[App] Pokémon Go

Lesezeit: 8 Minuten

Wer in den letzten Tagen und Wochen in Deutschland durch die Medienlandschaft blättert/zappt/scrollt, wird auf einen Pokémon Go Hype stoßen. Natürlich habe ich mir das Spiel angeschaut und möchte meine Erfahrungen hier teilen.

Was ist Pokémon überhaupt?

Mitte der 90iger Jahre erblickte Pokémon als Anime Serie das Licht der Welt. Es handelt sich dabei um eine Parallelwelt und spielt in Japan. So gut wie jedes Kind will, wenn es alt genug ist, Pokémotrainer werden. Dazu erhält es ein Startpokémon und zieht in die Welt. Dort trifft es auf immer neue Pokémon. Dabei handelt es sich um eine Art Tier, die wenn sie von einem Trainer gefangen werden, ihm gehorchen. Es werden mit diesen Tieren Kämpfe ausgerichtet. Jedes Pokémon besitzt eigene Attacken, Stärken und Schwächen.
Da die Sammelwut schnell überhand nahm, gab es bald ein Kartenspiel, mit dem man alle 150 Pokémon fangen konnte. Mit der Zeit wurden immer mehr Pokémon erdacht, um die Sammelwut noch zu fördern.

Ist ein Pokémon stark genug kann es sich entwickeln, dies war aber mit dem Kartenspiel nicht möglich. Also kam bald ein Gameboy Version raus, die noch mehr die Menschen in den Pokémon Kosmos zog. Das Sammeln, Entwickeln und Erkunden machte nicht nur allen Spaß, auch einige besorgte Eltern sahen sich mit Suchtartigen Verhalten ihrer Kinder gegenüber gestellt.

Meine Verbindung zu Pokémon

Wie viele Kinder der 80/90er Jahre bin ich mit dem ersten Pokémon Hype dabei gewesen. Die Serie habe ich früher geschaut, die Karten gesammelt – auch wenn nicht wirklich gespielt. Auch mein erstes Geschäft habe ich mit Karten gehabt, auf den Pokémons je nach Art abgebildet waren.

Später folgte Pokémon Rot auf dem Gameboy. Auch wenn ich nie extrem viel Zeit mit dem Spiel verbracht habe, hatte ich doch einige schöne Stunden damit.

Mein Wissen über die verschiedenen Arten, ist mir aber weiterhin erhalten geblieben, was mir bei dem Spiel natürlich hilft beziehungsweise Spaß macht.

Und nur weil ich Ü20 bin, muss es mir nicht peinlich sein, Pokémon Go zu spielen. Schließlich war ich „von Anfang“ an dabei :P.

Historie des Spiels

Ein kleiner Aprilscherz von Google kann als die Mutter der Idee hinter Pokémon Go anerkannt werden. Google hat im Jahre 2014 einen Aufsatz mit Pokémon über Google Maps gezogen.

Der „echte“ Vorgänger war Ingress. Ein Spiel das ebenfalls von Niantic Labs entwickelt wurde und Ende 2013 für Android und Mitte 2014 für iOS erschien. Die Virtuelle Realität wurde so auf das Smartphones gebracht. Deswegen gibt es bereits so viele Pokéstops, diese kommen von Ingress. Bei Ingress werden – genau wie bei Pokémon Go! – Standortdaten mit GPS ermittelt und eine virtuelle Welt in die echte Welt geholt.

Plattformen

Bei einem mobilen Spiel kann man davon ausgehen dass das Spiel für iOS und Android verfügbar ist. So auch in dem Fall. Die Windows Phone und Windows 10 Mobile User müssen genauso draußen bleiben wie Blackberry, Tizen und Co.. Microsoft hat aber schon verlautbaren lassen, das sie prüfen den Port auf ihr mobiles Betriebssystem selbst vorzunehmen.

