[Test] iPhone X

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Vor gut zwei Jahren trieb mich die Unzufriedenheit zu Apple und dem iPhone 6s Plus. Ich wehrte mich mit Händen und Füßen, musste dann aber einsehen, dass das iPhone genau das Richtige für mich war und ist. Die Alternativen sind alles, nur eben genau das nicht. Mein Vertrag war zu Ende und Apple hatte passenderweise eine neue Ära eingeläutet. Also wie schlägt sich das neue iPhone X?

Warum ein iPhone X?

Ernsthaft? Nachdem ich diversen Leuten gesagt habe das ich bald ein neues iPhone holen werde, fragte viele das 8? Nein nicht das 8! War meine Antwort. Denn egal wie gut iPhones sind, das 8 und 8 Plus sind eine Frechheit. Natürlich sind sie mit besseren Prozessoren und aus anderen Materialien verarbeitet. Na klar kann man nun kabellos laden. Aber am Ende des Tages ist es ein 6 und 6 Plus, welches vor 4 Jahren (!) vorgestellt wurde. Und das ist absolut frech.

Das iPhone X (X wird zehn (ten) gesprochen, nicht x) ist mal wieder ein Refresh des verstaubten iPhone Designs. Nicht alles ist so wie ich es mir vorgestellt bzw. gewünscht habe, aber das möchte ich später erwähnen. Insgesamt ist der Grund der Wahl: die Alternativlosigkeit.

Preis & Verpackung

Ja das iPhone ist teuer. Ja das iPhone ist deutlich teurer als jemals zuvor. Und ja auch für Vertragskunden ist das iPhone X nicht billig. Sind die Preise „gesponnen“ und „übertrieben“? Sicherlich, aber wenn Google für ein fragwürdiges Telefon fast 1000 € ausruft, welches an Wert schnell verliert, sieht die Welt schon wieder etwas anders aus. Wer ein iPhone kauft, weiß warum und zahlt den Preis gerne. Das finden Hater natürlich absolut verständlich. Apple User sind dumm und kaufen eh alles. Hier gilt das Motto: jedem das Seine. Ist dir das iPhone zu teuer? Dann kauf es nicht und lass die Leute das Telefon kaufen, was sie wollen bzw. für richtig empfinden. Gleiches gilt für Autos, der eine fährt den Dacia und ist zufrieden, der andere einen Mercedes-Benz.

Inhalt

Die erste Neuerung sieht man bereits an der Schrumpffolie um die Packung. Anstatt wie bisher ein schwer zu entpackendes Gerät dem Kunden anzubieten, hat Apple eine Folie mit Abziehlasche um die Verpackung gepackt. Die Box ist weiß und hat das iPhone oben abgebildet und an den Seiten das Logo und den Schriftzug iPhone. Der Name des Gerätes ist nicht zu finden. Die Abbildung des iPhones ist erhaben. Nachdem obligatorischen anheben des Deckels, kommt aber nicht das iPhone zum Vorschein sondern Papierkram. One Page Anleitungen, die Apple Aufkleber und der SIM Schacht Öffner befinden sich hier. Darunter befindet sich das iPhone, ebenfalls mit einer leicht abziehbaren Folie. Des Weitern haben wir ein klassisches Ladekabel mit USB Adapter und die Standardkopfhörer mit Lighning Anschluss. Mehr gibt es nicht.

Ersteinrichtung

Das Backup vom iPhone 6s Plus hatte ich zuvor auf meinen Rechner gezogen, installieren konnte ich es aber nicht. Da das iPhone X mit einer älteren Firmware (11.1) ausgeliefert wurde. Also iPhone einrichten, Update laden, Update installieren und dann nochmal anstecken und das Backup einstellen. Leider etwas mühselig. Kann man da nicht direkt über iTunes alle Schritte zusammenfassen? Also anstecken und iTunes macht das Update und spielt das Backup selbst ein? Das wäre zu einfach, so wie Apple immer gerne behauptet zu sein.

Noch verrückter ist die Kopplung mit der Apple Watch. Das alte iPhone rausholen, die App öffnen, Verbindung lösen und Warten. Denn das Trennen dauert ziemlich lange. Dann kann man mit dem iPhone suchen, aber die Apple Watch wollte noch geladen werden 40% reichen für das Verbinden natürlich nicht. Und dann heißt es warten. So richtig schnell geht das auch nicht.

Und jetzt kann es los gehen? Nein auch nicht wirklich. Apps aus dem Backup einspielen dauert auch seine Zeit. Aber das iPhone kann man ja mal erforschen. Und das tat ich auch.

