[Comic] Top 10 Serien

Ich wurde vor kurzem gefragt, ob ich nicht mal eine Bestenliste der besten Comic-Serien machen würde – natürlich aus meiner Sicht. Nicht nur, weil ich gerne auf die Wünsche meiner Lesenden eingehe, sondern weil es mich auch interessiert, möchte ich euch heute ein bisschen auf eine Reise der besten Comic-Serie mitnehmen. Dabei möchte ich euch die Frage beantworten: Was ist eigentlich meine Lieblingsserie?

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Ähnlich wie bei meiner Top 5 des Jahres möchte ich gerne noch ein paar Titel nennen, die es nicht in die Top 10 geschafft haben, aber nicht minder interessant sind. Manche haben es „noch“ nicht in die Bestenliste geschafft, da es teilweise noch davon abhängt, was da noch kommt.

  • Black Hammer → tolle Serie, viele Highlights, relative kurze Hauptserie und viele Spin-offs
  • Sin City → Besondere Optik, tolle Geschichten, die Verbindung der Bände ist oft nur die Stadt
  • Sandman → bemerkenswerte Geschichten, die teilweise mit der Zeit und im gesamten Sinn ergeben
  • The Department of Truth → noch nicht beendet, kann viel passieren
  • Locke & Key → macht vieles richtig, Look ist nicht komplett überzeugend
  • Deadly Class → Starke Serie, ein wenig von der Ursprungsidee abgewichen

Platz 10: Blast

1, 2, 3 & 4

Und plötzlich war da eine neue Serie. Anfang des Jahres kannte ich Blast noch gar nicht. Als ich positive Rezensionen gelesen/gehört hatte und gesehen habe, dass die Serie von Manu Larcenet ist, habe ich recht energisch zu dem ersten Band gegriffen. Nach der Comic des Monats Auszeichnung sind 2 Monate vergangen und alle Bände der Serie gelesen.

Bei der Geschichte geht es um Polza Mancini und seinen Mord an Carole Oudinot. Polza sitzt in Untersuchungshaft und er tischt den Polizisten die letzten Jahre seines Lebens auf. Dabei lässt er manche Details weg oder schmückt diese etwas aus. Kann man seinen Aussagen überhaupt Vertrauen schenken?

Gerade der Blast – ein Moment der ihn komplett aus der Bahn schießt – bestimmt sein Leben und er möchte diesen immer wieder erleben. Leicht ist das nicht und dabei bleibt vieles auf der Strecke. Ist er überhaupt der Mörder von Carole? Wie hat er sie kennengelernt? Wie war das Verhältnis der beiden?

Die Geschichte und die Wendungen haben mir unglaublich gut gefallen, besonders der erste Band hat viel ausgelöst, was dazu geführt hat, dass diese Serie hier, in der Top 10 gelandet ist. Das kam wie ein Hammer und ist durchaus einer der Comic-Momente (für mich).

Manu Larcenet hat mit Brodecks Bericht optisch schon viel herausgeholt. Das ist hier nicht anders. Der Zeichenstil – der fast komplett in schwarzweiß gehalten ist – überzeugt mich ohne weiteres und ich bin schlicht begeistert, wenn ich den Stil vor Augen habe. Man fliegt durch die Seiten und versucht immer wieder – wenigstens kurz – innezuhalten, um die tollen Zeichnungen zu genießen.

Platz 9: Gideon Falls

1, 2, 3, 4, 5 & 6

Das Vergessen habe ich es in einem Review genannt. Damit gemeint ist, dass man viel Spaß beim Lesen mit Gideon Falls hat und danach vergisst, wie gut die Serie eigentlich ist. Genau wie die Reviews muss ich mit dem Duo anfangen: Jeff Lemire und Andrea Sorrentino. Ein Duo, was ich beinah blind traue.

Über die Geschichte möchte ich gar nicht so viele Worte verlieren. Der Grund? Man muss die Geschichte erleben. Es geht um die Stadt Gideon Falls, in der merkwürdigen Dinge passieren. Scheinbar ist es nicht das einzige Gideon Falls. Sowohl Ebenen als auch Zeitebenen bringen verschiedene Teile zusammen.

Da die Geschichte entdeckt werden muss und nicht immer viel offenbart, hat man als Lesender immer wieder ein Gefühl des Auskundschaftens. Sparsam bleibt dabei Jeff Lemire nicht. Es gibt immer neue Fetzen, die Einblicke geben und wie kleine Puzzleteile zusammengesetzt werden können.

