[SENF] Warum kosten Drittanbieter Twitter-Clients so viel Geld?

Lesezeit: 3 Minuten

Wer von euch Twitter nutzt, wird sicherlich irgendwann an den Punkt ankommen, an dem Funktionen in der offiziellen Twitter App fehlen, oder die Timeline nicht ausreichend gut sortiert ist. Für mich der wichtigste Punkt: Geräte übergreifende Synchronisation von der Timeline Position. Aber warum kosten die Drittanbieter Clients von Twitter immer so viel Geld?

In Deutschland wird Twitter nur am Rande wahrgenommen, nicht viele können etwas mit Twitter anfangen und doch bleibt es ein sehr beliebtes soziales Netzwerk. Wer sich mobil einloggen möchte, ist mit der Twitter App schon mal ganz gut versorgt. Viele Plattformen werden unterstützt, viele Funktionen (Pull to Refresh, Wischen für Aktionen) sind aus der Twitter App, in andere Apps gewandert. Für mich fehlt aber die Möglichkeit die Position der Timeline abzuspeichern. Ich möchte Geräte unabhängig, da weiterlesen wo ich bei einem anderen Gerät aufgehört habe. Auch die Timeline enthält in der normalen Twitter App oft Werbung bzw. Einträge die Älter sind (Das könnte sie interessieren bzw. das haben sie verpasst).  Also kann man sich doch mal im Store nach einer Alternative umschauen, oder? Ja kann man, und viele sind richtig gut. Aber warum sind die so teuer?

Twitter ist Schuld!

Bitte was? Was kann denn Twitter dafür, wenn App Entwickler viel Geld für ihre Apps verlangen? Es fing damit an, als Twitter vor einigen Jahren eine Grenze pro Twitter Client eingeführt hat. Jeder darf einen Client bauen und verkaufen, aber es dürfen nur 100.000 Nutzer pro Client auf den Twitter Server. Soll heißen: ist diese Zahl erreicht, darf kein neuer mehr mit der App auf die Twitter Server. Das klingt vielleicht viel, ist es aber nicht. Denn jeder der sich einmal mit so einem Client einwählt, nimmt eine sogenannte Tokennummer weg. Auch wenn er diese nicht mehr verwendet, also zum Beispiel die App testet und dann deinstalliert, ist der eine Platz weg.
Um eine Entwicklung noch zu Ermöglichen haben die Hersteller zwei Optionen: App Preise hoch nehmen und öfters kostenpflichtige Updates zur Verfügung stellen.

App Preise

Wer die Twitter Client Landschaft anschaut, stellt schnell fest: es gibt sehr viele. Beispielhaft seien folgende genannt (Preise aus dem Apple App Store): Tweetbot 9,99 €, TweetList for Twitter 4,99 €, Echofon Pro for Twitter 4,99 €, TweetCaster Pro for Twitter 4,99 € und Tweetings for Twitter 2,99 €. Das sind schon teilweise hohe Preise. Meistens gibt es dann noch In-App Kaufoptionen, dadurch lassen sich immer noch ein paar Taler dazu verdienen. Aber warum muss der Preis so hoch sein? Ganz einfach: es soll abschrecken. Je billiger eine App ist, desto mehr kaufen diese App. Durch die Token Grenze, will der Hersteller der App aber keine Millionen Kunden, sondern nur die erlaubte Anzahl der Nutzer. Nicht mehr und nicht weniger. Dabei will man nicht nur die Nutzerzahl erreichen, man möchte auch das maximale an Umsatz aus diesen Apps generieren.

Warum zahle ich so viel, um dann in 2 Jahren eine alte Version zu haben?

Diese Frage geht leider auch mit dem Tokenproblem Hand in Hand. Denn wenn das Limit erreicht ist, kann der Apphersteller kein Geld mehr verdienen. Schließlich kann niemand mehr die App nutzen. Also werden dann „Neue“ kostenpflichtige Versionen / Updates in den Store gestellt. So kann – wer will – die neue Version kaufen oder die alte Version nutzen. So ergeben sich dann auch mehrere potenzielle Kunden für den App Hersteller. Nicht jeder der mehr als 3 Euro für eine App ausgegeben hat, gibt nochmal so viel für die nächste Version aus und gibt so seinen Platz für die nächste Version frei.

Was bleibt?

Ein ungutes Gefühl bleibt. Wenn man Geld in die Hand nimmt, egal bei was, möchte man nicht in kurzer Zeit eine alte Version haben. Das muss man aber leider bei Twitter Clients (wenn es doof läuft). Vor allem Kunden von Tweetbot 3 hatten das Problem Ende 2015. Zu diesem Zeitpunkt kam die neue Version 4 auf dem Markt und alle Tweetbot 3 Kunden mussten Geld zahlen um die neue Version zu verwenden. Das Tapbots (die Entwickler) ein Rabatt für Bestandskunden haben, macht es nur ein bisschen erträglicher. Bei Apps kauft man oft für die Ewigkeit und kennt dieses Muster eher weniger.
Das ist alles eher unbefriedigend. Aber so ist es nun einmal und jeden Entwickler verstehe ich in diesem Punkt. Die Bewertungen der Apps sind auch besser, es werden oft „Wutbürger“ fern gehalten und das Geld wird in Qualität investiert (natürlich nicht bei allen).

Wer Twitter häufig nutzt, sollte sich – wenn nicht schon geschehen – einen der guten Twitter Client anschauen. Sie bieten durchaus Mehrwert und sind oft ihr Geld wert.

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