Haptik

Von einem Aluminium Telefon auf Glas und Edelstahl zu wechseln, fällt mir nicht leicht. Warum? Ich bin ein Alu Fan und Glas – eine damit verbundene glänzende Rückseite – und ein glänzender Edelstahlrahmen sind eigentlich nichts für mich. Aber man abgesehen von QI (später mehr dazu) hat die Materialwahl noch weitere Vorteile. Das Gerät liegt super in der Hand, rutschig ist da nichts. Es ist handlich und gleichzeitig wertig.

Aber die Ecken sind schärfer. Ob nun wegen meiner Gewohnheit vom 6s Plus oder wegen der natürlichen Handhaltung, es schneidet ein. Die untere Ecke liegt auf der Handinnenseite und das ist zu Beginn durchaus unangenehm. Der Test mit dem kleineren 6s von meiner Frau zeigte, dass es an der Ecke und nicht an der Gerätegröße liegt. Mit der Zeit gewöhnt man sich eine andere Handhaltung an, die dafür sorgt das da nichts mehr stört.

Die Kälte und Wärme des Gerätes – je nach Umtemperatur – ist ähnlich wie bei einem Aluminiumgehäuse, was ich so schätze. Das Gerät fühlt sich so „echter“ an. Der Rahmen fühlt sich auch sehr angenehm an. Einziges Haptik Manko: wo ist oben und unten, und wo ist hinten und vorne. Beim 6s Plus konnte noch der Homebutton helfen, ohne Kamerahubel wäre man blind komplett aufgeschmissen.

Was gibt es sonst so? Der obere Gehäuserand ist blank, einfach nur Edelstahl. Die linke Seite besitzt einen Antennenstreifen, den Kippschalter für Ton, einen lauter und einen leiser Button. Unten ist dann noch ein Antennenstreifen. An der untern Kante haben wir 2×6 Löcher die Lautsprecher darstellen sollen (ob oder ob nicht, lest ihr unten) und in der Mitte gibt es den Lightning Anschluss. Die rechte Seite beinhaltet neben den Antennestreifen noch einen größeren Powerbutton. Dieser hat einen guten Druckpunkt und auch die Größe weiß zu überzeugen.

Was die Müllicons auf der Rückseite zu suchen haben ist mir ein Rätsel. Seit ein paar Jahren dürfen diese auch beim starten des Telefons angezeigt werden und muss sie nicht mehr auf die Hardware drucken. Ja es sind schon weniger, aber ganz weg wäre schöner. Die Rückseite wäre damit sauberer. Auf den Pressebildern sind diese auch nicht mehr drauf. Denn Abschluss dieses Segments bieten der Kamerahubel. Der ja weder schön noch praktisch ist. Also das Mikrofonloch da einzubauen ist noch okay, aber es dann so deplatziert anzubringen ist schon ziemlich bescheuert. Des Weiteren ist der Hubel so groß, das man das iPhone auf dem Tisch liegend, kaum noch bedienen kann. Ständig hebt das iPhone ab und wackelt. Wem das stört kann nur noch zu einer Hülle greifen.

Sauberkeit

Ich bin bei Geräten die ich im täglichen Einsatz habe, eine Sauberkeitsfetischist. Also ist das Thema langanhaltende Sauberkeit und Putzbarkeit wichtig. Wie schlägt sich hier das iPhone X? Der Edelstahlrahmen sieht beim grauen Modell relativ unschön nach der Verwendung aus. Es sieht einfach fleckig aus. Zum Säubern muss man nur drüber wischen und gut. Schön ist das aber nicht. Am Anfang dachte ich es wären sogar Macken.

Die Front ist leider nicht mit dem Schutz versehen, wie ich es beim 6s Plus kannte. Mit diesem konnte man das Telefon ohne Fingerabdrücke auf der Glasfront nutzen. Nach zirka 2-3 Monaten der Schutzfilm sich gelöst hat. Beim iPhone X gibt es diesen – zumindest bei meinem Modell – nicht.

Eine glossy – also glänzende – Rückseite ist nicht so meins. Unbenutzt Top, in Nutzung widerlich. Denn man kann nicht nur die Front, sondern auch den Rücken täglich reinigen. Diese Rückseite war übrigens auch verantwortlich dafür, das ich das graue und nicht das silberne iPhone X genommen habe. Auf Videos sah die Rückseite von dem silbernen so betatscht aus – das es mir vergangen ist. Aber wie sieht es im täglich Einsatz aus? Ziemlich easy. Denn die Rückseite sehe ich selten und nur dann muss ich sie halt putzen. Aber das ist nicht alles auf der Rückseite. Ein großer Kamera Hügel ist auch ein schöner Dreckfänger. An der Kante von Kamera zur Gehäuserückseite sammelt sich Staub. Und das Beste: so richtig putzen kann man es nicht, ohne passende filigrane Hilfsmittel.

