[Comic] The Many Deaths of Laila Starr

Üblicherweise lese ich einen Comic, mache ein paar Tage später Fotos und weitere Tage später einen Blogbeitrag. Diesmal ist alles anders. Wenn ich gestern nicht hundemüde gewesen wäre, hätte ich diesen Comic ausgelesen, das habe ich heute nachgeholt. Und jetzt kommt der Beitrag, lest selbst, warum ich nicht anders konnte.

Der Plot

Manchmal passieren gleichzeitig sehr entscheidende Momente. In Mumbai erwartet eine Frau ein Kind, nicht irgendein Kind, dieses Kind wird das unendliche Leben erfinden. Parallel dazu wird dadurch entschieden, dass der Gott Tod nicht mehr gebraucht wird und somit arbeitslos ist. Aber das war noch nicht der letzte entscheidende Moment.

Auf einer Party fällt eine Frau aus dem Fenster – ob sie geschubst wurde, absichtlich oder durch unglückliche Umstände ist nicht klar. Sie ist Tod und ab sofort das neue Zuhause für die nun irdische Tod. Ihr Name ist ab diesem Moment: Laila Starr. So erzählt es zumindest der Geist Munmun.

In der Folge möchte sie sich das Kind anschauen, was für ihre Entlassung zuständig war. Darius ist sein Name. Sie könnte ihn töten, tut es aber nicht. Laila stirbt und Pranah – der Gott des Lebens – wiederbelebt sie. Und so beginnt ein Kreislauf von Suche, Tod und Wiedergeburt.

Mein Comic Senf

WAHNSINN! Ich habe einige Comics, die ich mit Abstand zu den Besten zähle, die ich je gelesen habe. Meistens sind es tiefgründige Geschichten, die oft auch nicht immer leicht zu lesen sind. Das ist bei The many deaths of Leila Starr nicht der Fall. Die Geschichte ist recht simpel und dabei immer verständlich, aber was sich darunter verbirgt ist krass. Das ist eine Ode an das Leben!

Optisch war ich am Anfang bei einer Mischung aus Paper Girls und Karmen. Durchaus schon einmal ein gutes Zeichen. Die Kolorierung – mit diesen satten Farben und starken Kontrasten – sieht nicht nur gut aus, sie spiegelt für mich Indien gut wider. Gelungen ist die Aufmachung auf jeden Fall.

Wie der Tod auf die Welt kam … und aus dem Leben verschwand

Ewiges Leben. Durchaus von einigen gewünscht und erstrebenswert. Dass der Erfinder des ewigen Lebens mit seiner Geburt dazu beiträgt, dass ein Gott seinen Job verliert, mag überraschen, ist aber folgerichtig. Sein Umgang mit dem Tod – und damit auch mit dem Gott Tod – ist der letzte Funke.

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, erst recht wenn dies zu früh passiert, ist man nicht nur am Boden zerstört, man sucht im Zweifel eine Begründung. Warum? – ist eine Frage, die man wütend und traurig in den Raum wirft. Eine Antwort gibt es in der Realität natürlich keine, man muss damit leben. Darius geht es anders.

Er trifft den Tod – in Form von Laila – und gibt ihr die Schuld. Seine Reaktion ist menschlich, aber erst mit dem Ende merkt man: Liebe das Leben. Lass dich nicht von der Negativität verschlucken. Darius hat viel mehr verloren und genau das macht den Comic zu einem wahren Highlight.

Wie ein Schleier hat dieser Comic mir noch mehr die Augen geöffnet. Erfreut euch am Leben, an den schönen Dingen, an Dingen, die ihr habt, nicht an Dingen, die euch fehlen. Man darf trauern, aber nicht zulasten von euch selber. Das ist Hoffnung pur und das, obwohl es vielleicht nicht in die Kategorie Happy End fällt.

Meine letzten Worte:

Liebe das Leben

Review – COMIC DES MONATS: November 2023

  • 9/10
    Story - 9/10
  • 8/10
    Zeichnung - 8/10
  • 9/10
    Einsteigerfreundlich - 9/10
  • 10/10
    Gesamteindruck - 10/10
9/10

The Many Deaths of Laila Starr

Erscheinungsdatum: 16.10.2023
Format: Hardcover
Seiten: 128
Autor*innen: Ram V
Zeichner*innen: Filipe Andrade, Inês Amaro
Übersetzer*innen: Jörg Faßbender
Preis: 25,00 €
Stories: The Many Deaths of Laila Starr 1-5

* Erklärung

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