[Comic] Kameraden

Beim Stöbern der Neuerscheinungen bei Splitter ist mir direkt Kameraden ins Auge gesprungen. Also nichts wie auf die Wunschliste damit. Wie ich im Nachgang erfahren habe ist es erneut – wie bei Liebe auf Iranisch – ein sogenannter BD (Bande Dessinée). Das sind in der Regel Comics die nahe an der Realität sind – kein Sci-Fi oder Superhelden Geschichten – und von einem französischen Autor sind. Also: wie schlägt sich der Nächste BD?

Dieser Comic wurde mir vom Splitter Verlag als Rezensionsmuster zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Die Bewertung des Comics findet aber in üblicher Vincisblog Qualität statt.

Der Plot

1917 – der erste Weltkrieg tobt durch Europa und führt in Russland zu einigen Revolten. Der junge Gardesoldat Wolodja verliebt sich in dieser Zeit in ein junges Mädchen. Was er zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß, es handelt sich dabei um die Zarentochter Anastasia. Lenin kommt mit der Hilfe von Stalin an die Macht. Die Zarenfamilie wird gejagt.

Wolodja hat den Auftrag die Familie zu töten und erfährt im selben Moment wer seine Geliebte ist. Durch einen Zufall können sie fliehen. Eine Reise durch Europa beginnt. Die Flucht gelingt und das Gold aus Russland muss wieder zurück zu der gestürzte Zarenfamilie.

(c) Splitter Verlag

In der Zeit nach dem ersten Weltkrieg wird es nicht friedlicher, auch in Russland nicht. Polen wird als Arm für Russland genutzt, um an das Zarengold zu kommen, welches mittlerweile in Berlin liegt.

Die Zarenfamilie lebt mittlerweile inkognito in Frankreich. Fiktion oder Historisch korrekt? Diese Frage stellt sich sicher jeder. Im Abschluss erzählt Wolodja die Geschichte und sie reden über ein alternatives Ende für ein Buch. Hervorragend aus Sicht des Lesers gelöst! Was ist wahr, was ist Fiktion?

Mein Comic Senf

Der Band beginnt schleppend und liefert eigentlich etwas, was ich so nicht erwartet habe. Mit der Zeit kommt die Geschichte langsam an einen Punkt der sie deutlich besser macht. Gerade das Thema Fiktion treibt mich die ganze Zeit um. Eine Auflösung am Ende habe ich stets erwartet. So wie es „gelöst“ wurde ist es durchaus geschickt. Denn so bleibt die Frage offen und der Comic ist nicht komplett „wertlos“, wenn alles erdacht wäre.

Die Zeichnungen sind teilweise wirr und krakelig. Das ist zwar normal für einen Bande Dessinée, aber nicht immer ganz nachvollziehbar. So muss man manchmal zurück lesen, um zu wissen, wer da gerade erschossen wurde.

(c) Splitter Verlag

Gerade für Leser die gerne historisches Lesen, ist dieser Band zu empfehlen, ich fühlte mich unterhalten und durchaus „klüger“ als vor dem Lesen. Besser könnte man es zwar nur kaum machen, dennoch ist es nicht ganz mein bevorzugtes Thema. Die Liebesgeschichte ist gut eingebunden, ohne kitschig zu sein.

Erscheinungsdatum: 20.07.2017
Format: Hardcover | digital
Seiten: 168
Autoren: Benoît Abtey, Jean-Baptiste Dusséaux
Zeichner: Mayalen Goust
Preis: 24,80 €

Meine Wertung:

vollvollvollhalbnull

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