Pokémon GO
Pokémon GO
Entwickler: Niantic, Inc.
Preis: Kostenlos+
Pokémon GO
Pokémon GO
Entwickler: Niantic, Inc.
Preis: Kostenlos+

Grafik

Ziemlich simpel präsentiert sich die Spielgrafik. Der Spieler wird genau wie konfiguriert, auf eine grünblaue Karte angezeigt. Wie bei einer normalen Kartenapp kann man rein- und rauszoomen und die Richtung drehen. Ein verschieben auf den Karte ist nicht möglich. Bei den Pokémon gibt es noch ein paar Animationen. Es sieht bekannt aus, nicht übermäßig gut oder hässlich.

Bedienoberfläche (HUD)

Die Bedienoberfläche ist ziemlich einfach gestaltet. Unten links befindet sich dein Alter Ego – der Pokétrainer. Mit einem Klick auf diesen sieht man den Fortschritt und Medaillen – diese erhält man für diverse Aktionen (10 Giftpokémon gefangen, 100 Pokémon gefangen etc.). In der Mitte befindet sich ein Pokéball der ein Untermenü öffnet. Unten links gibt es die gefangenen Pokémon. Diese kann man beliebig sortieren. Ein Wisch nach rechts zeigt die Eier.

In dem Pokéball Menü gibt es oben den Pokédex. Dieser zeigt alle gesehenen und gefangenen Pokémon an. So sieht man schnell wie viele noch fehlen.

Unter diesem Menüpunkt befindet sich der Shop. Hier kann man fleißig einkaufen. Ob nun Pokébälle, Tränke oder Himbeeren, Geld verdienen war das oberste Gebot und die Preise sind – wie in einem Freemium Spiel üblich – gesalzen. Je mehr man kauft, desto günstiger wird es pro Item.

Unten im Pokéball Menü befindet sich das Items Menü. Dieses zeigt erworbene oder gesammelte Items.

Die Einstellungen befinden sich ebenfalls in diesem Pokéball Menü.

Auf dem Kartenscreen gibt es noch einen Kompass und unten rechts die Anzeige der Pokémons die sich in der Nähe befinden. Früher waren unter selbigen Fußabdrücke für die Entfernung. Da dieses Feature aber nicht funktionierte, hat man es ausgebaut.

Spielspaß

Wie ein so kleines, nicht mal sehr gutes, Spielprinzip, so viel Spaß und „Sucht“ auslösen kann, ist schon verrückt. Bin ich schon mal extra irgendwohin gegangen um Pokéstops abzuklappern? Ja! Komm ich mir dabei komisch vor? Ja! Aber es macht irgendwie Spaß, wieder ein neues Pokémon zu finden und zu fangen oder aufzuleveln.

Ich gehe zwar davon aus, das wenn nicht neue Funktionen dazu kommen, das es schnell langweilig wird und die Begeisterung nachlässt. Aber bisher bin ich ziemlich angetan.

Funktionen

Da wären wir bei einem Grundproblem, außer Pokémons fangen, Pokéstops abgehen und in Arenen kämpfen, gibt es nicht viele zusätzliche Funktionen. Aber gehen wir der Reihe nach. In der Nähe deines Standortes erscheinen Pokémon, diese kann man mit einer Wischbewegung via Pokéball fangen. Beim Fangen kann es passieren, dass das Pokémon flieht. Um es trotzdem zu fangen kann man einen Superball nehmen oder eine Himbeere werfen, um die Chancen zu erhöhen. Irgendwann verschwindet das Pokémon, wenn man zu viele Versuche braucht (die Anzahl ist hier nicht vorgegeben).

Auf der Karte sind Pokéstops verteilt. Diese stellen unter anderem Sehenswürdigkeiten dar. So gibt es in der Innenstadt deutlich mehr, als auf dem Land. Wenn man nah genug ist, kann man diese Aktivieren. Als Belohnung werden Pokébälle, Tränke, Eier, Himbeeren und ähnliches verteilt. Der Stop kann dann erst wieder nach 15 Minuten geerntet werden.

Die gerade schon genannten Eier können in Inkubatoren schlüpfen wenn man x km (2, 5 oder 10 km) gelaufen ist. Je nach Strecke können unterschiedliche Pokémons schlüpfen. Schummeln ist mit Auto oder öffentliche Verkehrsmittel nur im langsamen Tempo möglich.

