[Comic] Ulysse & Cyrano

Ein Einzelband von dem Autor von Undertaker, Schloss der Tiere und 1629? Das sollte doch ein Must-Read sein, oder? Nur muss man sich immer wieder erinnern. Der Titel war ein „Muss ich lesen“ zu „Vergessen, warum ich es lesen will“. Und dann habe ich ihn gelesen.

Dieser Comic wurde mir vom Splitter Verlag als Rezensionsmuster zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Die Bewertung des Comics findet aber in üblicher Vincisblog Qualität statt.

Der Plot

Der Club der Hundert verkündet den Sieger ihres Wettbewerbs und dieser ist Monsieur Gédéon Lecoq. Zum Leidwesen von Cyrano. 15 Jahre vergehen und Ulysse Ducerf lebt ein gehobenes Leben in Paris. Er hat einen Butler, lebt in einem großen Haus, aber er lebt auch mit vielen Regeln.

Er liebt die Kunst und seine Leistung in der Schule ist ausbaufähig. Als ein Gerücht über seinen Vater aufkommt – er sei ein Kollaborateur mit den Deutschen gewesen – bringt er seine Frau und seinen Sohn in die Bourgogne. Nun leben sie dort unter dem Namen Darcy.

Ulysse bekommt Nachhilfeunterricht und findet nur wenig Anschluss zu anderen Kindern. Und dann trifft er zufällig auf Cyrano. Ein ehemaliger Koch und so beginnt eine ganz andere Reise durch die Kunst des Kochens. Aber darf Ulysse einen anderen Weg einschlagen, als das Familienunternehmen zu führen?

Mein Comic Senf

Dieses Mal möchte ich aus Gründen mein Review in Bereiche einteilen, um auf einige Bausteine der Geschichte konkret einzugehen. Es geht um die Kreativität der Geschichte, den Verlauf und um das Unaussgesprochene. Also los geht es mit meiner Meinung.

Die Geschichte ist nicht kreativ. Es ist eine Geschichte, die man in der Form sicher oft hört, aber auch eine Geschichte, die oft passiert. Das Kind möchte der Leidenschaft nachgehen und ein (oder beide) Elternteil(e) sind damit nicht einverstanden. Gerade wenn es ein kreativer Beruf ist.

Auch der Verlauf – Startpunkt, Veränderung, mögliches neues Leben, Dämpfer, eventuelle Erfüllung – ist sehr klassisch. Man weiß genau, wie es weitergeht. Überraschung sucht man vergebens. Das beides klingt nicht gut, aber es gibt Gründe, warum das nicht so schlimm ist, wie es klingt.

Der Zeichenstil ist entspannend und genau das ist diese Geschichte ebenfalls. Man wird durchgetragen und fühlt sich wohl. Die Titelfiguren sind sympathisch und man gewöhnt sich an sie. Man möchte nur das Beste. Es ist ein „Feelgood-Comic“. Und das ist auch gut so.

Zum Abschluss kommen wir noch zu dem nicht Gesagten. Der Comic ist perfekt abgeschlossen, aber einiges wird nicht durchgekaut oder überhaupt konkret besprochen. So ist das Essverhalten von Ulysses’ Mutter zwar Thema, wird aber nicht zu Ende geführt. Dieser Umgang gefällt mir ausgezeichnet, denn das lässt einen nicht los.

Ebenfalls unüblich ist, dass ich so viel zu einem Comic schreibe, auch wenn der Comic nicht herausragend ist. Aber man kann einiges dazu sagen. Man macht nichts falsch, aber man wird auch nicht überrascht. Wer damit leben kann: Kaufen.

Meine letzten Worte:

Geradeaus Erzählt

Review

  • 6/10
    Story - 6/10
  • 8/10
    Zeichnung - 8/10
  • 9/10
    Einsteigerfreundlich - 9/10
  • 7/10
    Gesamteindruck - 7/10
7.5/10

Ulysse und Cyrano

Erscheinungsdatum: 23.03.2026
Format: Hardcover
Seiten: 176
Autor*innen: Xavier Dorison
Zeichner*innen: Stéphane Servain
Übersetzer*innen: Tanja Krämling
Preis: 35,00 €

* Erklärung

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