Insgesamt eher ein Rückschritt, aber weniger schlimm als zu Beginn gedacht. Insgesamt hätte ich mir hier den Schmutzfilter vom Display des 6s Plus für das gesamte Gerät gewünscht. Naja, dann kann Apple beim nächsten Modell die Werbung „das sauberste iPhone aller Zeiten“ bringen (hoffentlich).

Touch ID adé – welcome Face ID

Mit dem iPhone 5s eingeführt, war der Touch ID Sensor das Sicherheitsfeature schlechthin. Also das einloggen mit dem Fingerabdruck. Im iPhone X gibt es keinen Homebutton, aber auch sonst gibt es nirgends einen Fingerabdrucksensor. Eine Kombination aus verschiedenen Sensoren sollen nun dein Gesicht analysieren und dich dann authentifizieren. Dabei werden tausende Infrarotpunkte auf dein Gesicht gesetzt (siehe unten bei den Bildern). Damit wird mathematisch dein Gesicht geprüft und abgeglichen. Friseur, Brille, Bart und Co. sollen Face ID nicht beeinflussen.

Aber bevor ich zur Bewertung komme, wie sieht es mit der Sicherheit aus? Ich hatte immer meinen Schmerz mit dem Fingerabdruck, warum? Weil das eines der sensibelsten Daten ist, die ich habe. Mein Gesicht ist sowohl im Internet als auch auf öffentlichen Kameras sichtbar und somit sind die Daten auf amerikanischen Servern – sagen wir mal – weniger bedenklich. Der Zutritt zum System ist bei beiden Varianten „hackbar“, aber nicht gerade sehr einfach. Deutlich schwerer als PINs oder Passwörter. Das die Kamera damit aber nicht abgeklebt werden kann, ist natürlich weniger gut. Und gibt somit beim Thema Sicherheit ein Unentschieden.

Und wie ist die Nutzung so? Mit Touch ID waren nasse Finger – zum Beispiel nachdem Händewaschen – ein Problem und das sichere einloggen nicht möglich. Mit Face ID ist es dem Sensor herzlich egal, ob du nasse Finger hast oder nicht. Da gibt es – wie zu erwarten war – keine Probleme. Gleiches gilt für Handschuhe. Aber wie sieht es mit dem Touch ID unproblematischen Schal und Mütze aus? Mit Mütze konnte mich Face ID erkennen, es sei denn ich zog selbige zu sehr ins Gesicht. So sehr, das ich selbst kaum etwas gesehen hatte. Beim Schal das gleiche. Deutlich über die Nase gezogen, erkennt mich Face ID nicht. Ist es auf einem normalen Alltags Niveau, gibt es kein Problem.

Verschlafen auf dem Kopfkissen, mit oder ohne Brille gibt es keine Probleme. Auch dunkle Räume sind kein Problem. Das Entsperren wird gar nicht bewusst war genommen. Einfach hoch wischen, ob nun Face ID dich vorher oder erst nachher erkennt, ist nicht wirklich wichtig. Eine Authentifizierung? Hab ich nicht gemerkt, könnte man meinen. Aber gerade in Apps ist Face ID aktuell noch etwas hakelig. Nicht immer konnte ich erkannt werden. Man muss auf das Gerät – nicht zwangsläufig in die Kamera – schauen. Auch die Dauer ist – gerade in Apps – etwas langwierig.

Bei Touch ID konnte man mehrere Finger, auch von verschiedenen Nutzern, hinterlegen. Das ist bei Face ID nicht möglich und soll laut Apple auch so bleiben. Ehrlicherweise weiß ich auch nicht wozu man das benötigt. Gerade bei einem Smartphone verstehe ich das Sharing Prinzip nicht. Solltet ihr es dennoch teilen wollen, müsst ihr wohl oder übel, euren PIN weitergeben.

Ein großer Vorteil von Face ID gegenüber Touch ID ist der neue Entsperrmechanismus. Früher Finger auflegen, authentisiert und Homescreen. Jetzt sieht das wie folgt aus: Gerät anschauen und hochwischen. Wischt man nicht hoch kann man endlich die Funktion „Vorschau anzeigen“ richtig verwenden. Diese hat drei Optionen, das auf dem Sperrbildschirm nie Inhalte angezeigt werden, nur wenn es entsperrt ist oder immer. Mit Touch ID hat die zweite Option keinen Sinn gemacht. Denn wenn es entsperrt ist, sieht man den Entsperrscreen nur kurz. Jetzt nimmt man das Gerät hoch mit Benachrichtigungen ala „GMAIL Mitteilung“, nachdem erkennen deines Gesichts, wird daraus die richtige Benachrichtigung. Das gefällt mir gut und sorgt für mehr Schutz wenn das Telefon unbeaufsichtigt liegen gelassen wurde.

