[NBA] Playoffs 2016 Western Conference

Lesezeit: 9 Minuten

Lang ist es her, das ich etwas über die NBA geschrieben habe. Eine kleine Playoff Vorschau und der Vergleich zu meiner Prognose von vor knapp 6 Monaten, möchte ich mir nicht nehmen lassen. In diesem Artikel nehme ich mir die erste Playoff Runde der Western Conference vor.

Golden State Warriors | 73:9


warriors„[..] In der Offseason hat man direkt Draymond Greens Vertrag verlängern können. Im Draft konnte man Kevon Looney holen. Dass dieser soweit fallen würde, kann man schon als Glück für die Warriors verbuchen. Bei den Abgängen hat man – wie zu erwarten war – den Bankdrücker David Lee an die Boston Celtics abgegeben. Alles in allem kann man von einer guten Offseason sprechen, es gab aber auch nicht viel zu tun. Ob die Verletzung, und damit auch der Ausfall von Headcoach Steve Kerr ins Gewicht fällt, ist noch nicht ganz sicher. Der Motor wird wohl am Anfang etwas stottern. Trotz der Championchip ist man bei den Buchmachern nur auf Platz 2, gleichauf mit den Spurs. [..]“

Das war mein Zitat von der Prognose. So wie die Warriors aber durch die Saison gepflügt sind, hätte nun niemand erwarten können. Curry hat seine MVP Saison gesteigert und gilt bei manchen sogar als Kandidat für den Most Improved Player Award. Das noch ein Lineup of Death gespielt wird, viele Gegner eine dicke Klatsche bekommen und das man den Starterrekord aufgestellt hat, macht es um so verrückter. Der „ewige“ Bulls Rekord konnte auch noch geknackt werden. Bis auf das erste Spiel in San Antonio haben die Warriors ein weiße Weste gegen die „Großen“, genauer gesagt hat man nur gegen 4 Playoff Teams verloren (Dallas, Boston, Portland und San Antonio). Okay, bei 9 Niederlagen ist das auch nicht so schwer :P. Das wir auch noch von der erfolgreichsten Regular Season sprechen, muss ich glaube ich nicht erwähnen.

Wenn jemand Titelfavorit ist dann die Golden State Warriors!

Houston Rockets | 41:41

rockets„[..] In der Offseason kümmert man sich um die Verträge von Patrick Beverly, Corey Brewer und K.J. McDaniels. Josh Smith ging lieber zu den Clippers. Mit Ty Lawson hat man ein gutes Geschenk aus Denver bekommen, dafür wurden Kostas Papanikolaou, Nick Johnson, Joey Dorsey und Pablo Prigioni – die maximal als Rollenspieler einzustufen sind – abgegeben. Die Playoffs sind mehr als drin. Im Knüppelharten Westen hängt aber alles Weiteres von den Matchups ab. Sollten diese „gut“ ausfallen, ist auch wieder das Conference Final drin, aber eigentlich sollte nach Runde 2 Schluss sein. Spurs, Warriors und Clips sind aktuell besser einzuschätzen, wenn nicht sogar die Thunder.[..]“

Das man jetzt schon in Runde 1, das Rematch von den Conference Finals von 2015 sieht, kommt einer Überraschung gleich. Aber nicht weil die Rockets so weit gefallen sind, sondern weil sie es in die Playoffs überhaupt geschafft haben. Der Start war mies, Harden war alles nur kein MVP-Kandidat. Kevin McHale musste gehen, unter Neu Coach J.B. Bickerstaff wurde es nicht besser. Ty Lawson passte überhaupt nicht zu Harden. Howard und Harden haben angeblich beef, Josh Smith ist dann wieder zurückgekehrt. Aber die Playoffs waren nur am Rand wahrzunehmen. Im letzten Spiel konnten sie aber noch an den Jazz vorbei schlüpfen und das Ticket für Runde 1 ziehen.

