[Versus] Basket vs FIVE

Lesezeit: 6 Minuten

Diesmal möchte ich euch ein etwas anderes Versus anbieten. Dieses Versus beschäftigt sich mit 2 NBA Magazinen aus Deutschland, in deutscher Sprache. Was zeichnet die beiden Magazine aus? Wo liegen die Unterschiede? Und welche bevorzuge ich?

Allgemein

Die Basket ist ein Magazin mit dem offiziellen Titel „Deutschlands größtes Basketballmagazin“. Zusätzlich ist es noch offizieller Partner der NBA. Diesen Titel kann man sich erkaufen, hat also keinen Unterschied ala „nur ich darf über die NBA berichten“, kann aber Kunden zum Zugreifen ermutigen. Die Basket läuft bei einem großen Verlag und ist somit finanziell abgesichert. Damit ist sie ein Big Player in Deutschland. Was man auch bei den höheren Auflagen und an der besseren Verfügbarkeit sehen kann.

Die Five ist mehr oder minder als kleines Hobby entstanden. Mittlerweile ist sie größer geworden und hat einige treue Fans. Leider ist die Verbreitung und die Auflage deutlich niedriger. Das fällt zum Beispiel dadurch auf, das nicht jedes Kiosk die Five führt. Feste Mitarbeiter hat die Five, außer dem Chefredakteur André Voigt – der auch mit Planet Basketball und seinen Podcast Got Nexxt, für noch mehr herausragenden Basketballstoff liefert – keine. Für jede Ausgabe gibt es aber immer wieder wechselnde freie Autoren / Journalisten.

Preis

Während die Five nur im Handel oder als Abo erhältlich ist, ist die Basket auch digital erhältlich. Leider befindet sich der digitale Preis oft über dem des gedruckten Magazins. Das finde ich sehr frech, wenn nicht sogar absolut unmöglich. Leider konnte mir die Basket keine Antwort geben, warum eine digitale Version mehr kostet als eine gedruckte und ausgelieferte Variante. Sonst sind beide mit 3,90 €  preislich gleich unterwegs.

Beim Preis gibt es Punktegleichheit.

Artikellänge und -qualität

Hier kommen wir zu den beiden größten Unterschieden. Die Basket orientiert sich in erster Linie an ein junges Publikum, das schnell über die NBA und BBL informiert werden möchte. Dies erfolgt mit leicht reißerischen Überschriften und wenig reflektierten Meinungen. So sind auch die Artikel in der Basket selten länger als vier Seiten und selbst wenn, dann mit mehr Bildern als Text. Die XXL Story bittet da eine gewisse Abwechslung und ist dementsprechend länger. Diese sind auch meine persönlichen Highlights jeder Basket. Bei anderen Artikeln habe ich leider oft das Gefühl, genauso so schlau wie vorher zu sein.

Die Five hingegen überzeugt über sehr lange Artikel und teilweise sehr informative Artikel. Dabei steht der Text, nicht die Bilder, im Vordergrund. Die Artikel sind oft viel besser recherchiert und gehen tiefer. Dafür muss man sich bei der Five mehr Zeit nehmen, mal eben einen Artikel lesen, kann schon etwas länger dauern. Auch nach einem anstrengenden Tag, mal runter kommen fällt mit der FIVE nicht immer einfach.

Beispiel:
Basket 9-10/2016: Die Rede ist – nach dem Wechsel von KD zu den Warriors – es könnte eine Ära werden. Das ist aber Quatsch! KD hat einen 2 Jahres Vertrag, mit einer Spieleroption auf das zweite Jahr unterschrieben. Currys Vertrag läuft bis 2017. Da er zu Beginn seiner Karriere Probleme mit seinen Knöcheln hatte, bekam er einen niedrigen Vertrag. Das wird nicht mehr passieren. Somit ist das halten von beiden Spielen (ohne Weiteres) nicht möglich. Eine Ära von einem Jahr? Bei Basket geht halt alles!

Je nach Geschmack würde ich hier sagen. Wer lange und hochwertige Artikel will, greift eher zur FIVE.

Basket Five

Aktualität

Auch hier präsentiert sich die Five deutlich besser als die Basket. Die Basket hat nicht selten in der letzten Saison Titelthemen gehabt, die zum Zeitpunkt des Erscheinens der Zeitung nicht mehr aktuell waren. Während die Playoffs 2016 liefen, hatte die Basket sich lieber mit dem Abschied von Kobe Bryant beschäftigt, anstatt über die Playoffs zu schreiben. Dies fand ich sehr schade und sorgte für unschöne Momente. Ende letzten Jahres wurde zum Beispiel Blake Griffin als Titelfigur auserkoren und absolut wichtig für die Clippers angesehen, obwohl er sich kurz davor verletzt hatte und die Clippers ohne ihn auskommen mussten und es schon erfolgreich getan haben. Auch Behauptungen wie „deswegen haben die Thunder die Playoffs 2014/2015 erreicht“, war Urkomisch, denn die Thunder haben selbige gar nicht erreicht. Auch den Titel Rookie of the Year 2015 wurde von der Basket vergeben, bevor dies tatsächlich der Fall war. Ein kleiner Hinweis oder eine Umformulierung wie „Deswegen waren die Thunder im Playoff Kampf“ oder „Deswegen ist er heißer Kandidat auf die Rookie of the Year Auszeichnung“, wären deutlich besser gewesen.