Die Kreativität von Andrea Sorrentino hat bisher in dieser Serie ihren Höhepunkt gefunden. Sein Zeichenstil hat mir schon immer sehr gut gefallen. Es ist rau, roh und teilweise etwas krakelig. Die Kolorierung unterstreicht diesen hervorragend. Besonders kreativ ist er bei Panelaufteilungen und unglaublichen Splashpages.

Diese Serie kann somit eine gute komplexe Story und einen tollen Zeichenstil liefern und on top gibt es noch ein Ende, das mir sehr gut mundet. Gibt es ein Happy End, finde ich das oft ideenlos, ist es keins ist es unbefriedigend. Es gibt selten eine gute Lösung, hier wurde eine gute gefunden.

Platz 8: Sweet Tooth

1, 2 & 3

Ein mysteriöser Virus befällt die Menschheit, parallel dazu werden Hybrid Kinder – halb Mensch, halb Tier – geboren. Die Menschheit geht davon aus, dass diese die Auslöser sind und genau deswegen werden sie verstoßen. Bevor es schlimm wurde, wurde Gus – einer dieser Hybride – mit seinem Vater in den Wald gebracht, abgeschieden von der Gesellschaft. Und hier beginnt die Geschichte.

Wenn ich nur den ersten Deluxe Band nehmen würde, dann würde ich Sweet Tooth noch deutlich weiter nach oben packen. Gus ist ein toller Protagonist, naiv und unschuldig, die Welt ist beides nicht (mehr). Der Band regt zum Denken an und ist äußerst emotional. Mit dieser Hypothek habe ich die weiteren Bände gelesen. Sie sind weiterhin gut, konnten aber diese starken Emotionen nicht mehr wecken.

Auf das Niveau ist die Serie anschließend nicht mehr ganz gekommen, aber auch nicht stark abgefallen. Der Zeichenstil von Jeff Lemire ist nicht nur Erkennungsmerkmal, sondern auch ein großer Grund, warum die Serie so gut ist. Mit kaum einem anderen Stil wäre diese Geschichte möglich gewesen.

Die Arbeiten von Jeff Lemire sind grundsätzlich immer ein Tipp wert. Wenn ihr den besten seiner Arbeiten lesen wollt, werdet ihr wohl zu Sweet Tooth greifen müssen. Für mich seine beste Arbeit. Was bei seinem Output durchaus nicht so einfach ist.

Platz 7: Y the last men

1, 2, 3, 4 & 5

Wenn man zu spät in die Comic-Welt eintritt und Reviews und Berichte folgt, hört man dann immer wie toll die oder die Serie ist. Eine dieser Serien ist Y – The last Men. Eine Serie, die lange auf meine Liste stand, wurde dann fällig, als in Deutsch eine Deluxe Edition erschienen ist und die Vorschusslorbeeren waren berechtigt.

Eine Seuche hat die Erde befallen, alle männlichen Lebewesen (mit Y-Chromosom) haben von jetzt auf gleich das zeitliche gesegnet. Nur Yorrick und sein Affe Ampersand überleben diesen Kahlschlag. Von jetzt auf gleich knapp 50 % der Menschen tot? Dazu viele Tiere vom Aussterben bedroht? Das löst Panik aus.

Dazu kommt, dass viele Positionen durch jahrelange Vetternwirtschaft und männliche Dominanz nicht von Frauen bekleidet wurden. Die Folge: viele Dinge in der Gesellschaft funktionieren nicht. Natürlich denkt auch nicht jede Frau nun: lass uns was Gutes und Besseres aufbauen. Viele wollen selbst Erfolg und Macht.

Der Schrecken ist nur der Katalysator, um die Geschichte zu starten. Yorrick ist dabei ein Mann wie kaum ein anderer. Nur noch Frauen? Viele würde anders handeln, egal wie ehrbar sie im vorherigen Leben waren. Ebenfalls besonders ist das Ende. Sehr oft hörte ich zuvor, dass man am Ende mit den Tränen kämpfen muss. Diese Szene ist nicht nur emotional, sie ist auch noch grandios umgesetzt. Man folgt den Panels und den Sprechblasen, aber man sieht ein wichtiges Detail eben nicht.

Viele Nachahmer haben sich mittlerweile an diesem Konzept bedient – und ja, auch Y – The Last Man war sicher nicht der erste Comic mit dem Thema – was den Comic aus heutiger Sicht weniger exklusiv und besonders erscheinen lassen kann. Das ist nur die halbe Wahrheit. Die Serie ist wirklich ein Must-Read.