In Arenen kann man dann – endlich – seine gefangenen Pokémons im Einsatz sehen. In der Arena befindet sich 3 Pokémon und man selber darf 6 eigene einsetzten. Der Gewinner ist im Besitz der Arena. Das stärkste Pokémon des Kampfes sitzt dann auf der Arena.

Um Pokémon zu verbessern kann man sie mit sogenannten BonBons entwickeln oder verbessern. Diese gelten pro Gruppe. Somit muss man viele Fangen (dafür gibt es 3 BonBons) und doppelte verschicken (dafür gibt es einen BonBon). Hat man genug, kann man das Pokémon verbessern oder zu nächsten Stufe entwickeln.

Mit anderen Pokétrainern kann man nicht interagieren, weder kämpfen noch Items oder Pokémons tauschen. Die Möglichkeiten für weitere Funktionen sind vielfältig. Auch das Fangen von Pokémon entspricht nicht der Serie. Denn um ein Pokémon zu fangen muss man es erst Schwächen. Durch die Kämpfe werden diese erst stärker und Entwickeln sich. So ist es schwer die Starterpokémon zu entwickeln, weil diese nicht so oft auftauchen.

Performance

Ob nun eine DDOS-Attacke (einfach gesprochen Simulierte Last auf Servern) oder zu viele Kunden, kann einem egal sein. Die Server sind oft Stunden nicht erreichbar, man wird ausgeloggt, kommt nicht ins Spiel oder das Spiel lädt nicht korrekt. Es nervt. Genau wie Aussetzer beim Fangen von Pokémon oder beim abgehen von Pokéstops.

Das ist durchaus ein Problem, was den Spielspaß deutlich bremst.

Mit der Zeit sind die Aussetzer geringer geworden, die Geschwindigkeit ist deutlich gestiegen. Aktuell habe ich gar keinen Grund mehr zu meckern.

Akkuverbrauch

Wer GPS an hat, die Kamera verwendet und dann auch noch das Display anhat, wird mehr Strom verbrauchen. Das merkt man auch deutlich. Mein Tipp ist entweder das Recht auf die Kamera wegzunehmen oder AR (augmented reality) abzuschalten, das ist aus Datenschutzsicht besser (kein Filmen der Umgebung), spart den Akku und man muss das Telefon nicht im Kreis drehen und anheben, um ein Pokémon zu fangen.

In der App kann man noch einen Energiesparmodus aktivieren. Wenn man diesen aktiviert, wird das Display schwarz plus einem dunklen Pokémon Go Logo, wenn man das Telefon gekippt hält.

Update: Der Energiesparmodus hat aber manchmal für ein Einfrieren des Bildschirms geführt. Deswegen wurde die Funktion ausgebaut. Im neusten Update ist der Energiesparmodus (für iOS) zurück.

2016-08-09_09h19_51Quelle:

http://winfuture.de/infografik/15476/Pokmon-Go-Geballte-Fakten-rund-um-das-Spiel-des-Jahres-1470403841.html#

Mein Senf

Es fällt mir tatsächlich schwer ein echtes Fazit abzugeben. Die Software (oder eher die Server) haben immer wieder Probleme. Man kann sich teilweise gar nicht mehr einloggen. Auch auf Berührung reagiert die App nicht immer, dann hilft nur ein Neustart der App. Auch Pokéstops sind teilweise so langsam geladen, das man am liebsten das Telefon wegschmeißen will.

Das diese Probleme nun kaum noch auftreten, macht es aber einfacher ein positives Fazit zu ziehen.

Die Entwicklung der Pokémons ist ziemlich ungeschickt, weil man Pokémons mehrmals fangen muss um sie aufzuleveln oder weiterzuentwickeln.

Insgesamt bietet das Spiel noch zu wenige Möglichkeiten um – vor allem auf Dauer – für Spielspaß zu Sorgen.

Fans des Franchise werden begeistert sein, auch wenn ich kein großer Freund von Freemium bin. Ein gutes altes Pokémon für iOS und Android für 3-6 € und ich bin sofort dabei.

So bleibt mit für Go nur zusagen: Gutes Spiel mit Potenzial!

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