[Comic] Top 5 2021

Wie jedes Jahr haben uns die Comicverlage mit hochklassigen Lesevergnügen versorgt. Jetzt kommt der schönste und schwerste Teil, man muss alles in eine Reihenfolge bringen. Das ist dieses Jahr gar nicht so einfach. Ehrlicherweise bräuchte ich viel mehr Plätze und mehr Kategorien. Hier und da würde ich gerne noch den ein oder anderen Titel eine Platzierung geben und gönnen.

Erwähnenswert

Deswegen bleibt mir nur diese sehr lange Liste hier stehen zu lassen, wollt ihr mehr darüber wissen, schaut euch die Reviews an. Es sind richtig viele Perlen in diesem Jahr dabei und ihr werdet sowohl beim Lesen der Reviews, als auch beim Lesen der Comics euren Spaß haben.

5. Wonder Woman: Dead Earth

Review

Dreiviertel der Reihe ist bereits 2020 in Deutschland erschienen, aber weil ich die Serie komplett lesen und bewerten wollte, habe ich gewartet. Deswegen den Titel nicht in die Bestenliste aufzunehmen wäre unfair. Genau deshalb möchte ich die Reihe noch einmal ins rechte Licht rücken.

Eine „echte“ Amazone bekommt man nur selten bei einem Wonder Woman Titel geboten. Es ist nicht die „Schöne“, „Schlanke“ und „begehrenswerte Frau“, sondern eine echte Kämpferfrau. Dazu kommt, dass sie zu einem Zeitpunkt erwacht, wo sie selbst nicht weiß, was passiert ist. Die Welt ist nicht mehr wie man sie kennt und alles ist chaotisch. Warum ist das so?

Dabei gibt es nicht nur ein grandioses und brachiales Artwork, sondern auch diverse Wendungen, die die Geschichte unglaublich spannend machen. Das Werk passt dabei genau in die Zeit und wirft Fragen auf, die in den aktuellen Zeitgeist passen.

Besonders das Albenformat unterstreicht die Stärken eines solchen Comics. Wonder Woman: Dead Earth ist genau ein Beispiel für einen Superhelden Comic der weiter und tiefer geht als nur Soundwords und dumme Action. So geht Comic und davon hätte ich gerne so viel mehr.

4. Shangri-La

Review

Fernab von Superhelden Comics gab es viele Highlights, eins davon war der dicke Comic von Mathieu Bablet mit dem Titel Shangri-La. Besonders gefallen hat mir dabei wie stark Zukunftsvision mit der Gegenwart verwoben wurde. Ist das jetzt Fiktion oder eine potenzielle Zukunft? Ist das Humor oder Gesellschaftskritisch?

Verschiedene Ereignisse haben dazu geführt, dass es nicht mehr möglich ist, auf der Erde zu leben. Ein Leben auf einer Raumstation ist jetzt keine neue Idee, aber dass dort der Konsum noch stärker durch die Tianzhu Enterprises gefördert wird, als aktuell, sind die Black Mirror Momente, die ich mag. Ein neues Telefon? Muss ich haben, egal wie aussichtslos die Situation auch sein möge.

Die Optik ist dabei besonders. Ist es ein schöner Stil? Wahrscheinlich nicht. Aber er ist auffällig und durch die Kolorierung besonders. Das Artwork schießt mir direkt in den Kopf, wenn ich an Shangri-La denke. Und das ist einer der Punkte, die ein gutes Artwork ausmachen. Nicht immer schön und detailliert sollte das Ziel sein, sondern passgenau und auffällig.

Ich vermute auch das der Comic bei einem erneuten lesen funktioniert. Da er komplexer ist, als nur das geschriebene Wort. Genau so muss ein guter Comic sein, der mehr Tiefe hat. Die Verarbeitung ist ebenfalls – Splitter-typisch – erstklassig. Worauf wartet ihr noch, lest: Shangri-La!

3. DC New Frontier

Absolut Edition

Manchmal muss man sich entwickeln. Bestes Beispiel ist Neue Horizonte von Darwyn Cooke. Sein Zeichenstil ist extrem cartoonig und seine Stories sehr speziell. Zumindest war das meine Meinung am Anfang meiner Comicleidenschaft. Liebe habe ich für DC New Frontier nicht empfunden. Das erste ReRead – was entscheiden sollte, ob ich die Absolute Edition kaufe oder nicht – gefiel mir schon besser. Der Zeichenstil gehörte schon zu einer meiner Liebsten.