Platz 6: Transmetropolitan

1, 2, 3, 4 & 5

Ein stinknormales Einsiedlerleben ist schon was Feines. Wenn das Leben total verrückt geworden ist, ist es manchmal sinnvoll sich eine Auszeit zu nehmen und sich von der Welt abzukapseln. Das hat zumindest Spider Jerusalem versucht. Nur doof, dass er von Geld lebt, das er eigentlich für ein noch nicht geschriebenes Buch erhalten hat.

Früher war er Journalist, also ist die Aufgabe klar: schreibe ein journalistisches Buch. Und so taucht er in die verrückte Welt von Cyberdrogen, Tech, Sex und Sci-Fi Krimskrams ein. Die Welt ist total abgefuckt, widerlich, aber auch zu gleichen Teil faszinierend. Auch heute noch ist es eine nicht allzu ferne Zukunft, die durchaus vorstellbar scheint.

Und genau das macht Transmetropolitan so außergewöhnlich lesenswert. Natürlich ist es derb, sexistisch und darüber, aber eben genau das, was man auch erwartet, wenn man sich mit dieser Geschichte beschäftigt. Wer mit alledem nichts anfangen kann, wird auch mit Transmetropolitan nichts anfangen können.

Die Begeisterung ist vor allem auch nach dem Lesen noch aktiv. Man erinnert sich an Geschichten und lächelt noch immer über die Ereignisse in den Comics. Das ist nicht leicht und durchaus eine der Stärken der Serie. Es ist besonders und man erinnert sich immer wieder an Ereignisse.

Leider ist die tolle deutsche Hardcover Version nicht ganz so leicht kaufbar. Band 1 ist kaum und Band 2 nur zu horrenden Preisen kaufbar. Somit ist der Einstieg (aktuell) nicht so einfach möglich. Solltet ihr aber einen der beiden Bände sehen, schlagt zu (bei Band 2 könnt ihr auch gerne mir Bescheid geben 😉, ich würde gerne die hässliche englische Ausgabe loswerden).

Platz 5: Injustice

Jahr 0, 1, 2 & 3

Wenn es ein Thema gibt, was bei Superhelden funktioniert, dann ist es, wenn Superhelden gegen Superhelden kämpfen. Was mal als eine Vorgeschichte für ein Videospiel begonnen hat, ist für die Comicgeschichte und für den Autor Tom Taylor eine riesengroße Nummer.

Superman wird bald Vater. Doomsday versucht mal wieder die Welt im Würgegriff zu halten, Superman geht dazwischen bis er merkt das er gegen Lois und gegen sein eigenes ungeborenes Kind kämpft. Er verliert beide und damit beginnt seine Wut auf Schurken, die zu weit gehen und niemand sie aufhält. Joker – der Drahtzieher – spürt die Wut als Erstes.

In der Folge ist es auf der Welt nicht mehr möglich, irgendwas Gesetzwidriges zu machen. Superman ist zur Stelle und erstickt alles im Keim. Batman stellt sich ihm entgegen und so formen sich zwei Lager mit Helden, die entweder Superman recht geben oder eben Batman. Alleine das reicht schon für eine tolle Geschichte.

Der Aufbau der Geschichte ist in Jahre aufgeteilt, sodass man genau weiß, wie weit man vom Spiel entfernt ist. Das ist schon mal ein kreativer, anderer Ansatz, denn ich so bisher nicht gesehen habe. Im Jahresabschnitten sollte man auch die Hefte konsumieren, um ein gutes Bild zu erhalten.

Direkt im ersten Jahr gibt es zwei Themen, die in der Serie richtig groß sind: Wendungen/Twists und der Tod. Überraschende Wendungen tauchen auf und lassen mich als Leser mit offenem Mund zurück, ein Schurke ist in Wahrheit ein anderer Schurke oder ein unbekannter Strippenzieher taucht auf. Das macht Spaß, auch wenn man irgendwann genau das erwartet.

Bei dem Tod handelt sich zwar nicht (zwangsläufig) um eine Wendung, aber um einen krassen Moment. Tom Taylor scheut sich nicht davor, auch mal einen Helden über die Klippe springen zu lassen. Das ist dramatisch und wird dann oft noch lange oder später aufgegriffen. So funktioniert es auch besser. Die Morde haben einen Wert und sind emotional.

Da ich nur einen Teil – vielleicht sogar nur einen Bruchteil – kenne, ist diese Platzierung durchaus nicht komplett sicher. Es könnte nach oben oder nach unten gehen. Ich bewerte hier quasi Jahr 0 bis Jahr 3. Aber ich vermute, der Rest wird nicht minderwertiger sein.

Platz 4: Saga

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 & 10

Besser als Star Wars! BUMM! Das ist eine Aussage, die so prominent bei Saga ist, dass sie quasi jeder schon einmal gehört hat. Vorab: ich würde diese Aussage nicht unterschreiben. Aber Saga ist verdammt gut, das steht außer Frage. Warum das so ist, möchte ich liebend gerne euch mitteilen.

