[SENF] Apple und der Mythos des Absteigenden Astes

Lesezeit: 3 Minuten

Nachdem Apple vor etwa zehn Jahren das iPhone vorgestellt hat, wurde es belächelt. Die Konkurrenz konnte dem Bedienkonzept nichts abgewinnen und sah die eigenen Produkte im Vorteil. Was dann folgte war – auch für nicht Apple Fanboys – ein unglaublicher Erfolg. Jedes iPhone wurde noch besser verkauft, vorbestellt und warf mehr Gewinn ab. Ein Traum für ein Unternehmen. Jetzt ist alles vorbei! Das behaupten zumindest Wirtschaftsexperten. Was ist da dran?

Anlass

Wie jedes Jahr um die ähnliche Zeit, hat Apple seinen Jahresabschlussbericht veröffentlicht. Mal wieder konnten sich die iPhones besser verkaufen und sehr viel Gewinn abwerfen. So wie jedes Jahr.
Hier die Quartalszahlen der letzten Jahre:

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Und so sehen die Verkaufszahlen der einzelnen Geräteklassen aus:

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Das große Problem, Apple wird immer abhängiger vom iPhone. Alle anderen Produkte sind nicht rentabel genug um den hohen Erwartungen gerecht zu werden. Das Tablets nicht mehr wirklich ankommen, habe ich bereits hier geschrieben. Der Mac ist und bleibt ein Nischenprodukt. Das iPhone hingegen rockt weiterhin:

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Aber wie lange, kann Apple noch auf das iPhone bauen?

Die Wirtschaftliche Meinung

Unendliches Wachstum ist unmöglich! Irgendwann muss Apple aus dem Kreis des immer besser werden ausbrechen. Und der Zenit, der Scheitelpunkt, der höchste Punkt ist erreicht! Höher geht es nicht und deswegen müssen sie ab sofort, oder in ein paar Monaten, oder doch in Jahren, mit Einbrüchen rechnen. Das schon der Zeitpunkt unklar ist, sollte gut illustrieren, warum dieser Standpunkt, auf tönernen Füßen erbaut ist. Aber die hohe Abhängigkeit vom iPhone ist natürlich eine Gefahr, die gepaart mit dem immer steigenden Wachstum, zu einem Problem werden kann. Man ist es schließlich gewohnt. Eine Pleite ist auszuschließen, zu hoch sind die Rücklagen, aber das abrutschen in die Bedeutungslosigkeit kann folgen, wenn man nicht auf den Markt reagiert.

Die Apple Fanboys

Nein nicht die Meinung der Fanboys ist hier gefragt, sondern wie diese handeln. Denn es gibt viele Menschen, die blind das nächste iPhone, oder ein noch späteres iPhone kaufen würden. Wie gut oder schlecht spielt genauso wenig eine Rolle, wie die Verkaufszahlen und der Gewinn der letzten Generation. Schon vor der Vorstellung – und den definitiven Fakten – sind Leute bereit dieses „next Thing“ zu kaufen.
Diese Leute darf man nicht unter dem Teppich kehren, denn sie sind da draußen. Es mögen nicht mehr als 10% der Käufer sein, aber sie sind da.

Mein Senf

Apple wird dieses Jahr ein kleines iPhone vorstellen, das ist so gut wie sicher. Es gibt durchaus einige die sich diese Größe wünschen. Das steigert die Verkaufszahlen. Das nächste iPhone wird wohl auch gut ankommen, auch wenn der Kopfhöreranschluss wegfallen sollte. Die nächste iOS Version (9.3) befindet sich in der Beta, und liefert nützliche Funktionen. Ein „echtes“ Kabelloses Laden, scheint sich bei Apple in der Entwicklung zu befinden. Das klingt aus Technischer Sicht, nach guten Aussichten. Klar müssen sich diese Punkte nicht positiv auf den Verkaufszahlen auswirken. Möglich ist es aber alle mal. Auf der anderen Seite ist der Markt satt, die Innovation in den letzten Jahren gering und die aktuellen Quartalszahlen kaum zu toppen.

Ist das eine Rechtfertigung um Apple an den Aktienmärkten abzustrafen? Nein überhaupt nicht! Das zeigt wie Wirtschaftsschädlich der Aktienmarkt ist. Apple präsentiert gute Zahlen und wird dafür – wegen möglichen zukünftigen schlechteren Zahlen und zu hohen Erwartungen – abgestraft. Die Aktie ist in Deutschland um 5 Punkte gefallen, in New York am Abend der Vorstellung sogar um 6,6%. Hintergrund die Erwartungen waren das Apple einen Quartalsumsatz von 76,5 Milliarden Dollar einfährt, tatsächlich waren es „nur“ 75,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn ist bei einem neuen Rekord von 18,4 Milliarden Dollar angelangt. Ihr merkt schon, Apple geht es gut, sie wachsen immer noch weiter und trotzdem ist der „Markt“ enttäuscht. Das ist schlicht, absoluter Humbug.

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