[Serie] Marvel’s The Defenders [Staffel 1]

Nachdem die einzelnen Marvel Helden Daredevil, Jessica Jones, Luke Cage und Iron Fist ihre eigene Serie bei Netflix bekommen hatten, ist es nun die 4 in einer gemeinsamen Serie und einem gemeinsamen Feind auf- und antreten zu lassen. Wie schlägt sich Defenders? Passt die Serie zu den anderen Marvel Netflix Serien?

Der Vorspann

Wie der Vorspann von Defenders ist? Naja genauso wie bei den anderen Marvel Netflix Serien. Man bekommt den üblichen längeren Vorspann, dabei werden die Helden gezeigt und in der jeweiligen Farbe dargestellt. Unterlegt wird das Ganze von etwas Gedudel. Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich atemberaubend. Die neue Netflix Funktion, um Intros zu überspulen, wurde 7 mal angewendet 🙂 .

Was muss ich vorher gesehen haben?

Es gibt bekanntlich vier Serien die vor The Defenders spielen. Daredevil hat als einzige 2 Staffeln. Wenn ich noch nicht alle gesehen habe, kann ich dann The Defenders sehen? Ja, wenn ihr die Staffel 2 von Daredevil und Iron Fist gesehen habt, reicht es vollkommen. Luke Cage hat fast keine relevanten Infos für die Serien parat, gleiches gilt für Jessica Jones und in Ansätzen für Staffel 1 von Daredevil. Habt ihr alle gesehen, wird es aber nicht euer Schaden sein.

Der Plot

Bevor wir zum Plot kommen der Schnell-Plot: Die 4 Protagonisten Daredevil, Jessica Jones, Luke Cage und Iron Fist kommen zusammen, um den finsteren Plan der Hand, New York zu zerstören, zu vereiteln. Wer nicht mehr wissen muss, kann hier aufhören zu lesen.

Luke Cage sitzt – wie wir aus seiner ersten Staffel wissen – im Gefängnis. Er wird entlassen und von Foggy Nelson vertreten. Danny Rand hingegen kämpft mit Alpträumen von der Hand, schließlich haben diese K’un-L’un zerstört. Eine Frau sucht mit ihrer Tochter die Hilfe von Jessica Jones, da ihr Mann vermisst wird. Jessica lehnt ab, sucht aber dennoch nach dem Mann. Matt hingegen hat den Teufel von Hell’s Kitchen hinter sich gelassen.

Madame Gao trifft sich mit einer Frau. Zu dem Zeitpunkt ist noch nicht bekannt, das es sich um Alexandra – einer der Finger der Hand – hält. New York wird von einem Erdbeben erschüttert und wir bekommen Elektra zu Gesicht. Die sollte eigentlich Tod sein und ist nun der Black Sky der Hand. Namentlich ist Black Sky schon in einigen Staffeln aufgetaucht.

Der verschwundene Mann – Mr. Raymond – taucht in Jessica Jones Büro auf. Er nimmt Cole als Geisel. Elektra kommt dazu und tötet Mr. Raymond. Dann kommt es zum ersten Aufeinandertreffen von Luke Cage und Iron Fist. Ein harter Schlagabtausch entsteht. Stick wurde von Alexandra gefangen. Nachdem Mord an Mr. Raymond benötigt Jessica rechtlichen Beistand, diesen übernimmt Matt Murdock. Stick kann entkommen.

Claire merkt das Danny und Luke zusammen arbeiten müssen. Sie finden gemeinsam raus, das die Hand ihre Zentrale bei Midland Circle hat. Also machen sich die beiden dahin auf. Danny möchte mit der Chefin des Unternehmens Alexandra reden. Er verhandelt erst und dann eskaliert das Meeting und alle beginnen gegen einander zukämpfen. Matt und Jessica kommen dazu. Da Matt nicht mehr als Daredevil unterwegs ist, nimmt er den Schal von Jessica um sich zu maskieren. Und so sind die Defenders zum ersten Mal – noch unfreiwillig – zusammen.