Bei Saga geht es um einen Krieg zweier Völker, der schon so lange andauert, dass niemand so Recht weiß, worum es bei dem Krieg eigentlich ging. Alana und Marko sind die Protagonisten in diesem Comic und haben das Unmögliche vollbracht, sie haben ein Kind bekommen, trotz dass sie unterschiedlicher Rassen angehören. Eigentlich sollte das Kind (Hazel) nicht lebensfähig sein.

Ab hier beginnt die Geschichte und die Jagd nach dem jungen Paar. Niemand darf erfahren, dass Hazel existiert. Dabei werden verschiedene Welten entdeckt und auch verschiedene Kreaturen eingeführt. Die Welt ist groß und vielfältig. Die Geschichte wird mit Twists und Wendungen erzählt.

Aber auch verschiedene Sichtweisen werden aufgezeigt. Eine längere Pause – mehrere Jahre – hat der Serie auch nicht geschadet, aber man muss klar sagen: Saga ist noch nicht beendet. Ich habe dennoch keine Bedenken, dass die Serie hervorragend weitergeführt wird.

Das Format in Deutschland ist ebenfalls auf aller höchsten Niveau und das trägt natürlich zum positiven Bild bei. Genauso verhält es sich mit dem Zeichenstil von Fiona Staples. Das sieht so gut aus und ist absolut passend zu der Geschichte, die hier erzählt wird.

Die Protagonisten sind liebevoll gestaltet. Ob es nun die Lügekatze – sagt Lüge, wenn jemand lügt – Güs – ein naives Tierchen – oder Prince Robot IV – Ein Prinz mit Fernseher als Kopf – ist. Sie sehen verrückt aus, wachsen einem aber schnell ans Herz. Dadurch gibt es aber auch einige Herzschmerzmomente.

Platz 3: Strangers in Paradise

1, 2, 3, 4, 5 & 6

Terry Moore hat mit Strangers in Paradise nicht nur sein eigenes „Terryverse“ erschaffen, sondern eine Serie, die bei mir immer wieder ein wohliges Gefühl auslöst. Die Geschichte dreht sich um Katina Choovanski – kurz Katchoo – und ihre Freundin Francine. Der Rest spielt sich dann in verschiedene Genres ab.

Warum? Es ist unter anderem eine Soap bzw. eine Telenovela. Verrückte Protagonisten, haben verrückte Probleme. Drogenprobleme, das FBI und diverse Schießereien sorgen für den Nervenkitzel und natürlich darf die Liebe nicht fehlen. Auftritte und Ausflüge, die komplett verrückt sind, sind keine Seltenheit.

Die Optik ist eines der Dinge, die mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Terry Moore zeichnet gigantisch. Comic aufschlagen und direkt hin und weg sein, das ist genau das Gefühl, was mir die gesamte Serie liefert. Dass es „nur“ schwarzweiß ist, ist kein Problem und durchaus ein Pluspunkt.

Ebenfalls schön ist das Frauenbild von Terry Moore – der generell sehr viele weibliche Protagonisten auftreten lässt. Die Frauen haben Rundungen, sind lautstark und hauen auch mal auf den Tisch. Das ist nicht nur realistisch, es ist auch in der Comicbranche eine Seltenheit, dass Frauen eben nicht ins Schema-F passen.

Die Story ist emotional, teilweise auch nicht ganz geradlinig. Einige Sprünge und „Comebacks“ machen es immer wieder spannend. Es gibt wenige Serien, auf die ich so stolz bin, dass ich sie im Regal stehen habe, wie Strangers in Paradise. Dabei geht es nicht um finanziellen Wert oder Seltenheit, sondern weil sie mir sehr viel gegeben hat.

Ich glaube auch das Strangers in Paradise hier die große Überraschung in der Liste ist. Sie taucht viel zu selten in solchen Listen auf und wenn, dann sind die anderen Serie ganz andere als auf meiner Liste. In der Summe bekomme ich sogar beim Schreiben richtig Bock auf ein ReRead und das wird dann ein erneuter Spaß 😆

Platz 2: The Walking Dead

Zu den anderen The Walking Dead Bänden:

1-4 | 5-8 | 9-12 | 13-16 | 17-20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | 32

Was The Walking Dead ist auch ein Comic? Leider hört man das immer wieder und ich kann nicht kräftig genug den Kopf schütteln. Während die TV-Serie unlogisch ist und den Kern der Serie nicht verstanden hat, ist der Comic eine wahre Kunst. Aber lest selbst.