Und wie sieht es mit der Möglichkeit der Entsperrung von Dritten aus? Bislang ist es noch niemanden gelungen mit Face ID mein iPhone zu entsperren. Okay ich habe keinen Zwilling, aber es funktioniert ganz ordentlich.

Sound

Was gibt es in der Kategorie der Töne über das iPhone X zu sagen? Nicht viel Gutes. Die Lautsprecher wurden mit dem letztjährigen Update optisch verbessert. Denn man hat auf der Unterseite links und rechts vom Lightning Anschluss Lautsprecherlöcher. Aber nur auf der rechten Seiten sind wirklich Lautsprecher. Also genau wie bei den „alten“ Modellen. Die Qualität ist auch genauso schlecht ,wie beim iPhone 6s Plus. Auch das Finger auflegen, sorgt für Stille. Auf der linken Seite befinden sich nur Deko Lautsprecherlöcher. Gewichen ist letztes Jahr der Klinkenanschluss. Ich bin vorher zu hervorragenden Kopfhörern gewechselt, die keinen Klinkenanschluss benötigen. Aber es bleibt für einige vom Nachteil.

Keine Klinke? Also Bluetooth, ja aber… Apple ist weiterhin der Meinung das man kein aptX unterstützen muss. Aber genau dieser Standard sorgt erst dafür das Bluetooth Kopfhörer gleichwertig mit kabelgebundenen Kopfhörer sind. Dass es kein aptX unterstützt, ist tatsächlich ziemlich bescheuert.

Die Kopfhörer von Apple werde ich nicht testen, da mir noch nie ein Modell von der Qualität gefallen hat. Auch die Qualität der Kopfhörer mit Lightning Anschluss kann ich dementsprechend nicht bewerten.

Gesten

Der Homebutton ist weg. Nachdem die „alten“ Modell das Problem hatten, das selbige nicht die gesamte Gerätelaufzeit zufriedenstellend funktionierten, ist bekannt. Ab dem iPhone 7 ist der mechanische Button einem optischen Button gewichen, also war der Button nicht mehr drückbar. Mit dem iPhone X hat Apple diesen komplett gestrichen. Das heißt aber auch neue Bedienungen sind nötig.

Das Hochwischen bringt uns auf den Homescreen. Verweilen wir etwas beim wischen, wird der App Switcher angezeigt. Dieser bereitete mir zu Beginn etwas Probleme. Auch das Beenden der Apps ist nun nicht mehr via Geste steuerbar. Man drückt einfach lange auf eine App und dann erscheint ein Schließen Button. Schnelle App wechsel kann man via kleinem Halbkreis im unteren Displaybereich erreichen.

Das Kontrollzentrum bekommt man, in dem man von der rechten oberen Ecke runter wischt. Von der linken Ecke gibt es die Benachrichtigungen.

Vieles ist intuitiv und schnell. Verrückt ist aber die Bedienung von älteren Modellen. Warum? Die Bedienung mit dem Homebutton wirkt im Vergleich wie aus der Steinzeit.

Kamera

Mein vorletztes Smartphone – und letztes Android Phone – war eines der ersten Smartphones mit Dual Camara. Bilder mit dem sogenannten Bokeh Effekt – unschärfe Effekte von Vorder- oder Hintergründen – konnten so ohne weiteres erzeugt werden. Im iPhone 7 Plus wurde die Dual Cam auch im iPhone eingeführt und ist jetzt auch beim iPhone X mit am Start. Ein nachträgliches Ändern des Fokus ist nicht möglich. Dafür kann man aus vorgefertigten Modus wählen. Die Funktion ist noch im Beta Stadium, und das merkt man auch. Einige Bilder sind einfach hervorragend, andere hingegen können mit dem unschärfe Effekt nur bedingt umgehen, die Folge sind unsaubere Ränder und teilweise schlechte Fokuspunkte. Die Kamera selbst löst mit 12 Megapixeln auf und ist damit „Standard“. Manche Bilder konnten mich aber dennoch überzeugen.