Sie sehen sich noch sehr skeptisch. Danny kauft ein China Resteraunt und alles von der Karte, um sich mit den „Defenders“ zu unterhalten. Matt möchte da nicht mit machen, er würde zwar gerne gehen, bleibt aber. Stick kommt dazu. Er gibt Einblick in die Hand und die 5 Finger. Jessica hat zu viel und geht. Aber sie überlegt es sich anders und die Folge endet imposant mit ihrer Rückkehr.

Sie machen sich einen Plan und kämpfen gegen die Hand. Matt möchte aber lieber Elektra zurückgewinnen und löst sich von der Gruppe. Luke wird entführt und die übrig gebliebenen fliehen ins Dojo von Colleen. Luke kommt alsbald frei und nach. Backuto – einer der 5 Finger und fester Bestandteil der Iron Fist Serie – weilt wieder unter den Lebenden. Matt entscheidet sich wieder als Daredevil aufzutreten. Die Defenders verstecken alle ihre Freunde im Polizeirevier, weil sie Angst um ihr Leben haben. Matt erzählt von seiner Vergangenheit mit Elektra.

Die Hand ist wegen Iron Fist in New York. Denn die Iron Fist dient als Schlüssel um etwas zu öffnen. Danny soll deswegen nicht im Kampf gegen die Hand eingreifen, Stick geht sogar so weit, das er vorschlägt das sie Danny töten sollen. Um Danny zurückzuhalten greift ihn Matt an. Weil Danny sich zur Wehr setzt, müssen Jessica und Luke eingreifen. Gemeinsam können sie Danny ausschalten. Trotzdem kommt kurze Zeit später die Hand an Iron Fist. Es kommt zu einem überraschenden Moment. Konkret handelt es sich um einen Spoiler: Elektra tötet Alexandra.

Aus Gründen möchte ich das Ende in einen Spoiler setzten, lesen auf eigene Gefahr (der genannte Comic kann hier erworben werden) :

Luke und Jessica sind im Polizeirevier und angeklagt. Matt versucht sie rauszuhauen. Sie fliehen und kämpfen gegen die Hand. Danny kämpft derweil gegen Elektra. Dabei legt die Iron Fist den Strom in New York lahm. Colleen und Claire kommen zu den Defenders und wollen das Gebäude sprengen, die einzige Chance um die Hand zu vernichten. In dem Gebäude muss unterirdisch die Hand sein, also machen sie sich auf den Weg nach unten. Colleen trifft auf Bakuto. Matt stellt sich Elektra. Jessica kann Luke und Danny vor dem sicheren Tod retten. Das Gebäude wird wirklich gesprengt. Matt bleibt aber bei Elektra sie küssen sich. Jessica öffnet wieder ihr Büro und alle denken das war’s mit Matt. Danny schaut über New York wie Dardevil. Während Matt unter Nonnen erwacht, wie aus der Szenen aus dem Comic „Auferstehung“. Genau diese Geschichte wünscht sich übrigens der Schauspieler von Matt für die dritte Daredevil Staffel.

Mein Senf

Zu Beginn sind die 4 sich nur flüchtig bekannt und jeder Charakter bekommt seine eigene Farbe, die dann stark präsent in jeder Szene gezeigt wird. So sind Szenen mit Matt immer deutlich von Rot geprägt (ob nun per Filter oder mit Wänden, Beleuchtung etc.). Jessica Jones bekommt einen kalten blauen Ton. Lukes Szenen werden im Gelb gezeigt und Danny bekommt eine grüne Beleuchtung. Das ist am Anfang dezent und fällt nur auf wenn man es weiß und darauf achtet. Dann nimmt es aber zu und ist schon fast zu krass. Beste farbliche Szene war für mich der Spaziergang von Luke unter Bäumen mit gelben Blättern und seinem geilen gelben T-Shirt. Insgesamt gefällt mir die Idee, auch wenn sie dann nachdem Zusammentreffen verworfen wurde.

