[Serie] Marvel’s Luke Cage [Staffel 1]

Netflix und Marvel haben den Markt erkannt. Neben Daredevil und Jessica Jones, kommt nun der dritte “Superheld” nach New York und in unser Wohnzimmer. Die Nummer 3 heißt Luke Cage. Wer ist Luke Cage? Warum steht Superheld in Anführungszeichen? Und ist die Serie sehenswert?

In den nächsten Zeilen werdet ihr wohl oder übel, über diverse Spoiler stoßen, sie sind klein, aber ihr seid ja jetzt gewarnt.

Der Vorspann

Ähnlich wie bei Jessica Jones und Daredevil bekommt man einen schicken Vorspann, der aber viel zu lang ist und wenig zu bieten hat. Einmal anschauen reicht. Aber macht euch doch selber ein Bild:

Der Plot

Luke Cage ist ein großer Mann mit einer undurchdringbaren Haut. Er ist super stark, arbeitet aber als Tellerwäscher und macht kleine Aufgaben in einem kleinen Friseursalon. Besitzer ist Pop, der auch der Schwiegervater von Luke ist und die gute Seele von Harlem.

Luke wird in einem Sumpf aus Drogen, Waffenhandel und Politik an die Öffentlichkeit gezerrt. Er zieht keine Maske auf – deswegen der Superheld in Anführungszeichen – aber er setzt sich für die Bürger von Harlem ein. Er tötet nicht und lässt sich nicht kaufen.

Claire Temple taucht auch in Luke Cage auf. Sie war ebenfalls in Daredevil zu sehen. Die ersten zwei Staffel sind genauso vor Luke Cage wie Jessica Jones. Das ist aber nicht ganz übersichtlich, aber wozu gibt es so etwas wie Wikipedia.

Mit der Zeit wird auch die Vergangenheit von Luke bekannt. Er hieß nicht immer Luke, er wurde fälschlicherweise ins Gefängnis gesteckt und bei einem Experiment fast getötet. Die Folge sind seine Superkräfte.

Spulen wir nochmal zum Anfang der Staffel zurück. Zu Beginn geht eine Waffenlieferung schief. Mitten drin, ein Angestellter aus dem Friseur in dem Luke arbeitet. So dass der heimliche König von Harlem: Cottonmouth auf Luke aufmerksam wird.

Luke Cage entwickelt sich aber zusehends. Zu Beginn ist er sich zwar seiner Stärke bewusst, setzt diese aber so gut wie nie ein (mal abgesehen um eine Waschmaschine anzuheben, um etwas hervorzuholen 😉 ). Sowohl die Antagonisten, als auch die Cops, werden gut dargestellt. Die Gewalt ist schon früh allgegenwärtig und sicher nichts für Schwache Nerven.

Der Spannungsbogen beginnt ab Folge zwei sich stark zu spannen, um eine Finale Konfrontation zwischen Cottonmouth und Luke Cage zu münden. Das dies aber nicht am Ende der Staffel kommt und noch weitere Antagonisten dazukommen, ist auf der einen Seite unerwartet, aber auf der anderen Seite etwas Schade. Ein finaler Clutch zwischen Cottonmouth und Luke Cage wäre mir lieber gewesen. Zumal Cottonmouth zur Mitte der Staffel auch noch Sympathie Punkte sammeln konnte. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie er zu dem wurde, der er am Ende war.

Luke setzt sich immer wieder für die Bewohner von Harlem ein und beschützt sie vor Unheil. Ein „echter“ Superheld würde wohl nicht akzeptiert werden, so ist er einer von ihnen.

Es folgt der Obermotz Diamondback. Dieser ist (ACHTUNG GROßER SPOILER) trotz Verwandtschaft zu Luke Cage, deutlich unpersönlicher. Beinah will man sagen: der kann doch niemals mehr Macht und Einfluss als Cottonmouth haben. Da er viel zu Emotional und zu unüberlegt handelt.

Mein Senf

Die Serie wird gut erzählt. Auch wenn Luke Cage der Namensgeber ist, kommen andere Schauspieler und Geschichten nicht zu kurz. Manche Folgen enden mit einem Cliffhanger, natürlich nicht jede. Kommt es zu einem Cliffhanger, ist dies durchaus gut gelöst.

Gut finde ich das immer wieder über Basketball und die NBA gesprochen wird. Aber die Gefahr besteht hier, das man eventuell Zuschauer verliert wenn man sich zu stark auf ein solches Thema bezieht. Gut das man hier einen guten Mittelweg gewählt hat. Hat man keine Kenntnisse, kann man trotzdem folgen. Wenn man sich auskennt, ist es aber umso besser.

Die Serie eignet sich perfekt zum durchsuchten und hat mir besser gefallen als Jessica Jones, aber nur von der Grundkonstellation. Zwar bietet Luke Cage mehr Action, gute Schauspieler, eine sehr gute Charakter Entwicklung, aber die letzten Folgen zogen kräftig an dem Gesamteindruck. Dazu kommt das die Story (leider) – im Verhältnis zur Gesamtlaufzeit – recht dünn ist. Da ist Jessica Jones besser zu bewerten.

Gesamtwertung:

vollvollvollhalbnull

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