[Comic] They called us Enemy: Eine Kindheit im Internierungslager

Kennt ihr George Takei? Selbst als nicht Treki kennt man den Steuermann Hikaru Sulu des Raumschiffs Enterprise. Aber was die wenigsten wissen, ist nicht nur seine Kindheit, sondern das Japaner in den USA in Internierungslagern leben mussten, egal wie lange sie bereits in den USA lebten und wo sie geboren wurden. Diese Geschichte erzählt They called us Enemy.

Eine Kindheit im Internierungslager

Mitten in der Nacht werden George und sein Bruder Henry geweckt, Hektik bricht aus. Mit dem 7. Dezember 1941 ändert sich alles für so gut wie jeden Japaner in den USA. Der Angriff der Japaner auf Pearl Harbor, machte sie auf einmal zu Feinden. Egal wie lange sie schon in den USA lebten oder ob sie sogar in den USA geboren waren.

Mit der Durchführungsverordnung 9066 wurden japanisch stämmige Menschen eingesammelt und durch die USA gebracht, um dann eingepfercht zu leben. Und genau dieses triste und Menschenunwürdiges Leben schildert George. Auch wenn es für die Kinder „normal“ war, war es alles nur eben nicht normal.

Gerade sein Vater – der den ganzen Spuk mit sich ergehen gelassen hat und auch im Nachgang nie über die Ungerechtigkeit geschimpft hat – prägt den kleinen George, auch Jahre später noch. Aber auch eine Auflösung wird geboten, die nicht spurlos an einem vorbei geht.

Mein Comic Senf

Mal ganz ehrlich: habt ihr gewusst das es in den USA regelrecht eine Jagd auf Japaner gab und dass diese illegal weggesperrt wurden? Nein? Dann geht es euch wie vielen anderen. Auch in den USA wird über das Thema geschwiegen. Allein dafür ist dieser Comic schon höchst relevant.

Der Aufenthalt in den Internierungslagern nimmt den größten Teil der Geschichte ein und das ist auch gut so. Man kann es kaum nachvollziehen wie ruhig und besonnen viele Japaner reagiert haben. Das ist sicher nicht selbstverständlich und eine Mentalitätsfrage.

Das Ende des Comics geht dann ein bisschen weiter weg. Unter anderem wird von den Erfolgen von George Takei gesprochen. Der Blick in diese Zeit war nötig, aber die Zeit als Schauspieler finde ich ehrlicherweise etwas unnötig. Sie wirkt schlicht wie ein Fremdkörper.

Verrückte Dinge bietet der Comic aber auch noch am Ende. So haben wir zum einen die Frage nach Loyalität. Denn die Japaner in den Lagern wurden gefragt ob sie den USA loyal sind, eingesperrten und enteigneten Menschen wird diese Frage gestellt. Absolut verrückt.

Dass das alles ungerecht und illegal war, entschied die Regierung später. Das am selben Tag ein gewisser oranger Präsident eine ähnliche Entscheidung getroffen hatte, die damals illegal war, ist der Beweis: Historie wiederholt sich. Aber man sollte sie nicht vergessen und erst Recht, sollte man sie nicht hinnehmen.

Alleine der viele Text sollte gut illustrieren wie sehr mich der Comic aufgewühlt hat. Es wäre noch mehr gewesen, wenn ich zuvor nicht schon reichlich Reviews gehört, gelesen und gesehen hätte. Lest das bitte unbedingt und ihr werdet (hoffentlich) ein besseres Verständnis für Ungerechtigkeit haben.

Meine letzten Worte:

Die Schande der USA

Review – COMIC DES MONATS: Dezember 2020

  • 9/10
    Story - 9/10
  • 7/10
    Zeichnung - 7/10
  • 8/10
    Einsteigerfreundlich - 8/10
  • 8/10
    Gesamteindruck - 8/10
8/10

They called us Enemy: Eine Kindheit im Internierungslager

Erscheinungsdatum: 13.05.2020
Format: Hardcover
Seiten: 208
Autor*innen: George Takei, Justin Eisinger, Steven Scott
Zeichner*innen: Harmony Becker
Übersetzer*innen: Christian Langhagen
Genre: History, Drama
Preis: 25,00 €

* Erklärung

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