Worum geht es? Eine Seuche – schon wieder – bricht aus und Menschen, die sterben oder gebissen werden, werden zu Zombies. Anders als dieser Anfang vermuten lässt, geht es anschließend in erster Linie um die Menschen und wie sie mit der neuen Lebenssituation umgehen müssen.

Dass das Sterben auch zum Untoten führt, ist leider ein unlogisches und ungeschicktes Problem. Aber das war es dann auch schon. Es steckt Gesellschaftskritik in dem Comic, dass es nur so kracht. Bei einer Krise schaut der Mensch auf sich, man versucht nicht das beste für die Gesellschaft aus so einer Situation zu ziehen, sondern das beste für sich. Unrealistisch? Denkt mal an Corona zurück.

Es gibt Aufgaben zum Nachdenken, wie zum Beispiel wer sind eigentlich der laufende Tot (The Walking Dead) oder auch politische Spiele gehören genauso dazu, wie kranke Splashpages und verrückte Twists. Dabei sieht Band 1 auch noch verdammt gut aus. Dass Tony Moore abgeben musste und Charlie Adlard übernommen hat, war ein optischer Schock. Gegen Ende wurde es besser.

Alles, was in der TV-Serie unlogisch und dämlich war (und ja, das war verdammt viel) ist in der Vorlage total gut und clever gelöst. Wenn man schon eine Vorlage hat … Lassen wir das und reden über die Genialität von Robert Kirkman. Der Comic lässt sich gut lesen und macht sehr viel Spaß. Ein ReRead ist nicht nur möglich, sondern sinnvoll.

Platz 1: Hellboy & Friends

Zu anderen Hellboy Comics:

Kompendium:
1 | 2 | 3 | 4
Geschichten aus dem Hellboy Universum:
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12
Geschichten aus dem Hellboy Universum: Die Froschplage
1 | 2 | 3 | 4

Habe ich geschummelt? Mein erster Platz sind – wenn wir ehrlich sind – mehrere Serien. Aber wenn ihr nicht wollt das ich Serien wie B.P.R.D., Abe Sapien, Lobster Johnson, Witchfinder, Rasputin oder Koshchei mit hereinschmuggle, reichen die „reinen“ Hellboy-Hefte auch für den ersten Platz. Spricht man über all das, ist es schlicht phänomenal.

Auch hier ist es nicht einfach einen einfachen und erklärbaren Teil der Geschichte zu erklären, denn es ist viel mit hinein gewoben, was dem ein oder anderen nicht gefallen könnte. Man bekommt viel Fantasie (samt Kreaturen aus der Fantasie), bekannte Märchen, aber auch etwas Sci-Fi. Alleine die Figur Hellboy ist direkt besonders.

Direkt aus der Hölle kommt der kleine Junge (damals wirklich in jungen Jahren) und muss sich gegen Nazis durchsetzten. Um ihn herum bildet sich eine Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen. Von hier startet quasi alles. Alles gehört zusammen und genau das macht den Reiz aus.

Egal wie ihr das Mignolaverse (nach dem Erfinder Mike Mignola) lest, es macht immer wieder Klick. Ob man die Hefte der Serien, nach Veröffentlichung oder in einem dicken Kompendium/Universums Band lest, man hat immer wieder Sprünge, die Lücken schließen. Dieses Gefühl ist sehr belohnend.

Die Zeichenstile sind zu Beginn sehr ähnlich, ob nun weil Mignola selber gezeichnet hat oder Nachfolger es ihm gleich machen wollten, oder später die Stile etwas abwechslungsreicher sind. Fakt ist, die Serie sieht quasi immer hervorragend aus. Wie dies in dieser Qualität möglich ist, ist schon immer wieder bemerkenswert.

Die schiere Menge an Material ist einer der Gründe, warum man von der Serie abgeschreckt sein könnte oder eben total angetan. Ein Ende scheint nie in Sicht zu sein, aber da es oft Kurzgeschichten sind, kann man dennoch mal eine längere Pause machen. Aber nicht zu lang, weil a) die Geschichten klasse sind und b) viele Bände in deutscher Sprache vergriffen sind. Mir fehlt „nur“ der erste Universums-Band und den werde ich – so ehrlich muss ich mit mir sein – nie bekommen.

Wie alle Serien hier auf der Liste würde ich gerne ein ReRead machen. Nur hier scheint es wegen der schieren Menge kaum möglich zu sein. Aber ich werde irgendwann sicher alles nochmal lesen und mich immer wieder in die Serie verlieben. Wer offen für etwas Fantasie ist, wird hier belohnt.

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