Auch wenn es eine Katastrophale Saison war, die Warriors absolut übermächtig scheinen, so haben die Rockets durchaus Chancen. Vielleicht sogar bessere als die Jazz. Trotz allem tippe ich auf einen – vom Ergebnis her – eindeutigen Sweep, die Spiele werden aber knapp.

warriors

4:0

rockets

San Antonio Spurs | 67:15


spurs„[..] Kawhi Leonard und Danny Green haben einen Maximalvertrag bekommen. Tim Duncan und Manu Ginobili haben um ein Jahr verlängert. David West konnte man für ein Minimalvertrag verpflichten. Aber der Big Deal war LaMarcus Aldrige! Das sich LA für die Spurs entschieden hat, war die Faustdicke Überraschung. Um ihn zu Verpflichten, musste man Aron Baynes, Marco Belinelli und vor allem Tiago Splitter abgeben. Viele sehen die Spurs als die Über-Contender. Für mich sind sie „nur“ ein Contender. Playoffs sind logischerweise das Minimalziel. Conference-Finals sind durchaus möglich. [..]“

Ganz oben einordnen wollte ich sie dann doch nicht, aber am Ende, waren sie doch absolut stark. Die Warriors konnte man Zuhause sehr gut im Zaum halten. Sonst war man Zuhause eine Macht und spielt locker den Stiefel runter. Bis auf das vorletzte Heimspiel konnte man alle anderen Spiele Zuhause gewinnen. Nachdem alle Mannschaften getradetet haben, wurde „alte“ Spieler auf die Straße gesetzt und die Spurs langten zu (Martin und Miller).

Für mich ist fast klar das es ein Duell um den Sieg im Westen zwischen Warriors und Spurs geben muss/wird. Darauf darf und soll man sich freuen! Auch wenn die Warriors drei der bisherigen vier Spiele gewonnen haben.

Memphis Grizzlies | 42:40


grizzlies„[..] Wenn man in der NBA von einem Meisterschaftsfavoriten (oder auch Contender) spricht, fallen viele Namen, die Grizzlies werden aber so gut wie nie erwähnt. Und das ist ein absoluter Fehler! Memphis hat einen starken Kader und ein klassisches Spiel. Aktuell ist in der NBA Smallball und Run’n’Gun angesagt, in Memphis geht es um starke bissige Defensive. Das Shooting ist aber nicht ihre Stärke. Die wichtigste Aufgabe war Marc Gasol zu halten. Der hatte null Absichten den Franchise aus Tennessee zu verlassen. Er unterschrieb sofort. Nach der Saison ist Conley der nächste wichtige Free Agent. Kosta Koufos wurde abgegeben und dafür kommt Brandon Wright. Dieser kann vor allem im Pick’n’Roll den Grizzlies mehr Tiefe geben. Dazu kommt noch Matt Barnes, der quasi schon immer ein Grizzlie war, er passt perfekt in den Kader. Für die Playoffs sind sie gerüstet, wie weit es geht ist im Westen nur schwer zu prognostizieren. [..]“

Nun ja, zum Contender zählen die ausgezehrten Brummbären nicht mehr. Man startete katastrophal in die Saison. Das Grit’n’Grind schien Geschichte zu sein. Man kämpfte sich ran um dann komplett in Verletzungspech zu versinken. Eine Rumpftruppe blieb und Biss sich in die Playoffs fest. Das man dort aber eine Chance hat, sollte aber außer Frage stehen. Zumal man auch noch durchgereicht wurde und am Ende nur Platz 7 belegte. Gegen die scheinbar übermächtigen Spurs, gibt es einen Sweep.