Auf der Front gibt es nun einen ganzen Zoo an relevanten Kamera Elemente. Der Großteil wird für Face ID verwendet. Die Frontkamera löst mit 7 Megapixeln auf und macht halt Bilder 🙂 . Einer der größten Clous sind die Animoji. Diese können in iMessages an jeden Kontakt – egal ob iPhone X Kunde oder nicht – versendet werden. Man kann aus verschiedenen Avataren wählen (Panda, Fuchs, Katze, Einhorn uvw.). Und dann kann man eine Sprachnachricht aufzeichnen. Die Kamera erfasst deine Bewegungen und Mimik und sendet dann Bild und Ton an deinen Kontakt. Meine Kontakte finden es lustig, ich empfinde es als gute Abwechslung. Klar ist aber auch, das die Mimik nicht immer sehr genau ist, so fehlt die Erkennung der Zunge komplett. Das ist teilweise schon etwas an der Oberfläche gekratzt. Bei der genannten Funktion aber nicht so wichtig.

Insgesamt muss ich sagen hat mich die Kamera durchaus überzeugt, die Bilder sehen gut aus und sind mal etwas mehr in Richtung professionelle Fotos, im Vergleich zu die meisten alten „sind halt Smartphonekamera“ Bilder. Das gilt für beide Kameras.

Display

Was als erstes auffällt ist das Display. Ich schreibe bewusst nicht „große Display“, weil es so nicht wahrgenommen wird. Das Display nimmt ein Großteil der Gehäusefront ein und ist 5,8 Zoll groß, also 0,3 Zoll größer als bei den Plus Modellen. Da das Gerät aber schmaler als besagtes Plus Modelle ist, wirkt es in keiner Weise groß bzw. größer.

Zu Beginn sieht man nur den Notch – ein kleiner Ausschnitt der diverse Kamerasensoren und die Lautsprechermuschel integriert ist. Links und Rechts davon gibt es noch mehr Display, liebevoll Ohren genannt. Dieser Notch ist der einzige Rand den man wahrnimmt, zu beginn. Bei genaueren betrachten merkt man, Apple tricks etwas. Rings um das Gerät gibt es sehr wohl einen Rand, bevor dann der Edelstahlrahmen beginnt. Das ist nicht schlimm, und tausendmal besser als der riesen Bezel der anderen iPhones. Man sieht es aber und ist noch ein gutes Stück von „randlos“ entfernt.

Auch ein wichtiger Unterschied vom iPhone X zu den anderen iPhones ist dass das Displaypanel ein OLED Panel ist. OLED? OLED steht für Organische Leuchtdiode und hat den Vorteil das die elektrische Stromdichte und Leuchtdichte geringer ist und keine einkristallinen Materialien verwendet werden. Die Produktion ist in der Regel günstiger, die Lebensdauer aber schlechter. Dadurch das es ein LED Screen ist, kann der Stromverbrauch geringer ausfallen, wenn man dunkle Wallpapers oder App Themes verwendet. Andere Hersteller haben das Problem von Einbrennen – also das Elemente angezeigt werden, die gar nicht mehr geöffnet sind. Das iPhone X scheint davon nicht betroffen zu sein, weder bei mir noch bei anderen.

Die Blickwinkel vom iPhone X ist gewohnt gut, auch wenn das Display einen leichten Gelbstich aufweist. Die Helligkeit ist gut, die große Herausforderung ist leider aktuell kaum testbar, da die Sonne sich eher rar macht. Ebenfalls neu ist die „True Tone“ Option. Apple beschreibt diese Funktion wie folgt: „Das iPhone-Display wird automatisch an die Umgebungsbeleuchtung angepasst, sodass Farben in verschiedenen Umgebungen einheitlich erscheinen.“. Die Farben und die Intensität passt sich dann automatisch an. Macht man die Funktion aber aus, bekommt man ein starkes weiß – zum Beispiel im Menü. So richtig bin ich mit dieser Funktion noch nicht warm geworden. Ob ich es verwende oder nicht weiß ich noch nicht. Bislang finde ich die Farbverfälschung eher unangenehm und habe sie aktuell aus.

Der größte Witz sind die abgerundeten Kanten in der Displayanzeige. Es sieht super aus, keine Frage, widerspricht aber so ein bisschen der Aussage von der Apple Watch. Denn diese „muss“ eckig sein und nicht etwa rund, warum? Weil das Gerät Listen anzeigt und diese sind nun mal nicht rund, und was abschneiden geht nicht. Jetzt ist das iPhone X zwar nicht rund, aber die abgerundeten Kanten schmäleren den Screen – gerade unten – doch um einiges. Das muss dann auch richtig von den Appherstellern – und natürlich auch von Apple selbst – einbezogen werden. Das ist aktuell selten der Fall. Die Folge sind künstliche Rahmen um Elemente auf der „vollen“ Breite darstellen zu können.