Dann kam diese Absolute Edition. Alleine diesen Comic verpackt zu sehen ist schon ein Platz in der Bestenliste wert. Wenn man dann auch noch diese tiefe Verbeugung für das Silver Age und Darwyn Cooke hineininterpretiert ist es wahre Liebe.

Viele „Origins“ von Helden werden hier umgeschrieben und sind oft besser als das Original. Wie Martin Manhunter die Sprache lernt und mehr über die Menschen erfährt, ist in meine Wissensdatenbank eingegangen und nun die einzige Wahrheit. Wie liebevoll kleine Geschichten erzählt werden, nur um sie dann in das gesamte Werk einfließen zu lassen, ist schlicht meisterhaft.

Dieser Comic – und erst recht in dieser Darreichungsform – ist mehr als nur ein Comic. Es ist ein Kunstwerk und eines der besten in diesem Medium. Wer weiß, was ich beim vierten und fünften Mal lesen finde und empfinde. Vielleicht wird es irgendwann mein liebster Comic. Für das Jahr 2021 ist es Platz 3.

2. Rorschach

1, 2 & 3

Watchmen ist klar einer der besten Comics – allein der Gedanke an das Ende ist außergewöhnlich. Tom King ist ein Autor, der besonders gut Mini-Serien erzählen kann. Also was soll schon schiefgehen, wenn das zusammenkommt und man eine Geschichte von Rorschach erhält?

Während viele Comics im Jahr 2021 gut und sehr gut waren, ist es bei Rorschach anders (ähnlich wie bei Doomsday Clock). Nur ein Band fehlt und dennoch kann noch alles passieren. Die Serie kann belanglos sein oder total dämlich, die Macht liegt in einem Band.

Ein Mann im Rorschach Kostüm und eine Frau mit dem Heldennamen The Kid haben versucht einen Präsidentschaftskandidaten umzubringen. Der Plan misslingt und die Suche nach den Tätern beginnt. Der Clou: der original Rorschach ist bereits gestorben.

Die Ermittlungen sind eines der Highlights der Geschichte. Denn sie verlaufen nicht geradlinig und die Hefte überraschen immer wieder mit denen kreativen Ideen. Im letzten Band gab es pro Seite drei Geschichten, auf eine unglaubliche Art und Weise. Genau das fasziniert mich.

Dazu kommt die tolle Optik von Jorge Fornés, die von dem Albenformat profitiert. In einem normalen Paperback wäre der Comic zwar ebenfalls gut, aber es würde etwas fehlen. Ich freue mich auf den letzten Band, aber ich habe auch Angst. Es könnte alles zu einem Flop werden, auch wenn es mir bisher sehr gut gefallen hat.

1. Batman – Die Maske im Spiegel

1, 2 & 3

„What Have You Done for Me Lately“ – ein Spruch, der im Kern sagt, dass man letzte Ereignisse höher bewertet, weil die Erinnerungen noch frischer sind. Gleiches könnte man von Batman – Die Maske im Spiegel sagen, aber man könnte auch das sagen, was es ist: ein grandioser Comic.

Weltweit kam die Geschichte von Mattson Tomlin und Andrea Sorrentino zeitgleich in 3 Bänden heraus. So bekamen wir im Oktober, November und Dezember diese grandiose Serie im Schnelldurchlauf präsentiert. In diesem Jahr folgt dann der Sammelband.

Diese DC Black Label Story erzählt von einem etwas anderem Gotham City, in dem Batman’s Taten deutlich kritischer gesehen werden und als Batman vor den Augen der Bevölkerung einen Menschen tötet, ist alles anders. Nur Batman selbst weiß, dass ein Doppelgänger unterwegs ist und so beginnt eine wilde Kriminalgeschichte.

Mit Andrea Sorrentino kommt das Artwork von einem Könner und einem meiner Lieblingskünstler. Das mit Batman zu kombinieren sollte nicht selten für offene Münder sorgen. Vor allem die Entwicklung von Sorrentino’s Kunst ist atemberaubend. Es ist nicht mehr alles ein Gesicht, sondern abwechslungsreicher.

Aber auch die Story überzeugt durchgehend. Das ist schlicht ein ganz großer Comic und ich kann mir vorstellen, dass wir in Zukunft noch weitere Comics in diesem „Imposter“-Universum bekommen werden. So begeistert war ich schon lange nicht mehr.

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