spurs

4:0

grizzlies

Oklahoma City Thunder | 55:27


thunder„[..] In der Offseason hat man mit Kyle Singler und Enes Kanter verlängert. Damit muss man Luxussteuer bezahlen, aber lieber so, als wie damals, als man einen gewissen James Harden abgegeben hat, um keine Luxussteuer zu zahlen. Nach der Saison wird Kevin Durant Free Agent. Eine gute Saison mit den Thunder wird sicherlich die Chancen auf einen Verbleib in Oklahoma erhöhen. Abgänge fallen mit Perry Jones und Jeremy Lamb überschaubar aus. Das man Scott Brooks entlassen hat, war eine kleine Überraschung. Die Aufgabe von Neucoach Billy Donovan ist sicher keine leichte, auch wenn der Kader hochtalentiert ist. Alles in allem ist OKC ein Contender! Und das heißt die Playoffs werden diesmal erreicht, es sei denn, es verletzt sich wieder die halbe Mannschaft. Am Zug wären sie langsam mal. [..]“

OKC ist locker durch die Regular Season spaziert, mit den großen zwei konnten sie nur bedingt mithalten. Das Wahnsinnsspiel gegen die Warriors bleibt aber im Gedächtnis. Billy Donovan hat noch seine Probleme, das sieht man unter anderem daran, das Westbrook und Durant immer wieder zusammen auf der Bank sitzen. Was man unbedingt vermeiden muss. Auch viele vierte Viertel werden verschenkt. OKC hat noch einen Extragang, diesen müssen sie aber endlich einlegen, ob sie ihn auch finden, bleibt fraglich. So reicht es gegen Spurs und die Warriors nicht, auch wenn es 6-7 gute und enge Spiele werden würden. Runde 1 sollte aber zum Aufwärmen reichen.

Dallas Mavericks | 42:40


mavericks„[..] Wo fängt man bei den Mavericks an? Letzte Saison, steht’s auf Playoff Kurs. Am Ende gab es die deutliche Niederlage gegen die Rockets. Rondo wurde in der Serie bereits ausgemustert und somit ist er einer der Abgänge der Mavericks. Man hat Tyson Chandler abgegeben um sowohl Platz unter dem Cap, als auch auf Center zu bekommen. Man wollte dafür DeAndre Jordan holen. Man bekam die Mündliche Zusage, Contender war man mit Jordan nicht, aber ein sicherer Playoff Kandidat. Jordan sagt ab und Dallas stand vor einem Scherbenhaufen. Deswegen holte man Zaza Pachulia, Javall McGee und Samuel Delembert. Die großen Verpflichtungen waren aber Wesley Matthews und Deron Williams. Gegangen sind Monta Ellis, Al-Farouq Aminu und Amar’e Stoudemire. Am Anfang der Saison sind viele Verletzt, es ist schwer den achten Platz im Westen zu bestimmen. Die ersten Sieben sind „gesetzt“. Um Platz acht kämpfen 3-4 Teams und da sehe ich Dallas knapp vorne, trotz der vielen Verletzten zu Beginn der Saison. [..]“

Nicht viele haben die Mavericks in den Playoffs gesehen, ich schon und ich sollte recht behalten. Man fing recht ordentlich an und Zaza spielte überraschend gut. Dirk bekam immer wieder seinen zweiten, dritten und vierten Frühling. Am Ende wurde es noch mal knapper. Durch schwache Grizzlies hat man sich sogar noch auf Platz 6 gerobbt. Aber was bringt einem das knappe erreichen der Playoffs? Wahrscheinlich einen Sweep gegen den Thunder, aber ich gebe den Mavs einen Sieg.