Angepasst wurde auch die Taptik Engine – also das Feedback vom iPhone bei der Bedienung. Dies ist ungewohnt anders als bei den alten Modellen. Aber das Feedback erfolgt dort wo man hinklickt, ist knackig und stark.

Einen Nachteil spielt das Display aus, wenn man ein Video schaut. Warum? Entweder man hat oben und unten (im Querformat links und rechts) einen dicken schwarzen Balken. Das „alte“ iPhone ist wieder da. Will man das nicht, kann man auch eine Zoomstufe auswählen. Die Folge? Der Notch verdeckt Teile des Videomaterials und es fehlen Elemente aus dem oberen und unteren Bereich. Wie man so schön sagt: einen Tod muss man sterben.

Akku

Bevor ich das iPhone X hatte hörte ich 2 verschiedene Meinungen zu dem Akku. Zum einen die die ein „kleines“ iPhone haben/hatten, werde eine leicht gesteigerte Akkulaufzeit mit dem Upgrade erhalten. Die andere Meinung war, deutlich schlechter als bei den Plus-Modellen. Das sollte auch verständlich sein, aus 2 Gründen. Erstens das Plus Modell ist größer und bietet deswegen mehr Platz für einen größeren und mit mehr Milliamperestunde großen Akku. Das Zweite ist die Form. Während in allen iPhones eine Art Rechteck den Akku darstellt, kommt das X mit einem L-Förmigen Akku daher. Es handelt sich dabei um zwei einzelne Akkus die am Knick verbunden sind. Hier ein Bild dazu.

Insgesamt bin ich von einem negativen Bericht in diesem Bereich ausgegangen. Die knapp 1 und 1/2 Tag Akkulaufzeit vom Plus habe ich lieb gewonnen und bin beim von nun mehr knapp einen Tag ausgegangen. In der Realität war ich doch etwas überrascht. Nach 6:45 Stunden aktiver Nutzung macht der Akku schlapp (knapp 20%, also ist da noch etwas Luft). Das entspricht knapp 3 Stunden weniger als beim Plus, also weniger schlecht als gedacht. Schaltet man den Stromsparmodus an, bin ich sogar auf 10:42 Stunden gekommen. Das entspricht 36:34 Stunden Standby Zeit. Noch krasser hat sich die Akkulaufzeit mit meiner täglichen Nutzung verändert. Warum? Ich nutzt täglich Apple CarPlay mit Kabel. Dabei wird der Akku geladen und das Ergebnis hat mich umgehauen. 3 Tage konnte ich das Telefon ohne „aktives“ Laden verwenden. Bei gleicher Nutzung konnte ich dies nicht mit dem 6s Plus erreichen. Warum das so krass ausfällt? Die Schnellladefunktion ist dafür zuständig.

Beim Laden war ich eher etwas enttäuscht. Mit dem beiliegenden Ladekabel war der Akku von 22% auf 100% in 2:20 Stunden. Was unglaublich viel, für den kleinen Akku ist. Mit dem iPad Ladekabel habe ich von 20% auf 100% auch 2 Stunden gebraucht. Hier macht sich der Beginn und die L-Form bemerkbar. Nach einer knappen halben Stunde war der Akku schon fast halbvoll. Wahrscheinlich wird zuerst der große Akku geladen, der Fuß des Ls am Ende, braucht etwas länger und das zieht sich dann. Damit versucht man die Ladezyklen der Kunden zu ändern. Von „der Akku ist leer ich lade bis voll“, soll der Kunde dann Laden, wenn er die Möglichkeit dazu hat.

Was genau in die Richtung geht, ist die neue Möglichkeit von kabelloses Laden via QI Standard. Zum ersten Mal sind iPhones kabellos ladbar (das 8 und 8 Plus ebenfalls). Und es wird nicht ein eigenes Verfahren wie bei der Apple Watch verwendet, sondern der QI-Standard. Also kann man jegliche QI Ladestationen, -kissen und -auflageflächen dafür verwenden. Eine QI Lademöglichkeit habe ich aktuell nicht, deswegen sei die Möglichkeit nur erwähnt.

Der letzte Punkt in dieser Kategorie ist neu und etwas ungewöhnlich. Und zwar spielt dein Hintergrundbild eine entscheide Rolle wie lange dein Akku hält. Denn das Display ist ein OLED Display (wie oben bereits beschrieben) welches bei schwarz die jeweilige LED ausschaltet. Ergo entsteht kein Stromverbrauch für diese LED. Nehmt ihr ein vorwiegend oder komplett schwarzes Hintergrundbild, hält der Akku länger.

