[Test] Jawbone Up2

Die Auswahl an Wearables wächst in letzter Zeit immer weiter, und eine Kategorie beginnt langsam aber sicher immer mehr in den Fokus zu rücken. Die Rede ist von Fitnesstrackern. Es gibt mittlerweile mehrere Anbieter mit unterschiedlichen Geräten. Auch die Farbauswahl ist nicht nur noch schwarz und grau, teilweise kann man sie als Lifestyle Gadget betrachten. Ein Großteil der Funktionen ist aber Deckungsgleich, und zwar können alle Schritte zählen, die zurückgelegte Strecke berechnen und den Schlaf aufzeichnen. Große Unterschiede gibt es kaum noch.

Nach meinen ersten Erfahrungen mit unterschiedlichen Fitnessgadgets keimte in mir der Gedanke erneut ein Fitnesstracker zu erwerben. Der Favorit: Jawbone Up2. Günstiger und früher in Deutschland verfügbar als das Up3. Eigentlich fehlt nur die Herzfrequenz Funktion, eine Funktion auf die ich gut und gerne verzichten kann/konnte. Zumal der kleine Optische Unterschied, spricht für mich für den Up2.

Verarbeitung

Kein Unwichtiger Punkt, zumal das ein großes Manko der alten Jawbone Tracker war. Das Armband verfügt nun über eine Einheitsgröße, die sich über einen Verschluss verstellen lässt. Dieser ist aber auch eins der größten Mängel. Am Anfang war es ziemlich schwierig das Band zu fixieren, im Alltag ist mir das Band dreimal beinah abhandengekommen, weil es sich gelöst hat. Das hätte man besser lösen können, wenn nicht sogar müssen. Das Band als solches fühlt sich stark nach Gummi an und der obere Bereich fühlt sich ähnlich an. Aber weit gefehlt, unter dem oberen Bereich steckt eine Metallabdeckung. In diesem Gehäuse ist der eigentliche Tracker. In diesem Bereich sind auch drei Icons „versteckt“. Einmal rot für ein Männchen, Weiß für ein Nachrichtsymbol und einmal blau für einen Mond. Tasten gibt es keine.
Der Tracker ist Spritzwasser geschützt, also beim Duschen und bei einem Regenschauer muss man keine Bedenken haben, Baden oder Schwimmen sollte man aber vermeiden, vor allem wenn man den Tracker danach noch verwenden möchte.

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Bedienung

Ein Doppeltipp zeigt den aktuellen Status an. Das klappt manchmal sehr gut, manchmal gar nicht und manchmal ungewollt, dazu später mehr. Nachdem Doppelklick kann man via langen Tap in den jeweils anderen Modus wechseln – also von Schrittzähler (rot) zu Schlafmodus (blau) oder umgekehrt. Zum verwenden des Armbandes brauch man selbstverständlich eine App, die es aktuell nur für iOS und Android gibt, wichtig ist hier das es zwei verschiedene Apps gibt. Die mit dem Lila Icon ist hier die Richtige, die blaue ist nur für die alten Tracker. Der Jawbone Account ist aber derselbe. Das Wechseln der Modis geht auch in der App, auch ein extra „Sportmodus“ lässt sich in der App einschalten. Gekoppelt wird via Bluetooth 4.0.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit des Armbandes beträgt 7-9 Tage, dies hängt vom aktivieren des Armbandes (Icons an) und Vibrationsalarmen ab, schwankt aber nicht sonderlich stark. Der Akku ist nach knapp einer Stunde komplett geladen. Das Telefon – in dem Fall ein HTC One M8 – leidet kaum unter dem permanent angeschalteten Bluetooth. Bluetooth kann man also getrost anlassen.

Funktionen

Wie bereits erwähnt verfügt der Tracker über die Standardfunktionen wie bereits bei der Konkurrenz üblich/bekannt. Das sind Schritte zählen und Schlaf aufzeichnen – dabei werden die Schlafphasen in drei Phasen eingeteilt: Wach, leichte Schlafphase und tiefe Schlafphase (Gesunder Schlaf). Weitere Funktionen sind zum einen der Stoppuhr Modus. In diesem kann man bereits vor Beginn des Sports ein spezielle Aufzeichnung starten. Ist der Sport beendet, kann man diesen wieder beenden (dies geht nur in der App). Danach kann man Sportart und Intensität anpassen. Der Stoppuhr Modus lässt sich auch im Nachgang anlegen oder die dritte Variante ist das wenn du in einer kurzen Zeit viele Schritte zurückgelegt hast, fragt dich die App ob du dich Sportlich betätigt hast. Nachdem Bestätigen kannst du die gleichen Angaben machen wie oben bereits erwähnt.

Als kleines Schmankerl ist ein Vibrationsmotor im Armband eingebaut. Dieser kommt bei zwei Funktionen zum Einsatz. Die eine ist der Inaktivitätswecker. Wenn man länger als die eingestellte Zeit sich nicht bewegt hat, vibriert das Armband. Und die zweite Funktion ist bisher exklusiv für Jawbone Geräte. Und zwar der Smartalarm. Das Wecken zu einer bestimmten Uhrzeit können diverse Tracker, aber das Wecken zur „Richtigen“ Zeit können meines Wissens nur Jawbone Ups. Was heißt dieses zur „Richtigen“ Zeit? Du gibst eine Uhrzeit ein, wann du geweckt werden willst und eine Toleranz, also quasi wie viel eher bzw. später es sein darf. Das Armband weckt dich dann sanft in einer leichten Schlafphase. Ehrlich: Ein Traum, entspannter kann man nicht aufwachen. Leider „weckt“ dich das Armband trotzdem wenn du schon wach bist und vielleicht sogar schon den Modus auf aktiv geändert hast. Sehr Schade, ein Abschalten des Weckers würde ich hier begrüßen.

