Wer viel liest – und vielleicht auch viele Reviews schreibt – möchte eventuell festhalten, was man gelesen hat und was hängengeblieben ist. Viele Buchfans (egal welches Format) mögen haptische Dinge, und auch handschriftlich darf es sein. Wie wäre es mit einem Reading Journal?
Äußeres Erscheinungsbild
Niemand dürfte wohl sagen, dass dieses Reading Journal nicht toll aussieht. Ein roter Kunstledereinband mit goldener Blumenbestickung sorgt für einen wertigen Eindruck. Es gibt zwei Lesebändchen, die das Navigieren vereinfachen, und die Außenseiten sind golden.
Dass das gut aussieht, ist für mich klar. Man bekommt Lust zu blättern und im besten Fall auch etwas einzutragen. Das ist dringend, wenn man es nämlich nur liegen lässt, geht der wichtigste Punkt dieses Lesejournals verloren. Sexy von allen Seiten.

Der kleine Wegbegleiter
Nachdem ich die Banderole entfernt hatte, fiel mir der kleine Wegbegleiter in die Hände. Er nimmt das Gefühl, dass man sich im Zweifel überfordert fühlen könnte. Es gibt ein paar Empfehlungen, wie man das Buch verwenden kann und was man an die einzelnen Stellen schreiben könnte.
Review
Es gibt in dem Reading Journal zwei verschiedene Review-Bereiche, die einige Überschneidungen haben, entweder 2er- oder 4er-Reviewseiten. Bei beiden findet man eine Übersicht, welche Form das Buch beschrieben wird und die Metadaten (wie Autor, Titel, Seitenanzahl usw.).
Es gibt Ja/Nein-Fragen, ein Netzdiagramm, Zitate und Gedanken und eine Reviewseite (die man dann frei formulieren kann). Bei den 4er-Seiten kommen noch eine Einordnung, ähnliche Titel, Charaktere und ein Mini-Moodboard dazu. Man muss sich vorher nur festlegen.


Man kann sich hier richtig austoben. Trotz der Vorgaben kann man es stellenweise frei gestalten und ausleben, wie es zum Buch bzw. zum Anwendenden passt. Einige Bereiche – das lange Review zum Beispiel – habe ich gar nicht gefüllt, das wäre mir zu aufwendig.
Leselisten / -tracker
Verschiedene Listen und Tracker gibt es ebenfalls. Ungelesene Bücher, eine Leseliste mit Rating, ein Reihentracker und ein Lesetracker werden angeboten. Hier könnte man sich auch mit dem „geliebten“ Stapel der Schande verewigen. Vielleicht ist das auch eine Bestrafung, wenn dieser zu hoch ist und man alle Titel hier eintragen muss.
Lesebingo
Bingos sollten bekannt sein. Hier gibt es einen zum Thema Lesen. Wer eine Reihe voll hat, ruft Bingo. Wenn ihr zu Hause alleine im Raum oder, noch schlimmer, mit jemand anderem seid und laut Bingo ruft, kann ein komischer Blick noch die geringste Strafe sein.
Nur um euch ein paar Einblicke zu geben, das sind ein paar Bingos:
- Buch mit mehr als 500 Seiten
- Unhappy Ending
- Enemies to Lover
- Spielt nicht in Europa oder in den USA

Problem
Ich bin ehrlich: Solche Bücher gibt es viele – natürlich zu vielen anderen Themen. Und sie haben einige Probleme. Sie sind starr, man hat sie in entscheidenden Momenten nicht bei sich, und wenn man die Zeit hat, vergisst man vieles. Das ist schade und schreckt mich ab.
Gerade als Vater habe ich in letzter Zeit einige ähnliche Bücher gesehen und muss sagen: Es ist Arbeit und anstrengend. Reflexion – das habt ihr auf meinem Blog schon einige Male gehört – gefällt mir hingegen gut. Gerade bei Büchern ist es oft ein wochenlanges Lesen, und dann war es das auch schon.

Fazit
Dieses Buch ist cool und gefällt mir. Ich werde es gelegentlich nutzen und einige Bücher festhalten, und ganz besondere Comics dürfen sich auch in diesem Buch wiederfinden. Die Arbeit, die mit diesem Journal verbunden ist, ist in meinem vollen Tagesablauf aber ein echtes Hindernis.
Dabei sollte vordergründig die Wertschätzung gegenüber den gelesenen Büchern – in meinen Augen – im Vordergrund stehen. Dieses noch einmal darüber nachdenken und dann aufzuschreiben finde ich toll und kann ich empfehlen. Dieses Journal im Allgemeinen aber auch.