Apps

Die Apps sind seitdem iPhone 5 immer wieder ein Thema. Zuvor gab es nur eine Displaygröße und alles war gut. Dann kam das längere iPhone 5, gefolgt vom deutlich größeren iPhone 6/6 Plus, aber es war immer „nur“ größer. Durch die neue Displayform (abgerundete Ecken, mehr Display, Notch und die Ohren) müssen Apps nun angepasst werden. Es gibt aber nun 3 Varianten: richtig angepasst, angepasst, gar nicht angepasst.

Was jedes einzelne bedeutet? Angepasst heißt es fühlt die Ohren aus und ist nutzbar. Richtig angepasst ist das sinnvolle Verwenden des neuen Platzes. Navigationsleisten sind unten bis in die Ecken und nicht zu weit weg vom unteren Rand. Buttons werden nicht zu weit oben angezeigt, ja sogar die Werbung wurde angepasst. Davon gibt es (noch) nicht viele Apps. Und die letzte Variante sind die unangepassten Apps. Vorab fand ich es nicht schlimm. Denn es werden unten und oben schwarze Ränder angezeigt, die prinzipiell den Rand der alten iPhones darstellen. Aber in der tatsächlichen Nutzung wirkt der Einstieg in die App katastrophal. Beim Bedienen geht es dann langsam, aber optimal ist das nicht. Das kann sich noch ziehen. Beim 6s Plus waren noch einige Apps nicht für das zweite große iPhone angepasst.

Die Zukunft wird auch diverse Apps mitbringen die die Ohren und Face ID richtig unterstützen. Zwei Beispiel findet ihr hier. Bei dem einen steuert ihr das Spiel mit euren Augenbrauen, bei dem anderen mit eurer Nase. Beides iPhone X exklusiv Apps.

Rainbrow
Rainbrow
Entwickler: Nathan Gitter
Preis: Kostenlos
Nose Zone
Nose Zone
Entwickler: Hatchlings, Inc.
Preis: Kostenlos+

iOS

Ich bin zwar erst seit knapp 2 Jahren ein iPhone User, aber früher war alles anders. Apple hat eine neue Version von iOS mit dem neuen iPhone herausgebracht und dieses iOS für das neue iPhone angepasst. Mittlerweile wird das Betriebssystem erst Schritt für Schritt nach dem Release richtig angepasst. Neustes Opfer: das iPhone X.

Überall machen sich relikte vom alten Design breit und manche Änderungen wurde halbherzig implementiert. Beispiele? Warum wird das geöffnete Schloss – für entsperrt – im Benachrichtigungsscreen gezeigt? Hier wird tatsächlich der gleiche Screen angezeigt wie auf dem Sperrbildschirm. Löscht man alle Benachrichtigungen, kommt es immer wieder zu Überlappungen. Die Tastatur ist ziemlich mittig platziert und nimmt Platz weg. Unter der Tastatur ist viel „leerer“ Platz. Die Bedienung ist gut, das Design eine Katastrophe. Provider wie Vodafone werden nicht richtig in der oberen linken Ecke dargestellt. Klar könnte Vodafone was Besseres liefern als „Vodafone.de“, aber wäre es nicht einfacher: entweder ein Limit oder einen Lauftext einzubinden?

Versteht mich nicht falsch, es ist nicht viel und schlimm, aber so richtig angepasst ist das noch nicht. So fehlt ein echter Dark Modus. Das Farbe invertieren (ob nun intelligent oder klassisch) kann nicht die Lösung sein. Warum das hier besonders wichtig ist? Weil das iPhone X ein OLED Display hat, also schwarz aus ist und damit das iPhone weniger Strom verbraucht, als wenn die Menüs weiß sind.

Insgesamt muss ich sagen freue ich mich auf iOS 12 was sich diese Probleme auf dem iPhone X hoffentlich zu Herzen nimmt und verbessert. Das iOS 12 wahrscheinlich erst in knapp einem Jahr kommt, zeigt wie sehr Apple hier hinterher hinkt (natürlich kein Vergleich zu Google, die nach knapp einem Jahr nicht mal die Flagschiffe auf dem neusten Stand haben).

Dinge die ein iPhone haben muss

Vor knapp einem Jahr schrieb ich Punkte die ein neues iPhone haben sollte/muss. Weder das iPhone 7, noch das iPhone 8 hatten ein grundlegend neues Design, sodass erst mit dem iPhone X die Wertung erfolgen kann.