In der App selber kann man noch sein Essen dokumentieren, das geht über Schätzen, mit Foto (ziemlich unsinnig) oder mit Barcode (wenn verfügbar). Die Nährwerte werden schön angezeigt und es werden dazu Tipps angezeigt, was man Essen müsste, um den oder den Wert zu verbessern. Für mich ist das zu Aufwendig, deswegen nutzte ich diese Funktion nicht mehr, andere werden darin aber ihren Gefallen finden.

Zu guter Letzt kann man sich noch Erinnerungen einrichten. Für Medikamente, Joggen oder ähnliches kann man einen Zeitpunkt (sowohl Uhrzeit als auch Wochentag) und Benachrichtigungsart (entscheidet über die LED die leuchtet) festlegen.

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Motivation

Ich hatte schon einige Fitnesstracker, aber – warum auch immer – hat mich das Jawbone Up 2 am meisten motiviert, noch einen extra Schritt zu gehen. Bei den Vorgängern habe ich teilweise nur Interessehalber mal geschaut, und dann nach dem Motto „Oh, so viele Schritte also“ reagiert. Das Up hat mich schon ein paar Mal zu einem Spaziergang ermutigt. Ein ebenfalls wichtiger Teil der Motivation ist das es nicht sonderlich leicht ist zu Betrügen. Die „aktive“ Hand sollte man meiden, weil dort ein paar Schritte mehr gezählt werden, aber alles in allem kann man Auto fahren oder auf einer Tastatur tippen, ohne das in solchen Situationen Schritte dokumentiert werden.

In der App kann man ein Benachrichtigung einstellen, für das Erreichen einer Schrittzahl und einer Uhrzeit, so dass um 18 Uhr zum Beispiel, eine Meldung kommt, das du bereits 6000 Schritte zurückgelegt hast.

Man kann auch gegen Freunde ein Schrittduell veranstalten. Dabei kann man sich mit einem Freund über 24 Stunden, 3 Tage oder 1 Woche messen, wer die meisten Schritte zurückgelegt hat.

Eine besondere Motivation bietet auch der SmartCoach. Ich hatte sinnlose Oberflächliche Tipps erwartet, aber der Smartcoach weiß zu den Themen: Bewegung, Schlaf und Ernährung gut zu überzeugen. Beispiel gefällig? Eine der ersten „Smartcoach“ Kacheln war: Zahlen spielen keine Rolle, verlass dich beim Abnehmen nicht nur auf dein Gewicht auf der Waage, sondern auch wie du dich fühlst und von anderen wahrgenommen wirst (So in etwa, ist aus dem Gedächtnis).

Hat man sein Ziel erreicht blinken die LEDs und das Armband vibriert, ein nettes Feedback für einen persönlichen Erfolg.

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Nachteile

Wer die Sportarten Fahrradfahren oder Schwimmen (Abwandlungen sind mit eingerechnet) gerne ebenfalls getrackt haben will, wird sich eher nach einem anderen Tracker umschauen müssen. Beim Radfahren liegen die Hände auf dem Lenker, und somit werden kaum Schritte erkannt. Und Schwimmen ist einfach aus Mangel an Wasserdichtigkeit nicht zu empfehlen. Wer „nur“ seinen Sport aufzeichnen möchte, kann aber im Nachgang noch den jeweiligen Sport auswählen und kann so wenigstens Anstrengungsgrad und Dauer dokumentieren.

Die App hat teilweise ein paar Übersetzungsprobleme. Zum Beispiel steht immer wieder der Wochentag in Englisch im Text und ein Fußballbeispiel wurde mit Yards abgerundet (da wurde das amerikanische Football mit Fußball übersetzt). Aber prinzipiell ist es die Ausnahme.

Leider Aktiviert sich das Band selbst und man ist schneller als Gedacht im Schlafmodus. Das Gewünschte wechseln des Modus klappt manchmal hingegen gar nicht, da kann man auf dem Tracker bis zum Umfallen kloppen. Stört nur eben in jenen Situationen, diese halten sich aber in Grenzen.

Eine nette Funktion wäre das man über Benachrichtigungen am Telefon via Vibration – vielleicht sogar ein Vibrationsmuster – am Up informiert wird. So eine ähnliche Funktion gibt es bei der Konkurrenz.

Fazit

Ziel erfüllt würde ich sagen. Ich bin motiviert mal eine Runde mehr zu gehen, des Weiteren bin ich bequem über Schlaf und Schrittanzahl informiert. Ein angenehmes Erwachen ist ebenfalls schon fast garantiert. Der Inaktivitätswecker eignet sich besonders in längeren Meetings, als Zeitmesser, oder an einem faulen Couch-Tag.
Das Design ist schlicht und erweckt nicht sofort den Eindruck eines Gadgets. Für mich wohl der beste Tracker, auch wenn Herzfrequenzmesser, Wasserdichtigkeit und ein Display vielleicht dem ein oder anderem fehlen dürfte.

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