und hat sich mir eingebrannt.

Leider gab es auch ein negatives Erlebnis, bei einem Ende hat ein Charakter eine ziemlich bescheuerte Aussage getätigt, und damit den eigenen Ruf für mich komplett ruiniert
Spoiler: (Im Detail: Madison hat nach dem Tod von Shaun zu Ethan sinngemäß gesagt: „Lass uns ein neues machen“. Im nächsten Versuch lies ich sie sterben 😛 )

Musikalische Untermalung

Ein Drama braucht auch eine passende Stimmung. Diese kann unter anderem mit Musik verstärkt werden. Und das macht Heavy Rain sehr gut. Die Musik passt sehr gut zur Stimmung die vermittelt werden soll, siehe der „Klos-im-Hals“-Moment.

Sonstiges

Trophies gibt es nicht, wenn man was geschafft hat, sondern immer erst am Ende des Levels bzw. vor dem nächsten Level. Dadurch wird das Spiel nicht gestört und man kann sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Grafik und Steuerung habe ich nicht einzeln erwähnt, warum? Die Grafik ist gut, keine Frage, aber auch damals war es kein Meilenstein. Die Steuerung ist fricklig und teilweise mehr als ungewöhnlich.

Später gab es noch ein Update um die Move Controller mit einzubinden. Die Steuerung ist dadurch besser geworden und man füllt sich noch mehr ins Spiel integriert.

Es gibt einen Zusätzlichen Story DLC: Epsiode One: The Taxidermist. Wie der Name schon sagt, war der Plan das mehrere DLCs folgen. Die Move Unterstützung hatte, aber zu viel Zeit gefressen. Dieser DLC ist ziemlich teuer, aber ist echt gut gelöst. Dabei ist Madison in einem Haus von einem potenziellen Origami Killer. Dieser Mann ist zwar nicht der Origami Killer, aber durchaus gefährlich.

Mein Senf

Egal wie alt dieses Spiel heute ist, und wie sehr die Steuerung hinter anderen Spielen bleibt, die Gefühle und das „Mittendrin-Gefühl“ wird kaum ein Spiel spiegeln können. Die Vielfalt ist groß und auch wenn die Steuerung – ja sogar die Grafik – nicht sonderlich gut sind, so ist die Freiheit und der Gesamteindruck so positiv, das ich jeden dieses Spiel ans Herz legen möchte.

Mittlerweile ist das Spiel auch für die Playstation 4 erschienen, wer es noch nicht gespielt hat, sollte unbedingt zugreifen!

Meine Wertung:
vollvollvollvollhalb

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Veröffentlicht von Vincisblog

Softwaretester, Technikaffin, Comicnerd und vieles mehr. Gerne auch etwas kleinkariert.

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