Die ersten Punkte hießen „Weniger Rand an der Seite/Etwas weniger Rand oben und unten“ und das kann man ja mal direkt abhaken. Der zweite Punkt „Anordnung der Elemente oben“ zielte auf die Zyklopen ähnliche Optik bei weißen Modellen ab. Da man die beiden Farben Silber und Grau auf der Front komplett schwarz hält, hat Apple hier getrickst. Wie es da oben aussieht spielt schlicht keine Rolle mehr.

Beim nächsten Punkt hieß es „Displayschutzspray für „immer““ und hier bin ich tatsächlich enttäuscht. Der Schutz wurde gar nicht mehr verwendet. Schade, es war wirklich gelungen. Und zum Schluss „Bonus: Lautsprecher optimieren“. Nun ja, hier habt ihr es bereits gelesen, das wurde nichts.

Insgesamt doch eher enttäuschend das Apple so wenig Punkte erfüllt hat und das macht was sie in letzter Zeit öfters machen, einfach weiter. Langsame Entwicklung und ein klein wenig ausruhen. Bisher schadet es Apple (noch) nicht.

Wechseln?

Um diese Frage zu beantworten muss man wissen von wo man her kommt. Bewusst rede ich aber nur über Kunden, die bereits ein iPhone haben, bzw. hatten. Ist dein Telefon älter als das iPhone 6s ist ein Upgrade spürbar. Die Nutzer der iPhone 6s, 7 und 8 werden ein minimal größeres Gerät, mit mehr Display bekommen. Dazu kommt noch ein besserer Akku. Ein „Upgrade“ von 8 auf X würde ich aber nicht empfehlen. A) habt ihr das 8 erst frisch erworben und b) ist das X in weiten Teilen ein 8. Der Unterschied beruht auf der Andersartigkeit (Größeres Display, weniger Bezel, Notch, kein Homebutton).

Wenn ihr aber aktuell ein Plus Model (6s, 7 und 8) besitzt ist die Empfehlung schwieriger. Ich komme von einem 6s Plus. Die Performance ist beim X besser, aber nicht signifikant (das kann kein Upgrade Grund sein). Der Akku ist insgesamt schlechter, es sei denn ihr habt den Akku in eurem Plus runtergewirtschaftet. Auch einige Phablet Funktionen sind nicht mehr enthalten. Also zum Beispiel das nutzen des Homescreens im Landscape Modus.

Also als Wechsel Fazit: man kann upgraden, ein echtes Killerfeature gibt es aber nicht. Es ist ein faszinierendes Stück Technik (da schließe ich Huawei, LG und Samsung mit ein), soviel Display auf so wenig Platz ist schon verrückt. Sonst kann man – wie gesagt – kein Grund nennen der einen „zwingt“ das Gerät zu wechseln, den Wechsel bereue ich aber in keinster Weise.

Mein Senf

Das große Highlight und Thema vom iPhone X ist das Display. Es dominiert sowohl positiv als auch negativ. Der Glasrücken ist angenehmer als gedacht und sogar die Edelstahlkanten sind angenehm. Das Gerät wirkt sehr wertig, vielleicht sogar wie das wertigste iPhone aller Zeiten. Die kompakte Größe ist nach einer gewissen Eingewöhnung sehr angenehm.

Face ID ist zwischen unbewusst und jetzt geht es mal wieder nicht. Es ist langsamer als Touch ID und hakt noch ab und an. Insgesamt finde ich es aber besser. An der Tonecke muss Apple unbedingt mal etwas machen, das ist einfach nur armselig.

Der Preis ist natürlich eine Wucht. Die die vom 1300 € Telefon sprechen sollten erst einmal nachdenken. Denn 1300 € kostet das „große“ Modell (mehr Speicher), was für diese Leute (meist) nicht in Frage kommt und des Weiteren kaufen diese Leute das Telefon häufig mit Mobilfunkvertrag. Lasst einfach die Kirche im Dorf. Und wenn Samsung und Google knapp 1000 € für ihre Telefone ausrufen (können), ist es beim iPhone absolut legitim. Die Softwareentwicklung, das Marketing und die Geräteherstellung erfolgt in dem Fall bei Apple (mit Abstrichen) und damit entstehen höhere Kosten. Das Gerät ist auch deutlich wertiger als ein Pixel und von Samsung werde ich wohl nie etwas halten.

Der Notch und die Ohren sind ungewöhnlich, aber im Großen und Ganzen schon fast charmant. Nutze ich „klassische“ Geräte mit einem Rechteckigen Display, komme ich mir vor wie in der (Smartphone) Steinzeit. Wenn Apple iOS 12 ein bisschen besser an das iPhone X anpasst, haben wir ein absolut gelungenes Gerät, welches mit Fug und Recht behaupten kann das beste iPhone aller Zeiten zu sein 😛 .

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