Bei der Five konnte ich sowas selten feststellen, man muss aber immer bedenken dass der Redaktionsschluss deutlich eher ist als das Erscheinen der Zeitung. Dies kann zu veralteten Artikeln führen. Leider passiert das der Basket öfters. Das könnte aber auch an der Zielgruppe liegen. Wenn man Leser mit knackigen Überschriften überzeugen will, kann man nicht in einem Nebensatz alles relativieren.

Sieger: FIVE

Design

Das Cover der Basket präsentiert sich oft sehr mit Überschriften überladen und sehr einseitig beziehungsweise ähnlich. Die Artikel sind durchaus übersichtlich gestaltet. An jedem Bild ist immer eine Bildunterschrift zu erkennen. Was teilweise das Design zerstört, aber auf der anderen Seite auch informiert. So kann auch ein Leser verstehen warum dieses Bild, an diesem Artikel hängt.

Die Five überzeugt immer wieder mit abwechslungsreichen Covern, manchmal sind auch echte Meisterleistung zu finden. Bestes Bespiel ist das Cover was an Star Wars erinnert. Auch die Artikel überzeugen durch unterschiedliche Farbgebung, andere Schriften und interessanten Design. Dies variiert pro Ausgabe, so dass jede Ausgabe in sich stimmig ist. Manchmal haben alle Artikel ein Design, das dann in den Teamfarben wechselt. Dieses Design ist dann nur für eine Ausgabe.

Gerade was die Abwechslung und modernes Design anbelangt ist die FIVE besser.

Basket Five

Playoff Preview 2016/2017

In den aktuellen Ausgaben war die neue Saison Thema. Also können wir mal einen kleinen Vergleich machen. Leider wurde das Bild was ich bisher von beiden Magazinen hatte, nur bestätigt, bzw. noch verschlimmert.

Die Basket ist der Meinung das Frank Vogel von den Pacers, genauso wie Scott Skiles von den Magic, entlassen wurden. Beides ist schlicht nicht war. Während Vogels Vertrag nicht verlängert wurde, ist Skiles selbstständig zurückgetreten. J.R. Smith wurde einfach dem Kader der Cavs zugeordnet, obwohl er keinen Vertrag hatte. Das ist schlampig und zerstört jede Professionalität.
Von der Bewertung bin ich auch ein wenig verwundert. Die Bulls gehören bei der Basket zu den Top 3 im Osten, da fällt einem nichts mehr ein.
In der Basket ist jeder Artikel unterschiedlich, mal eine Seite mal zwei Seiten. Das eine ist ein Interview, das andere ein Rookie Bericht. Die Seiten mit dem Kader sehen altbacken aus. Unter jedem Spieler steht eine Pseudoinformation die sich in jedem Klatschblatt wohl fühlen würde.

Die FIVE ist hier mit Abstand seriöser. Jede Mannschaft erhält den gleichen Aufbau. Links der Kader, Stärken, Schwächen und Fazit. Dann gibt es einen 2 seitigen Fließtext. Ganz rechts gibt es Fantasy Manager Picks, Stats und Best & Worst Case. Gerade die Best & Worst Case Bereiche sind ungewöhnlich. Die Bilder dazu sind klein und oft – ohne Kontext – nicht verständlich. Der Text dazu ist manchmal witzig, manchmal albern.

Ungelogen: diese Playoff Preview hat mich noch einmal mehr, als nur ein bisschen bestätigt: Die FIVE ist VIEL besser!

Oben FIVE, unten Basket

Fazit

Wer diesen Artikel liest wird klar feststellen ich bevorzuge die Five. Aber die Basket hat auch ihre Vorzüge. So ist ein Basket Artikel oft schnell mal zwischendurch gelesen und ohne große Konzentration lesbar. Manchmal findet man auch einen kleinen Leckerbissen in der Basket, denn man sonst nicht sooft findet. Die XXL-Stories sind deutlich hochwertiger als der Rest, bitte mehr davon.

Wer viel NBA Futter bekommen will, der kommt nicht drum rum beide zu lesen. Sollte aber jemand nur eine kaufen wollen, sollte sich im Klaren werden: Wann lese ich und wie viel Zeit will ich mir nehmen? Und was erwarte ich von einem Magazin. Denn beide sind sich – außer beim Preis – kaum ähnlich. Wer sich aber wirklich gut informieren will, sollte zur Five greifen. Für mich ist diese ganz klar das deutlich bessere Magazin.

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