Welcher Antagonist gefiel mir in den Marvel Serien am wenigsten? Richtig die Hand, und dass diese Organisation wieder Antagonist ist, hat die Serie schon mal ein paar Punkte gekostet. Die Serien wurden immer mehr in diese langgezogenen Folgen verwandelt. Das war bei Luke Cage so, und wurde später bei Iron First noch stärker. Die Folgen laufen dabei immer sehr gleich ab. Man fängt die Folge an, nach 10-20 Minuten denkt man sich schon was man nach der Folge alles tun kann. Es zieht sich weiter, man ist bei knapp 40 Minuten und steht kurz davor zu sagen: „das reicht für heute“. Dann eine krasse Szene, Cliffhanger und Abspann. Ich schaue meine Frau an und wir sagen im Chor: „Noch eine?“. Und dann beginnt das Spiel von vorne. Also das Ende einer Folge ist hervorragend, die Serie insgesamt langatmig und mal ganz ehrlich, richtig viel ist in den 8 Folgen nicht passiert. Gut das es nicht, wie bei den anderen Serien, 13 Folgen gibt. Empfehlenswert wäre es auch sicherlich wenn Netflix nicht die gesamte Staffel, sondern jeder Woche nur eine Folge veröffentlichen würde. Das würde den Hype mehr schürren und insgesamt der Serie ein besseres Fazit geben. Sie ist – für mich – nicht geeignet zum Durchsuchten, dabei kommt mehr Hass als Liebe für die Serie auf.

Danny wirkte bereits bei Iron Fist wie ein bockiges Kind. In The Defenders wurde das noch deutlich stärker gezeigt und nervte teilweise. Sein Reichtum und das er die Iron Fist ist, macht ihn arrogant und somit sieht er sich selbst über den anderen und möchte alles wieder ins Lot bringen. In Kombination funktioniert Iron Fist mit Luke Cage deutlich besser. Hier ist eine Heroes for Hire Serie absolut wünschenswert.

Die ersten Folgen, bevor und kurz nachdem sie zusammengekommen sind, gefielen mir ganz gut. Auch wenn es etwas gezogen wurde, war das ein Katalysator für mehr Spannung. Nur leider fehlte der laute Knall am Höhepunkt. Später haben sie sich gefunden, ob nun richtig oder nur Notgedrungen, gerät immer weiter in den Hintergrund.

Die Nebenrollen sind auch sehr unterschiedlich geschrieben. Manche haben nur wenig Screentime bekommen, während andere deutlich größer Rollen zugeschrieben wurden. Gleiches gilt auch für die Finger der Hand. Manche werden prominent gezeigt, während andere kaum eingebunden werden. Insgesamt ist die Balance nicht sonderlich gut.

Warum die Serie ab 16 ist, zeigen diverse abgetrennte Körperteile und auch Elektras überraschender Angriff. Es hätte aber auch gut und gerne ab 18 sein können. Auch wenn diese Szenen ausgewählt und kurz sind.

Wer die anderen Serien gesehen hat und gut fand, wird auch The Defenders gut finden. Wer sich aber an zu vielen Längen gestört sah, wird hier genau das bekommen. Ich fand die Serie ok. Einmal schauen, am besten schnell, denn es ist irgendwie schon eine Qual, so viel Zeit in eine Serie am Stück zu stecken, in der wenig passiert. Ich bin auch selbst überrascht wie wenig mir Defenders insgesamt gefallen hat, das liegt aber auch daran, das man wenig neues geboten bekommt. Es gleicht sich zu stark an die anderen Marvel Netflix Serien/Staffeln. Verschenktes Potenzial!

The-Defenders-Poster-rcm590x842uErscheinungsdatum: 18. August 2017
Studio: ABC Studios, Marvel Studios, Marvel Television
FSK: 16
Spieldauer: 480 Minuten
Darsteller: Charlie Cox, Krysten Ritter, Mike Colter, Finn Jones, Sigourney Weaver
Folgen: 8

Meine Wertung:

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