[Manga] Der Mann meines Bruders [1]

Lesezeit: 2 Minuten

Homosexualität ist ein Thema was noch heute für viele fremd und falsch ist, und wird auf der Welt teilweise anders gesehen. In manchen Ländern ist die Homo-Ehe nicht erlaubt, das Leben als homosexueller Mensch ist in manchen Ländern sogar verboten. Wie geht man mit so etwas „Unbekanntem“ um?

Band 1: Die Invasion des Fremden

Yaichi lebt mit seiner Frau und seiner Tochter Kana in Japan, das typische Leben. Bis es an der Tür klingelt. Ein großer Mann, mit Flieger-Ohren, Vollbart und Tränen in den Augen steht vor der Tür.  Sein Name ist Mike und er ist Kanadier und der Ehemann von Yaichis Bruder Ryoji. Dieser ist vor kurzem gestorben.

Da in Japan das Thema Homosexualität verpönt ist, ist Ryoji ausgewandert. Yaichi hat nichts seiner Familie davon erzählt, das er einen Zwillingsbruder hatte. In der Folge ist Kana kindlich interessiert und stellt auch genau solche Fragen.

So fragt sie ob man das überhaupt darf oder wer die Ehefrau ist. Yaichi ist ebenfalls interessiert, aber er traut sich nicht diese Fragen zu stellen. Er kommt selbst zu der Idee: muss man – genau wie bei Tempura-Sushi – die Homo-Ehe probieren um sie einschätzen zu können? Warum ist der Kontakt zwischen Yaichi und Ryoji abgebrochen? Lag es am Coming-out?

Mein Manga Senf

Mike und Kana überzeugen als Protagonisten direkt. Kana ist neugierig und wissbegierig. Dabei ist sie aber stets offen für alles und hat keine Angst oder Scheu. Mike ist emotional und liebevoll. Seine Intention seines Besuchs wird nur angerissen – das Leben von Ryoji in Japan kennenlernen. Yaichi ist noch etwas zurückhaltend. Sowohl was die Emotionalität anbelangt, als auch das Verständnis für das andere Leben.

Carlsen hat auf der Rückseite den Titel in das Genre Special geschoben. Für mich sticht Slice of Life raus. Das sollte man wissen, da hier vieles noch nicht so tief geht wie ich es gerne hätte. Die Stellen in denen Kana nachfragt, sind leider seltener als gedacht. Generell ist das Thema Erwartungshaltung ein wichtiges Thema. Ich hatte hohe Erwartungen, die nicht erfüllt werden konnte. Das liegt aber mehr an den Erwartung, als am Manga.

Denn eigentlich gibt es kaum etwas zu kritisieren. Die Geschichte ist gut und zeigt etwas was für leider viel zu viele Menschen Standard ist. Was ich nicht kenne ist falsch. Diese Rolle fehlt mir noch in dem Manga, also ein klarer Gegenpol.

Auch optisch überzeugt der Manga. Aber warum sind die Herren so übertrieben Muskulös? Gerade Yaichi finde ich etwas übertrieben. Wichtig ist das Gengoroh Tagame sonst eher Yaoi – also Boys-Love ab 18 – Titel schreibt. Das merkt man tatsächlich ein wenig, keine Angst es gibt kein „Boys-Love-Action“.

Der Titel ist gut, vielleicht nicht so gut wie von allen gesagt, aber gut. Band 2 kann natürlich noch etwas an diesem Eindruck ändern. Reinschauen kann man durchaus, ein normaler Titel ist definitiv nicht.

Meine letzten Worte:

Mal über den Tellerrand schauen

Review

  • 7/10
    Story - 7/10
  • 8/10
    Zeichnung - 8/10
  • 9/10
    Einsteigerfreundlich - 9/10
  • 8/10
    Gesamteindruck - 8/10
8/10

Der Mann meines Bruders 1: Die Invasion des Fremden

Erscheinungsdatum: 29.01.2019
Format: Softcover
Seiten: 180
Autoren: Gengoroh Tagame
Übersetzer: Sakura Ilgert
Preis: 10,00 €

* Erklärung

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