thunder

4:1

mavericks

Los Angeles Clippers | 53:29


clippers„[..] Was eine Offseason bei den Clippers! [..] In der Offseason kämpfte man in aller erste Linie, um die Rechte an DeAndre Jordan. Er sagte mündlich den Dallas Mavericks zu, eine Katastrophe für Lob City. Die 5 wäre quasi unbesetzt gewesen. Er entschied sich um und alle waren sie glücklich. Plötzlich war man Contender. Man holte außerdem Paul Pierce, Wesley Johnson, Josh Smith, Cole Aldrich, Lance Stephenson und Pablo Prigioni. Dafür mussten unteranderem Matt Barnes und Spencer Hawes gehen. Auch den Sohnemann von Coach Doc Rivers, Austin Rivers, konnte man einen neuen Vertrag anbieten. Das Pierce die gewissen Playoff Momente hat, wissen wir alle. Stephenson könnte ein Riskio sein, wenn er aber auf Pacers Niveau spielt, könnte er eine absolute Bereicherung sein. Johnson und Smith sind für die Konditionen ein Steal. Im letzten Jahr hatte man eine dünne Bank, das ist dieses Jahr anders. Die Clippers sind nun die neuen Bad-Boys der Liga und einer der größten Favoriten auf den Titel. [..]“

Wo soll man bei den Clippers nur anfangen? Es lief am Anfang gar nicht, die großen Neuzugänge Josh Smith, Lance Stephenson und Paul Pierce funktionierten nicht, die Clippers strauchelten, und mussten unter anderem gegen die Warriors Prügel einstecken. Dann verletzte sich Griffin, bis zu Deadline gingen auch noch Josh Smith (Rockets) und Stephenson (Grizzlies). Die Mannschaft steigerte sich, Gewann wieder und die Stimmen wurden laut: „Griffin muss/kann/soll weg“. Nach einem kleinen Intermezzo (Hand gebrochen plus Sperre) ist er nun wieder fit. Sportlich sind die Clippers locker in die Playoffs eingezogen, zu mehr reicht es aber nicht. In Runde 2 ist dann definitiv Schluss, vielleicht schon nach 5.

Portland Trail Blazers | 44:38


blazers„[..] Schon alleine die Zugänge und Abgänge in Portland könnten Seiten füllen. Aber fangen wir doch mit dem Grund von allem an: Gute Reagular Season, schlechte Post Season. Also gibt es den Rebuild. Von der Starting Five bleibt nur Damian Lillard, der einen dicken Vertrag bekommen hat. Aldrige ist bekanntlich zu den Spurs, Batum nach Charlotte, Lopez zu den Knicks und Matthews nach Dallas. Al-Farouq Aminu hat auch einen neuen, eher fragwürdigen, Vertrag bekommen.
Mason Plumlee, Noah Vonleh wurden unter anderem verpflichtet. Allein was an Talent gegangen ist und was an Talent gekommen ist, kann man sagen: Eine katastrophale Offseason. Aber der Umbruch war notwendig, und vielleicht auch nicht mehr abwendbar. Also kann man auch sagen das sie das Beste, aus der Situation gemacht haben. Lillard wird wohl mehrere Abende drauf ballern und Punkte um Punkte machen. Nächte mit mehr als 30 Punkten, sind wohl nicht die Seltenheit. Für die Postseason reicht es hinten und vorne nicht. [..]“

Auch wenn die Aussagen von damals sehr deutlich klingen, so waren die Blazers bei mir Gedanklich in den Kampf um Platz 8 involviert, haben diesen aber verloren. In der Realität spielte Lillard auf und bekam Unterstützung von einem waschechten Most Improved Player: C.J. McCollum. Unfassbar wie stark er aufspielte. Von den wenigen Niederlagen der Warriors, gab es nur 2 Mannschaften die die Warriors richtig gezeigt haben wie man gegen sie spielen kann. Neben den Spurs, waren es die Blazers. Das die Blazers fünfter geworden sind, zeigt das sie eine kleine „Cinderella Story“ abgeliefert haben. Nicht wenige gingen sogar vom schwächsten Team im Westen aus.

Die erste Runde wird wohl nur bis zu Spiel 5 oder 6 gehen, aber gegen die großen reicht es (noch) nicht.

clippers

4:2

blazers

Die Prognosen gibt es übrigens hier und hier.

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